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"Wir wollen den Fans etwas zurückgeben!"

Lukas Klünter spricht im Interview über seine Zeit als Stürmer, Erfahrungen als Torwart, sein erstes Jahr bei Hertha BSC und die kommende Aufgabe gegen Hannover 96 am Ostersonntag (21.04.19, 18 Uhr).

Berlin - Für Lukas Klünter begann die Zeit an der Spree nicht so wie erhofft. Nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln zum Hauptstadtclub im vergangenen Sommer musste der 22-Jährige lange auf Spielpraxis warten und hatte zudem mit einem Muskelbündelriss zu kämpfen, der ihn für einen längeren Zeitraum außer Gefecht setzte. Doch der deutsche Junioren-Nationalspieler kämpfte sich zurück und stand zuletzt drei Mal über die komplette Spielzeit mit der blau-weißen Fahne auf der Brust auf dem Rasen. Dabei überzeugte der vielseitige Flügelspieler in Hoffenheim auch auf der ungewohnten Position des Innenverteidigers. Im Interview mit herthabsc.de spricht Lukas Klünter über seine bisherige Zeit bei der 'Alten Dame', seine unterschiedlichen Einsatzgebiete, die aktuelle Situation und die Partie gegen Hannover 96 am Sonntag (21.04.19, 18 Uhr).

herthabsc.de: Lukas, welche Position spielst du am liebsten: Stürmer, Innenverteidiger oder hinten rechts?
Klünter: (schmunzelt) Die Position ist mir eigentlich egal. Solange ich auf dem Platz stehe, ist das für mich eine positive Sache. Damals in Köln habe ich als Stürmer gespielt – das war aber auch nur aus der Not geboren. Ob ich jetzt als Rechtsverteidiger oder Innenverteidiger spiele: Ich passe mich dem System an.

herthabsc.de: Und wann sehen wir dich mal im Tor?
Klünter: (grinst) Das habe ich tatsächlich früher bei den Bambinis gemacht, als ich mit dem Fußballspielen angefangen habe. Da habe ich sogar mal ein Torwarttor geschossen (lacht). Aber ich denke mal, dass es dazu nicht mehr kommen wird.

herthabsc.de: Das heißt, du kannst eigentlich alle Positionen bekleiden?
Klünter: Das würde ich so auch nicht sagen (schmunzelt). Ich gebe auf der Position, auf der ich vom Trainer aufgestellt werde, mein Bestes und versuche das umzusetzen, was von mir gefordert wird. Zuletzt hat es als Innenverteidiger sehr gut geklappt, und darüber bin ich sehr froh.

herthabsc.de: Nach der Partie gegen die TSG Hoffenheim hast du viel Lob erhalten. Motiviert dich das für die verbleibenden fünf Partien nochmal extra?
Klünter: Ja, auf jeden Fall. Lob tut immer gut. Ich habe es schon unmittelbar nach der Partie in Hoffenheim gesagt: Hätten wir uns mit einem Punkt belohnt, wäre es natürlich noch schöner gewesen. Wir müssen in den verbleibenden fünf Spielen zusehen, dass wir diese vernünftig über die Bühne kriegen und uns wieder von der guten Seite zeigen, die wir in der laufenden Saison auch schon demonstriert haben. Wir wollen den Fans und dem Vereinsumfeld etwas zurückgeben, das ist das große Ziel!

herthabsc.de: Zuletzt lief es sportlich jedoch nicht so rund. Woran haperte es aus deiner Sicht und wie könnt ihr wieder erfolgreicheren Fußball spielen?
Klünter: Ich würde nicht sagen, dass wir uns in den vergangenen Spielen durchgängig schlecht verkauft haben. Aber es ist wirklich nicht einfach zu erklären, woran es hapert. Wir müssen in erster Linie wieder an den Fußball anknüpfen, den wir zu Beginn der Saison gespielt haben: Forsch nach vorne spielen und hinten sicher stehen. Vor allem müssen wir wieder mutiger agieren. Das ist uns in der jüngeren Vergangenheit etwas abhanden gekommen.

Gesagt...

"Die Stimmung im Team ist trotz der letzten Ergebnisse gut. Wir sind eine Einheit und das zeichnet uns auch aus."

Lukas Klünter

herthabsc.de: Zu mutigen Auftritten tragen auch eine positive Grundstimmung und Selbstvertrauen bei. Wie geht ihr als Mannschaft mit der aktuellen Situation um?
Klünter: Die Stimmung bei uns ist trotz der vergangenen Ergebnisse gut. Wir sind eine Einheit und das zeichnet uns auch aus. Wir sprechen viel über die aktuelle Situation, weil wir selbst nicht mit unseren aktuellen Leistungen zufrieden sind. Die Gespräche helfen uns dabei, zukünftig wieder das auf den Platz zu bringen, was wir vorhaben - und das wollen wir am Sonntag auch zeigen!

herthabsc.de: Werfen wir einen Blick auf deine bisherige erste Saison in Berlin: In der Hinrunde hattest du mit einer Verletzung zu kämpfen und kamst daher kaum zum Einsatz. In der Rückrunde standest du dagegen schon drei Mal über die komplette Spielzeit auf dem Rasen. Wie bewertest du die bisherige Zeit in der Hauptstadt?
Klünter:
Ganz am Anfang wurde ich gefragt, was ich mir für diese Saison erhoffe. Jetzt kann ich sagen, dass es anders gelaufen ist, als ich gedacht habe. Ich habe mir von Anfang an gesagt, dass ich mir Zeit gebe und dass ich nicht den Kopf hängen lasse, wenn es mal nicht so läuft, dass ich immer dran bleibe. Das habe ich getan und jetzt bin ich froh, dass es besser läuft. Für die kommenden Jahre nehme ich mir auf jeden Fall noch mehr vor und bin ich mir auch sicher, dass es klappen wird.

herthabsc.de: In deiner Karriere hast du bisher ein Mal gegen Hannover 96 gespielt, für den 1. FC Köln als rechter Mittelfeldspieler. Das Spiel endete damals 0:0. Was erwartest du am Sonntag für eine Partie?
Klünter:
Das wird eine harte, umkämpfte Partie. Bei Hannover geht es noch um einiges. Die stehen ganz unten drin. Wenn Mannschaften mit dem Rücken zur Wand stehen, haben sie nichts mehr zu verlieren. Das werden wir auch am Sonntag sehen. Da müssen wir körperlich und mental gegenhalten. Das werden wir defintiv tun. Wenn wir es schaffen, das auf den Platz zu bringen, was wir können, bin ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen werden.

herthabsc.de: Nach der Saison stehen dann noch zwei weitere Highlights an. Zum einen die Reise in die USA, zum anderen die U21-Europameisterschaft in Italien. Freust du dich schon auf diese beiden anstehenden Ereignisse?
Klünter: Die Reise in die USA ist eine super Sache. Wir werden versuchen, uns dort als Verein gut zu präsentieren und wollen alle Eindrücke mitnehmen. Danach kommt natürlich noch ein persönliches Highlight für mich – wenn ich nominiert werden sollte. Vor zwei Jahren durfte ich schon ein Mal mit dabei sein, das war ein Riesenerlebnis. Wir haben eine gute Truppe zusammen und ich habe ein gutes Gefühl, dass wir dort etwas holen können. Da freue ich mich sehr drauf!

(sj/City-Press)

Profis, 18.04.2019
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