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"... auf Deutsch sagt man flexibel"

Matheus Cunha spricht in seinem ersten Interview als Herthaner über Olympia, Rückrundenziele und seine Lieblingsposition.

Berlin – Stürmische Tage liegen hinter Berlin. Das liegt zum einen an Sturmtief Sabine, das zu Wochenbeginn durch die Hauptstadt gezogen ist, zum anderen aber auch am überraschenden Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Trainer der Blau-Weißen. Jemand, der beides nur aus der Ferne mitbekommen hat, ist Matheus Cunha. Der Winter-Neuzugang der 'Alten Dame' kämpfte in den vergangenen Wochen mit der brasilianischen U23-Nationalmannschaft um die Qualifikation für Olympia in Tokio – und das mit Erfolg. Mit insgesamt fünf Turniertoren sicherte der künftige Angreifer des Hauptstadtclubs seiner Nation die Teilnahme an den Spielen in diesem Sommer. Doch bevor es soweit ist, zählt für den 20-Jährigen nur die Bundesliga-Rückrunde als Herthaner. Das Kapitel an der Spree begann für Cunha, der die Nummer 26 tragen wird, offiziell am frühen Mittwochnachmittag (12.02.20), um genau zu sein um 13:47 Uhr, als seine Maschine aus Frankfurt am Gate A03 am Flughafen Tegel landete.

Von dort ging es auf direktem Weg zum Olympiagelände, wo der Rechtsfuß auch seine neuen Mitspieler kennenlernte und viele weitere Eindrücke sammelte. Die Gelegenheit nutzte herthabsc.de für ein erstes Interview mit Cunha, der über seine kurzfristigen Ziele, seine Lieblingsposition und Berlin sprach.

herthabsc.de: Matheus, du hast die vergangenen Tage lange im Flugzeug gesessen. Hat sich das Sturmtief noch bemerkbar gemacht?
Cunha: Das stimmt (schmunzelt). Mein letztes Spiel mit der U23 Brasiliens war in der Nacht auf Montag. Aus Kolumbien bin ich dann nach Rio de Janeiro geflogen, um der Familie meiner Frau noch einmal 'Hallo' zu sagen. Wir hatten zehn Stunden Aufenthalt, aber davon habe ich die meiste Zeit geschlafen (lacht). Anschließend ging es dann weiter nach Frankfurt und von dort nach Berlin. Vom Sturm habe ich gehört, aber meine Flüge waren zum Glück sehr ruhig.

herthabsc.de: Trotz der nicht zufriedenstellenden Tabellensituation hast du dich im Winter entschieden, dich den Blau-Weißen anzuschließen. Lass uns teilhaben an deinen Gedanken: Warum ist Hertha BSC der richtige Verein für dich?
Cunha: Der Club hat viel Geschichte! In den Gesprächen hatte ich schnell ein richtig gutes Gefühl, das Projekt und die Ziele haben mich überzeugt. Ich habe mich dann schnell entschieden, dass ich für Hertha BSC spielen möchte. Außerdem mag ich Berlin als Stadt!

herthabsc.de: … in der bereits einige Landsleute Fußspuren hinterlassen haben. Gilberto, Alex Alves und Marcelinho haben den Verein jahrelang geprägt und so manches Traumtor geschossen.
Cunha: Ja, ich weiß, dass hier schon einige Brasilianer gespielt haben. Marcelinho mochte ich als Spieler immer sehr. Er kommt aus dem gleichen Bundesstaat – und jetzt haben wir mit dem FC Coritiba und Hertha BSC auch zwei gemeinsame Vereine! Ich hoffe, dass ich ähnlich viele schöne Tore wie er schießen werde (grinst). Die Hauptsache ist, dass wir als Team erfolgreich sind, der Erfolg ist am wichtigsten. Aber ich bin einfach Stürmer und möchte dem Team mit so vielen Toren wie möglich helfen.

Gesagt...

" Ich bin als 17-Jähriger in Sion gewesen, später dann in Leipzig. Dadurch bin ich schnell erwachsen geworden und habe wichtige Erfahrungen sammeln können."

Matheus Cunha

herthabsc.de: Ein Mittelstürmer, der auch als hängende Spitze oder doch über die Außen kommt? Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten?
Cunha: Ich habe keine bestimmte Lieblingsposition, ich spiele da, wo das Team mich braucht und wo ich am wertvollsten bin. Ich glaube, auf Deutsch sagt man flexibel? Vielleicht ist auch polyvalent das passende Wort? (schmunzelt)  

herthabsc.de: Aus dem brasilianischen Curitiba ins schweizerische Sion, von dort weiter über Leipzig nach Berlin. Mit deinen jungen Jahren bist du schon ein wenig rumgekommen. Inwiefern hat dich das geprägt?
Cunha: Ich bin als 17-Jähriger in Sion gewesen, eineinhalb Jahr später dann in Leipzig. Dadurch bin ich schnell erwachsen geworden und habe wichtige Erfahrungen sammeln können. Wenn ich neu an einen Ort komme, schaue ich mir die Kultur dort an, achte darauf, wie die Menschen leben und versuche, mich daran ein wenig anzupassen. Es ist in meinen Augen sehr wichtig, schnell die Sprache zu lernen und sie richtig zu beherrschen, deshalb arbeite ich auch weiterhin an meinem Deutsch. In Sion habe ich Französisch gelernt. Sprache ist wichtig – auf und neben dem Platz!

herthabsc.de: Jetzt wird Berlin deine Heimat. Was weißt du über die Stadt?
Cunha: Ich liebe Berlin, ich war schon oft hier, wenn ich ein paar Tage frei hatte. Hier gibt es viele gute Restaurants und brasilianische Supermärkte. Das finde ich natürlich super (schmunzelt). Jetzt hier leben zu können, macht micht sehr glücklich. Ich liebe auch das Olympiastadion, hier habe ich mein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Ich hoffe, dass mir bald noch mehr Treffer gelingen!

(fw/HerthaBSC)

Profis, 12.02.2020
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