Bild: citypress

"Wir wollen gute Entscheidungen treffen"

Michael Preetz zieht ein Saisonfazit und spricht über Personalplanungen sowie die Zusammenarbeit mit Bruno Labbadia.

Berlin – Die ereignisreiche Saison 2019/20 bot allen Blau-Weißen jede Menge Gesprächsstoff und Geschichten. Auch Michael Preetz erlebte in seiner langjährigen Funktion als Geschäftsführer Sport noch kein solches Jahr. "Wir haben in der Tat kaum etwas ausgelassen in dieser Spielzeit, die mit der Verpflichtung von Bruno Labbadia sowie den erfolgreichen Spielen und Ergebnissen unter ihm ein gutes Ende für uns nahm", resümiert der Geschäftsführer Sport im Gespräch mit herthabsc.de. Zurücklehnen wird sich der Manager jedoch nicht – schließlich gilt es nun, mit gewohnt akribischer Arbeit die neue Saison vorzubereiten. "Wir haben in den vergangenen Wochen abseits des Spielbetriebs bereits viel Vorarbeit geleistet und wollen jetzt gute Entscheidungen treffen", betont Preetz. Im Interview spricht der 52-Jährige über mögliche corona-bedingte Entwicklungen auf dem Transfermarkt, zieht ein persönliches Fazit der Spielzeit und gibt Einblicke in die Berliner Planungen.

herthabsc.de: Michael, eine für alle Herthanerinnen und Herhaner sehr intensive und verrückte Saison ist mit der Partie in Gladbach nun zu Ende gegangen. Wie ordnest du diese Spielzeit letztlich ein?
Preetz: Das war sicher ein Jahr, das in der Form keiner voraussehen konnte. Wir haben in der Tat kaum etwas ausgelassen in dieser Spielzeit, die zum einen am Ende auch durch Corona eine außergewöhnliche wurde und zum anderen mit der Verpflichtung von Bruno Labbadia sowie den erfolgreichen Spielen und Ergebnissen unter ihm ein gutes Ende für uns nahm. Daher möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmal ganz herzlich beim Trainerteam und der Mannschaft, aber ganz besonders auch beim Team ums Team sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle bei Hertha BSC bedanken.

herthabsc.de: Wie hast du diese unterschiedlichen Phasen in dieser Saison denn persönlich erlebt?
Preetz: Man trifft seine Entscheidungen ja immer mit dem Wissen und aufgrund der Bewertung der jeweiligen Situation. Und wie immer im Leben ist man hinterher meistens schlauer und sieht, welche Entscheidungen letztlich gepasst haben und welche korrigiert werden müssen – weil sich Situationen nun mal auch verändern. In dieser Spielzeit war alles dabei: Wir haben gute Entscheidungen getroffen, haben welche korrigiert und es sind uns auch Entscheidungen kurzerhand abgenommen worden... (lacht). Wichtig ist aber, dass wir nun in einer Konstellation arbeiten, die uns für die Zukunft zuversichtlich stimmt.

Als "Konstellation, von der beide Seiten extrem profitieren", beschreibt Preetz die Zusammenarbeit mit Bruno Labbadia.

herthabsc.de: Du meinst das Trainerteam um Bruno Labbadia.
Preetz: Wir haben uns im vergangenen Sommer bewusst für Ante Covic auf dem Trainerposten entschieden. Er hatte sich die Chance nach fast zehn Jahren guter Arbeit bei uns im Verein verdient und ich bin auch weiterhin davon überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird. Mit Bruno und seinem Team haben wir jetzt eine Konstellation, von der beide Seiten extrem profitieren. Das war in den ersten Monaten und den ersten neun Spielen unter ihm bereits zu sehen. Und zwar nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Bereichen abseits des reinen Trainings- und Spielbetriebs.

herthabsc.de: Kannst du das noch etwas näher ausführen?
Preetz: Bruno arbeitet mit seinem Team sehr akribisch und bringt mit seinen vielen Jahren als Bundesliga-Trainer auf diversen Stationen unheimlich viel Erfahrung mit. Er kennt und beherrscht alle Situationen. Das hilft enorm. Er hat mehrfach bewiesen, dass er Mannschaften formen und weiterentwickeln kann sowie ansehnlichen Offensivfußball spielen lässt. Das ist unser klares Ziel für die kommende Saison. Dazu hat er ein sehr gutes Team um sich, in dem ein sehr offenes, konstruktives und positives Klima herrscht. Die Spiele und Ergebnisse unter ihm lassen uns jedenfalls positiv in die neue Spielzeit schauen.

Gesagt...

"Aktuell tut sich noch gar nichts, fällt aber irgendwann mal der erste Stein, dann kommt Bewegung in den Markt. Darauf sind wir vorbereitet!"

Michael Preetz

herthabsc.de: Du hast schon viele Sommer als Manager erlebt. Die vergangenen Wochen waren durch Corona schon sehr besonders. Wird der anstehende (Transfer-)Sommer auch besonders? 
Preetz: Mit Sicherheit. Und es gibt dafür auch keine Blaupause, an der man sich orientieren könnte. Aktuell tut sich noch gar nichts auf dem Markt. Das hat auch damit zu tun, dass wir unsere Saison in Deutschland zwar bereits beendet haben, aber die anderen großen Ligen noch mittendrin stecken. Das macht es sehr herausfordernd.

herthabsc.de: Es laufen bei acht Spielern die Verträge aus. Das bedeutet, dass es in jedem Fall zu Veränderungen im Kader kommen wird. Wie sehen die Planungen denn derzeit aus?
Preetz: Mit Per Skjelbred, Salomon Kalou, Thomas Kraft, Alexander Esswein und den beiden Leihspielern Marko Grujic und Marius Wolf haben wir bereits sechs Spieler verabschiedet. Peter Pekarik hat verlängert, bei Vedad Ibisevic ist die Situation noch offen. Klar ist, dass Nils Körber zu uns zurückkehren wird, ebenso wie Daishawn Redan. Ansonsten arbeiten wir an verschiedenen Optionen, um unseren Kader auf der einen oder anderen Position gezielt zu verstärken. Aber es ist wie so häufig in diesen Transferzeiten: Fällt irgendwann mal der erste Stein, dann kommt Bewegung in den Markt. Darauf sind wir vorbereitet.

herthabsc.de: Heißt das für dich persönlich, dass der Urlaub nach diesem verrückten Jahr erst einmal warten muss?
Preetz: Das ist so, ja. Aber zum einen kenne ich das ja schon und zum anderen ist genau jetzt die Zeit, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir haben in den vergangenen Wochen abseits des Spielbetriebs bereits viel Vorarbeit geleistet und wollen jetzt gute Entscheidungen treffen.

(mj/City-Press)

Profis, 01.07.2020
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