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"Sobald man auf dem Platz steht, kann alles passieren"

Rune Jarstein über das anstehende Auswärtsspiel in Dortmund am Samstag (26.08.17), seine Zeit bei Hertha BSC und die folgenden Länderspielreisen.

Berlin - Es läuft die 88. Minute im Spiel zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund. Der Hauptstadtclub liegt mit 2:1 in Führung. Dortmunds Dembelé schlägt einen Eckball in den Straffraum der Berliner, doch Rune Almenning Jarstein macht sich lang und pflückt den Ball sicher aus der Luft. Das Stadion feiert die exzellente Strafraumbeherrschung des Norwegers wie ein Tor. Minuten später pfeift Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie ab, die drei Punkte bleiben in der Hauptstadt. Herthas Nummer Eins hatte so einigen Anteil daran: sicher auf der Linie, konsequent beim Herauskommen, temporeich im Spielaufbau.

Vor dem anstehenden Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstag (26.08.17) blickt Jarstein auf die vergangenen Duelle mit dem BVB zurück, verrät sein Wunschlos für die Europa League und spricht über seine Ziele mit der Nationalmannschaft.

herthabsc.de: Rune, als ihr Torhüter beim Heimspiel gegen Stuttgart zum Warmlaufen auf den Rasen kamt, schallte ein neues Lied durchs Olympiastadion. Was hat es damit auf sich?
Rune Jarstein: Den Song habe ich ausgesucht. Wenn wir Keeper auflaufen, ertönt 'Honey' von 070 Shake. Diesen Song habe ich vor zwei Monaten zum ersten Mal gehört und seitdem immer wieder. Durch das viele Hören zählt er mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsliedern. Aber es ist jetzt nicht so, dass der Song mich besonders motivieren muss - an Motivation mangelt es mir nicht (lacht).

herthabsc.de: In beiden Pflichtspielen bist du ohne Gegentor geblieben. Am Samstag wartet die Spitzenmannschaft Dortmund. Wie bereitest du dich auf so ein Topteam vor, auch im Vergleich zu dem Pokalspiel gegen Drittligist Hansa Rostock?
Jarstein:
Im Grunde mache ich da keinen großen Unterschied. Ich informiere mich aber darüber, wie der Gegner seine Standards ausführt oder ob bestimmte Spieler eine besondere Art zu schießen haben, auf die man sich speziell vorbereiten kann. Mein Ziel ist es, immer top vorbereitet in ein Spiel zu gehen, egal wer der Gegner ist. Aber sobald man auf dem Platz steht, kann alles passieren.

GESAGT...

"Wenn wir Losglück haben, könnten wir auf meinen Ex-Verein Rosenborg BK treffen."

Rune Jarstein

herthabsc.de: In den vergangenen Aufeinandertreffen mit den Borussen ging es immer heiß her, mit Pierre-Emerick Aubameyang hast du dir immer Privatduelle geliefert. Wie sehr freust du dich auf die Partie beziehungsweise ein Wiedersehen mit Dortmunds Torjäger?
Jarstein: Für uns war der 2:1-Heimsieg ein sehr wichtiges Spiel, das wir am Ende verdient gewonnen haben. Aber ich denke nicht mehr so viel an diese Partie, auch nicht an Aubameyang. Er ist sicherlich einer der besten Stürmer der Liga, gegen den ich sehr gerne spiele, weil er für einen Torhüter ein guter Gradmesser ist. Das Stadion in Dortmund ist eines der schönsten der Liga, deswegen sind Spiele dort immer besonders.

herthabsc.de: Mit Hertha BSC gehst du jetzt in deine vierte komplette Spielzeit. Was hat sich in deinen dreieinhalb Jahren in der Hauptstadt verändert?
Jarstein:
Für mich persönlich: einiges. In meinen ersten eineinhalb Jahren habe ich nur zwei Spiele gemacht, danach habe ich dann fast alle Partien absolviert. Das ist natürlich schöner, als auf der Bank zu sitzen. In dieser Zeit hat sich der Verein aber auch stark entwickelt. Zu meiner Anfangszeit hatten wir noch einen anderen Chef - sowie andere Fitnesstrainer. Und auch die Kabine ist neu (lacht). Außerdem haben wir damals in anderen Tabellenregionen gespielt.

herthabsc.de: Diese Spielzeit treten wir auch wieder auf europäischer Bühne an! Am Freitag findet in Monaco die Auslosung zur Gruppenphase der UEFA Europa League statt. Hast du einen Wunschgegner?
Jarstein: Wenn wir ein wenig Losglück haben, könnten wir auf meinen Ex-Verein Rosenborg BK treffen, was Per Skjelbred und mich sehr freuen würde. Ich habe Rosneborgs 1:0-Hinspielsieg bei Ajax Amsterdam in der Qualifikation gesehen, da war der Club richtig gut. Mit zwei Spielern aus dem Club bin ich noch regelmäßig in Kontakt - auch einige andere kenne ich noch. Und falls es nicht mit einem Team aus Norwegen klappt, wäre ein großer Club aus der Premier League sicherlich ein Highlight.

herthabsc.de: Nach dem Spiel gegen Dortmund geht es für dich auf Länderspielreise, zunächst triffst du mit Norwegen auf Aserbaidschan, drei Tage später auf Deutschland. Die Qualifikation für die WM 2018 in Russland ist wohl kaum noch zu schaffen. Mit welcher Einstellung gehst du in die beiden Qualifikationsspiele?
Jarstein:
Sich für die WM 2018 zu qualifizieren, wird kaum mehr möglich sein, aber wir gehen alle trotzdem extrem motiviert in die Partien. Seit Februar haben wir einen neuen Trainer (Lars Lagerbäck, Anm. d. Red.), unter dem wir im letzten Qualifikationsspiel gegen Tschechien schon sehr gut ausgesehen haben. Das ganze Team muss sich noch ein bisschen besser kennenlernen, aber wir denken auch über 2018 hinaus. 2020 findet ja bekanntlich eine Europameisterschaft statt.

(np/City-Press)

Profis, 05.11.2018
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