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"Adrián hat mir zu einem Wechsel geraten"

Jhon Córdoba spricht über seinen Wechsel nach Berlin, Kontakte zu Ex-Herthaner Adrián Ramos sowie einen möglichen Einsatz am Samstag (19.09.20) in Bremen.

Berlin – Und am Ende lief alles ganz schnell: Am Dienstagmorgen (15.09.20) landete Jhon Córdoba in Tegel, es folgten der Medizincheck und die Vertragsunterschrift. Bereits am Mittwoch stand Herthas neuer Stürmer ein erstes Mal mit seiner neuen Mannschaft auf dem Schenckendorffplatz. Viel Zeit, das Erlebte des vergangenen Tages zu verarbeiten, hatte der 27-Jährige folglich nicht. Dennoch folgte zwischen Auftakttraining und DFB-Regelschulung ein weiterer Termin für den Kolumbianer. Am Mittwochmittag (16.09.20) stellte sich der Angreifer den Berliner Medienschaffenden vor. "Hertha BSC ist ein Club mit großer Historie, ich möchte mich dieser Herausforderung unbedingt stellen - mit großer Motivation und Leidenschaft. Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Vereins zu sein", sagte die Nummer 15 der Blau-Weißen gleich zu Beginn. Der Rechtsfuß sprach aber auch über Gründe für seinen Wechsel, Kontakte zu Ex-Herthaner Adrián Ramos und einen möglichen Einsatz am Samstag (19.09.20, 15:30 Uhr) in Bremen.

herthabsc.de: Jhon, herzlich willkommen in der Hauptstadt, herzlich willkommen bei Hertha BSC. Ab sofort trägst du die blau-weiße Fahne auf der Brust. Wieso hast du dich für einen Wechsel an die Spree entschieden?
Córdoba:
Das Projekt, von dem mir Michael Preetz und Bruno Labbadia in den Gesprächen erzählt haben, hat mich sehr gereizt. Hertha BSC ist ein Club mit großer Historie, ich möchte mich dieser Herausforderung unbedingt stellen - mit großer Motivation und Leidenschaft. Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Vereins zu sein. Für mich und meine Familie war es die beste Option. In Köln hatte ich zuletzt zwei gute Spielzeiten, deshalb haben die Verantwortlichen mich nach Berlin geholt. Hier habe ich das Gefühl, den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen zu können.

herthabsc.de: Dein Vater Manuel war selbst Fußballer und hat sich in eurer kolumbianischen Heimat einen Namen gemacht. Hast du dein Talent von ihm geerbt?
Córdoba: Das stimmt, mein Vater hat insgesamt 17 Jahre im Profifußball gespielt und war auch Stürmer. Ich glaube schon, dass ich viel von ihm mitbekommen habe und das Talent vermutlich im Blut habe. Quasi die Grundlage für meinen Traum, Fußballer zu werden.

herthabsc.de: Du trittst im blau-weißen Trikot in die Fußstapfen eines Landsmannes: Adrián Ramos knipste zwischen 2009 und 2014 zuverlässig für die 'Alte Dame'. Kennt ihr euch? Hast du dich vor deinem Wechsel nach Berlin mit ihm ausgetauscht?
Córdoba: Wir kennen uns, Adrián ist ein großartiger Sportler und ein Mensch, mit dem ich mich gut verstehe. Wir haben uns auch mal auf Bali getroffen, das war eine schöne Zeit, an die ich tolle Erinnerungen habe. Anfang der Woche hatte ich nochmal die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Adrián hat mir zum Wechsel geraten und mich in meiner Entscheidung bekräftigt. Er hat mir gesagt, dass ich es bei Hertha genießen werde und mit meiner Art, Fußball zu spielen, hier sehr gut hinpasse. Dass er hier so erfolgreich war, ist eine Extra-Motivation für mich.

herthabsc.de: Auch im aktuellen Kader hat dein neuer Arbeitgeber in Krzysztof Piątek, Matheus Cunha oder Dodi Lukébakio Angreifer mit Potenzial. Wo siehst du deine Rolle?
Córdoba: Das entscheidet der Trainer. Grundsätzlich ist gesunder Konkurrenzkampf förderlich, um das Beste aus sich herauszuholen. Ich glaube, dass mir seine Spielweise, in der wir viele Tore schießen wollen, entgegenkommt. Ob wir mit einem oder zwei Stürmer spielen, das spielt für mich keine große Rolle. Wir werden unterschiedliche Systeme spielen und müssen darauf vorbereitet sein.

Gesagt...

"Ob wir mit einem oder zwei Stürmer spielen, das spielt für mich keine große Rolle. Wir werden unterschiedliche Systeme spielen und müssen darauf vorbereitet sein. "

Jhon Córdoba

herthabsc.de: Welche Bedeutung hat die Nummer 15 für dich?
Córdoba: Es ist die Nummer, die ich in Deutschland immer getragen habe. Es ist einfach eine Zahl, die ich mag, auf eine Art und Weise meine Glückszahl.

herthabsc.de:
Wie groß ist deine Vorfreude aufs Berliner Olympiastadion? Dein letzter Auftritt hier dürfte dir noch in bester Erinnerung sein…
Córdoba: … (lacht). Als ich das bislang letzte Mal mit Köln hier war, habe ich zwei Mal getroffen und einen Treffer vorbereitet. Das war ein schöner und wichtiger Sieg für uns. Aber das ist Vergangenheit, ich habe die Seiten gewechselt und möchte viele Tore für Hertha erzielen, um so viele Partien wie möglich zu gewinnen!

herthabsc.de: Abgesehen von Teamhotel und Olympiastadion: Was weißt du über Berlin?
Córdoba: Ich kenne die Stadt noch nicht so gut, freue mich aber darauf, sie besser kennenzulernen und alle Ecken zu entdecken. Ich habe gehört, dass man in Berlin alles sein kann. Und ich hoffe, hier eine sehr schöne Zeit zu verbringen. Meine Frau und mein einjähriges Kind kommen mit mir, jetzt müssen wir erst einmal eine Wohnung finden (grinst).

herthabsc.de: Als Stürmer bist du ein robuster, kantiger Typ. Wie würdest du dich als Privatperson beschreiben?
Córdoba: Mein Vorbild ist Didier Drogba, ich schaue mir noch immer alte Spiele von ihm an. Vielleicht kommt daher diese Assoziation. Privat bin ich eher ein ruhiger Typ, der gerne zu Hause ist oder mit Frau und Kind spazieren oder in ein Restaurant geht. Aber wie gesagt: Ich freue mich auf Berlin und möchte die Stadt entdecken.

herthabsc.de: Die erste Einheit mit der Mannschaft hast du hinter dir. Am Samstag (19.09.20, 15:30 Uhr) steht der 1. Spieltag bei Werder Bremen an. Wärst du bereit für einen Einsatz?
Córdoba: Ich bin fit und wäre bereit für Bremen (grinst). Aber diese Entscheidung trifft der Trainer.

(HerthaBSC/City-Press)

Profis, 16.09.2020
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