Bild: citypress

"Das sollten wir unbedingt so beibehalten!"

Valentino Lazaro spricht im Interview über positive Teamentwicklungen, die kommende USA-Reise der Herthaner und das Spiel in Freiburg.

Berlin – Nur 90 Pflichtspielminuten verpasste Valentino Lazaro in der laufenden Saison. Es ist keine allzu verwegene Theorie, dass der Österreicher ohne seine Gelbsperre in Mönchengladbach wohl noch keine Sekunde der Saison verpasst hätte. Der Flügelspieler weiß dabei sowohl als Rechtsverteidiger als auch in offensiverer Rolle konstant zu überzeugen. So war der 22-Jährige auch beim Heimsieg gegen Mainz maßgeblich am Mannschaftserfolg beteiligt, als er zuerst die Ecke erarbeitete, die zum Ausgleich führte, ehe er Niklas Starks Siegtor mustergültig vorbereitete. Im Gespräch mit herthabsc.de spricht Lazaro über positive Entwicklungen bei den Blau-Weißen, den starken Teamgeist und das Gastspiel beim Sport-Club Freiburg am Samstag (09.03.19, 15:30 Uhr).

herthabsc.de: Tino, beim Spiel gegen Mainz hat die Mannschaft nach dem Schock des schnellen Rückstands im zweiten Durchgang eine starke Reaktion gezeigt und das Spiel innerhalb von 14 Minuten gedreht. Durch diese Energieleistung habt ihr jetzt bereits beinahe so viel Punkte nach Rückständen gesammelt (10) wie in der gesamten Vorsaison (12). Siehst du in solchen Zahlen einen Ausdruck des gewachsenen Selbstvertrauens des Teams?
Lazaro: Auf jeden Fall, das spürt man auch auf dem Feld. Im letzten Jahr fiel es uns schwerer, nach Gegentoren zurückzukommen, in dieser Spielzeit haben wir nach Rückschlägen öfter noch Partien gedreht. Das fing schon im allerersten Pflichtspiel in Braunschweig an, wo wir nach dem Ausgleich direkt zurückgeschlagen haben und so letztlich weitergekommen sind. Vielleicht war das so eine Art Startschuss, der uns gezeigt hat, dass es eben auch so geht (grinst).

herthabsc.de: Erfolgserlebnisse schweißen natürlich zusammen. Es fällt als Beobachter immer wieder auf, dass bei euch ein sehr guter Teamgeist vorherrscht…
Lazaro: … der Zusammenhalt ist genau das, was uns stark macht! Man sieht den auch immer besser auf dem Platz, gerade wenn Spieler neu in die erste Elf rutschen. Es ist dem Mannschaftsgeist und dem Trainerstab geschuldet, dass sich jeder von uns so gut einfügen kann. Das sollten wir bis zum Saisonende unbedingt so beibehalten!

Gesagt...

"Freiburg war immer ein unangenehmer Gegner. Wir müssen dem SCF unseren Fußball aufzwingen, um drei Punkte zu holen!"

Valentino Lazaro

herthabsc.de: Journalisten und Fans schätzen dich für deine klaren, präzisen Analysen im direkten Anschluss an die Spiele. Sprichst du Dinge, die noch optimiert werden können, auch intern so klar an?
Lazaro: Ich wurde fußballerisch so geprägt, jedes einzelne Spiel ganz genau für mich zu analysieren, um mich anschließend verbessern zu können. Und ich finde es gut und wichtig, das auch innerhalb der Mannschaft zu machen. Sich gegenseitig klare Rückmeldungen zu geben, wenn mal etwas nicht gepasst hat, sich das bewusst zu machen, um dann anschließend gemeinsam daran arbeiten zu können - das ist sehr wichtig!

herthabsc.de: Zehn Bundesliga-Spiele stehen in der laufenden Saison noch aus. 30 Punkte sind noch zu vergeben - mit welchem Ansatz geht ihr in die restlichen Saisonspiele?
Lazaro: Wir konzentrieren uns immer auf das nächste Spiel und sind gut damit beraten, wenn wir jetzt nicht anfangen über die Platzierung am Saisonende zu sprechen. Jetzt haben wir Freiburg vor der Brust und hoffen natürlich, dass wir in diesem Spiel auch drei Punkte einfahren können. Ich habe es immer gesagt, dass wir das Potenzial haben, die internationalen Plätze zu erreichen.

Ball am Fuß, Mitspieler im Blick: Valentino Lazaro zählt zu den Leistungsträgern der Dárdai-Elf.

herthabsc.de: Du hast bisher dreimal mit der Fahne auf der Brust gegen den Sport-Club gespielt, dreimal hieß es am Ende Unentschieden. Was macht Partien gegen Freiburg aus, und wie müsst ihr die Partie am Samstag angehen, damit du mit deinen Teamkollegen diesmal einen Sieg bejubeln kannst?
Lazaro:
Wir sollten dort mit dem Selbstbewusstsein, das wir uns gegen Mainz geholt haben, auftreten. Wir müssen offensiv spielen und aktiv sein, dem Gegner unseren Fußball aufzwingen und dürfen Freiburg nicht zu viel spielen lassen. Wir haben etwas mehr spielerische Qualität, aber der SCF war immer ein sehr unangenehmer Gegner, gegen den es nie einfach war. Sie haben eine starke Mannschaft und offensiv einige Spieler, die vor dem gegnerischen Tor eiskalt sind. Wir müssen all unsere Qualität auf den Platz bringen und werden 110 Prozent brauchen, um drei Punkte zu holen!

herthabsc.de: Wir wagen noch einen kleinen Ausblick auf den Sommer: Im Anschluss an die laufende Spielzeit reist Hertha BSC in die USA und plant, dort zwei Testspiele zu absolvieren. Du bist ein großer USA-Fan und hast auch schon mehrere Urlaube dort verbracht – wie groß ist die Vorfreude bei dir schon?
Lazaro: Wir haben als Mannschaft schon darüber geredet. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, die USA sind einfach genau meins. Ich habe drüben auch sehr viele enge Freunde, da wird es eine schöne Sache, dort auch einmal mit meinem Arbeitgeber aufzutauchen (lacht). Wenn es möglich ist, werde ich anschließend auch noch ein wenig in den Staaten bleiben!

(kk/City-Press)

Profis, 06.03.2019
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