Bild: citypress

"Die Jungs sind fantastisch"

Marko Grujic spricht über seinen Start bei Hertha BSC, Deutschunterricht und die Qualität der Bundesliga.

Berlin – Zurückhaltend, fast etwas scheu, blickt sich Marko Grujic um. Es ist Mittwochmittag (12.09.18), die Herthaner haben vor wenigen Minuten die Trainingseinheit beendet. Während Grujics Mitspieler bei den Fans Autogramme schreiben, für Selfies posieren und anschließend Richtung Kabine traben, hat der 22-Jährige noch einen anderen Termin: eine Medienrunde mit den Pressevertretern. Mikrofone, Aufnahmegeräte und Kameras sind auf den Serben gerichtet. "Wollt ihr jetzt mit den Fragen anfangen?", sagt er schmunzelnd. Als das Gespräch dann loslegt, ist die kleine Anspannung vom Anfang auf einen Schlag verflogen – wie auf dem Rasen. So souverän, so geradlinig wie die Leihgabe des FC Liverpool spielt, so antwortet er auch. Anlaufschwierigkeiten hatte Grujic weder während seines Kurzeinsatzes gegen Nürnberg, noch die Woche darauf bei seiner Startelfpremiere auf Schalke. "Wir haben zwei Spiele gewonnen und sechs Punkte gesammelt, so wollen wir natürlich weitermachen", so der serbische Nationalspieler. Seine Aussagen über die Anfangszeit bei den Blau-Weißen, Deutschunterricht und seine Ziele hat herthabsc.de zusammengefasst.

Marko Grujic über…

… seine ersten Wochen in Berlin: Der Start war bislang sehr gut. Ich bin mehr als zufrieden. Alles war vom ersten Tag an perfekt, inklusive der Ergebnisse. Wir haben zwei Spiele gewonnen und sechs Punkte gesammelt, so wollen wir natürlich weitermachen. Am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe auf uns, aber auch die wollen wir zu unseren Gunsten entscheiden, um unsere optimale Ausbeute zu wahren.

… seine schnelle Integration: Ich bin vom gesamten Team und den Mitarbeitern direkt gut aufgenommen worden. Jeder hilft mir, ob auf dem Platz oder daneben. Die Jungs sind fantastisch. Vor allem Vedad Ibisevic, denn er spricht meine Sprache (schmunzelt). Das alles macht es mir einfach.

… die Abstimmung im Mittelfeld: Wir haben als Team einige gemeinsame Einheiten absolviert und uns dabei schnell kennengelernt. Von daher ist es für mich keine große Überraschung, dass es schon so gut funktioniert hat. Arne Maier ist einer der talentiertesten Jungs, mit denen ich bisher zusammengespielt habe. Und Ondrej Duda hat allein auf Schalke gezeigt, was er alles drauf hat. Wer auch immer spielt, wird sein Bestes geben.

… Hertha BSC: Ich wusste schon einiges über den Verein, bevor ich kam. Schließlich haben wir im vergangenen Jahr schon gegeneinander gespielt, auch wenn ich damals verletzt war und nicht gespielt habe. Der Verein hat hohe Ansprüche. Wir wollen so gut wie möglich in der Bundesliga abschneiden und auch im Pokal so weit wie möglich kommen. Wir werden sehen, was die Zeit für uns bereithält. Es wird eine sehr spannende Saison.

Gesagt...

"Das Tempo und die Intensität sind auf dem höchsten Level, deswegen habe ich mich auch für Hertha entschieden."

Marko Grujic

… seine Art Fußball zu spielen: Ich mag kurze Pässe, möchte gefährliche Situationen kreieren und Vorlagen liefern. Es geht nicht nur ums Toreschießen, sondern darum, dem Team zu helfen. Ich weiß, dass ich noch ein paar Probleme mit der Defensivarbeit habe, aber daran arbeite ich. Darum geht es im Fußball: sich ständig zu verbessern!

… seine Führungsqualitäten: Ich möchte erst einmal bescheiden bleiben und nicht über irgendwelche Qualitäten sprechen. Das können die anderen tun. Wir sind eine junge Mannschaft und müssen hart arbeiten. Dann werden die Ergebnisse kommen. Und in den Spielen möchten wir zeigen, was wir im Training üben und Punkte als Lohn für die Arbeit sammeln.

… die aktuelle Tabelle der Bundesliga: Wir sind Dritter – leider sind aber erst zwei Spieltage absolviert (lacht). Es wäre schön, wenn wir Mitte Mai an der gleichen Position stehen würden. Sechs Punkte nach zwei Partien sind aber ein perfekter Start, der beste, den wir uns vorstellen konnten. Wir müssen nur weiter dranbleiben.

… den Fußball in der Premier League und in der Bundesliga: Die Ligen sind schon ähnlich. Das Tempo und die Intensität sind auf dem höchsten Level, deswegen habe ich mich auch für Hertha entschieden. Es gibt hier viele junge Spieler, wir können uns gut entwickeln und versuchen, uns gegenseitig zu helfen. Außerdem können wir auch viel von den erfahrenen Akteuren lernen.

… seinen Kontakt zum FC Liverpool: Es ist ein großer Klub, bei dem viele Menschen arbeiten. So auch ein Manager, der sich speziell mit ausgeliehenen Spielern befasst. Wir sind mindestens zwei Mal pro Woche in Kontakt, er schaut sich auch alle Partien an.

… sein Deutsch: Ich hatte erst Dienstag wieder Unterricht. Insgesamt nehme ich zwei, drei Stunden in der Woche. Ich hatte zwar auch in der Schule Deutsch, aber das ist lange her. Dennoch hilft mir das, um die einfachen, grundlegenden Dinge auf dem Platz zu verstehen. Ich hoffe, in zwei Monaten hier zu stehen und ein Interview auf Deutsch zu geben.

(HerthaBSC/City-Press)

Profis, 13.09.2018
Newsletter
Social
Werbung