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Verlängerter Arm

Vedad Ibiševic bleibt Kapitän - doch der Bosnier scheut ohnehin keine Verantwortung und möchte auch in der kommenden Saison mit seiner Manschaft erfolgreich sein.

Neuruppin - Beim Testspiel der Herthaner am Sonntagnachmittag (07.07.19) gegen Eintracht Braunschweig führte Vedad Ibišević seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld und zu einem 4:1-Sieg gegen die Niedersachsen. Auch wenn er seiner Lieblingsbeschäftigung nicht nachgehen konnte - dem Toreschießen - bereitete er das zweite Tor durch Sidney Friede durch einen Fallrückzieher an den Pfosten spektakulär vor. Auch in der Spielzeit 2019/20 wird der 34-Jährige die Kapitänsbinde am Oberarm tragen. Eigentlich keine besondere Nachricht, wenn man Trainer Ante Čović hört: "Für mich war das keine Frage. Ich habe in den ersten Tagen gesehen, wie sich Vedad in der Kabine verhält und wie seine Rolle in und seine Bedeutung für die Mannschaft ist. Es gab keinen Grund, überhaupt über einen anderen Kapitän nachzudenken."

Gesagt...

"Als Kapitän, aber auch als älterer Spieler, muss ich die Verantwortung übernehmen."

Vedad Ibišević

Eine positive Bestätigung ist es dennoch für den Bosnier: "Ich bin stolz, weiterhin Kapitän zu sein. An meinen Aufgaben oder der Rolle ändert das aber ohnehin nichts. Als Kapitän, aber auch als älterer Spieler, muss ich die Verantwortung übernehmen", meint Ibišević bescheiden. Dass Herthas Nummer 19 eher mehr als nur 100 Prozent gibt, weiß jeder, der den 34-Jährigen schon einmal hat spielen sehen. Auch wegen dieser Qualitäten bleibt Ibiševic unangefochtener Leader. "Ich will meiner Mannschaft, aber auch dem neuen Trainerteam alles geben, was ich kann – auf und neben dem Platz. So war ich aber auch schon immer, das wird sich auch nicht ändern." Das wird Čović gerne hören - mit seinem Kapitän besitzt er einen verlängerten Arm auf dem Spielfeld.

Viel Kommunikation in Neuruppin


Im Neuruppiner Trainingslager wird ohnehin viel gesprochen, zwischen Mannschaft und Trainerteam herrscht eine rege Kommunikation - verständlicherweise bringt ein Trainerwechsel viele neue Impulse, Ideen und Herangehensweisen mit sich. Diese kommen bisher gut an: "Ante hat als Trainer seinen ganz persönlichen Stil. Er hat es in der kurzen Zeit schon geschafft, uns seine Spielidee näher zu bringen – was er von uns erwartet, wie wir spielen sollen. Er hat uns ein paar Tipps auf den Weg gegeben, die Sinn ergeben. Jetzt geht es darum, das jeden Tag zu verbessern und zu perfektionieren." Immer wieder unterbricht Herthas neuer Übungsleiter die Spielformen auf dem Trainingsplatz oder zeigt den Akteuren Szenen aus den Einheiten, um an der spielerischen Idee zu arbeiten, diese zu verbessern und die Automatismen zu stärken.

Die neuen Spielideen sind darauf ausgelegt, mehr Chancen zu generieren - etwas, das jemandem wie Ibišević durchaus in die Karten spielt. "Natürlich ist es für uns Stürmer einfacher, wenn wir uns als Mannschaft mehr Chancen herausspielen. Doch das beginnt schon hinten beim Spielaufbau", umreißt der Angreifer die Gesamtaufgabe für die Mannschaft. Mit wie vielen Mittelstürmern Čović am Ende in die Pflichtspiele gehen wird, ist dabei noch nicht ganz klar umrissen. Der Routinier nimmt die Diskussionen jedoch gelassen und mit Humor: "Bisher klingt das für mich nicht so, als ob wir mit zwei Stürmern spielen werden. Aber so ist Fußball, das ist Konkurrenzkampf - das ist, was wir brauchen. Wir werden alle alles geben, um zu spielen." Und Motivation für den Konkurrenzkampf hat Vedad Ibiševic genug: "Was das Toreschießen angeht, kann ich eigentlich nicht genug bekommen."

(war/City-Press)

Profis, 07.07.2019
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