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"Ich hasse es, zu verlieren!"

Valentino Lazaro spricht bei herthabsc.de über den Saisonendspurt, seine Entwicklung in Berlin und das Gastspiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag (21.04.18).

Berlin – Noch vier Spiele, dann ist die Saison 2017/18 Vergangenheit für Hertha BSC. Weder nach oben, noch nach unten wird mehr so richtig viel passieren – wenn auch außer Frage steht, dass die Mannschaft von Pál Dárdai so viele Punkte wie möglich holen möchte. Einer, der dabei mithelfen möchte, ist Valentino Lazaro. Der Österreicher, der im vergangenen Sommer aus Salzburg an die Spree gewechselt ist, überzeugte bei den Blau-Weißen auf Anhieb. "Tino ist ein Gewinnertyp. Wir sind froh, dass wir ihn haben", lobt ihn Pál Dárdai, für den feststeht, dass dem 22-Jährigen die Zukunft in Berlin gehört. Über das Kompliment des Trainers, ein vorgezogenes Fazit und das Gastspiel bei Eintracht Frankfurt hat herthabsc.de mit Lazaro gesprochen.

herthabsc.de: Valentino, bist du ein Gewinnertyp? Das sagt zumindest Pál Dárdai…
Lazaro: (schmunzelt) … davon habe ich nicht direkt gehört, aber ein Mitspieler hat mir gesagt, dass der Trainer mich gelobt hat. Darüber freue ich mich, aber ich muss diesen Eindruck auch immer wieder bestätigen. Sonst bringt es mir in der Woche darauf auch nichts. Ob ich jetzt direkt ein Gewinnertyp bin, weiß ich nicht. Ich hasse es auf jeden Fall zu verlieren. Vielleicht habe ich schon eine gewisse Siegermentalität entwickelt. Die möchte ich auf dem Platz zeigen, indem ich um jeden Ball kämpfe, sprinte, Vorlagen gebe und Tore schieße. Dafür lebe ich.   

herthabsc.de: Gegen Köln hast du in der zweiten Halbzeit als Rechtsverteidiger gespielt. Dort und auf der linken defensiven und offensiven Außenbahn hast du bereits bei deinem Ex-Club Salzburg ausgeholfen. Bei den Blau-Weißen hast du auch schon im zentralen offensiven Mittelfeld gespielt. Gibt es eine Position, auf der du dich am wohlsten fühlst?
Lazaro: Ich sehe mich am ehesten im offensiven Zentrum oder auf den offensiven Flügeln. Die Zehn ist so etwas wie eine Wunschposition, schon als kleiner Junge habe ich da gerne gespielt. Aber auch auf den offensiven Außenbahnen fühle ich mich wohl. Natürlich ist es kein Problem für mich, dann auch hinten mal auszuhelfen, wenn der Trainer mich dort braucht. Ich kann die Aufgabe als Außenverteidiger schließlich auch offensiver interpretieren (lacht).

Voller Fokus: Valentino Lazaro hat den Ball immer fest im Blick.

herthabsc.de: Seit Ende des vergangenen Jahres ist Franco Foda Trainer der österreichischen Nationalmannschaft. Unter ihm gewann der ÖFB, der die Weltmeisterschaft 2018 verpassen wird, beide Spiele. Wie siehst du deine Rolle in der Auswahl?
Lazaro: Ich habe vom neuen Trainer einen richtig guten Eindruck. Er ist gut bei uns angekommen, erreicht die Mannschaft mit seiner Ansprache und leitet ein gutes, intensives Training. Die ersten drei Testspiele haben wir auch gewonnen. Vor der WM spielen wir noch gegen Russland, Brasilien und Deutschland. Duelle gegen den Rekord-Champion und an amtierenden Titelträger – das geht sicher schlechter. Hoffentlich treffe ich dann auch auf Marvin Plattenhardt. Ich stehe jetzt bei 13 Länderspielen. Für mich persönlich geht es darum, mein Standing weiter zu verbessern. Ich glaube, dass der Wechsel nach Deutschland und die Leistungen bei Hertha mir dabei schon geholfen haben.

herthabsc.de: Deine erste Saison bei Hertha BSC neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet dein – etwas vorgezogenes – Fazit?
Lazaro: Ich bin sehr, sehr glücklich bei Hertha BSC und in Berlin. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. In den ersten Monaten habe ich viel Selbstvertrauen getankt und habe jetzt definitiv Bock auf mehr. Denn besser geht es immer: Ich stehe jetzt bei zwei Toren und fünf Vorlagen, diese Bilanz möchte ich verbessern. Mir wird es sicher helfen, dass ich im nächsten Sommer die Vorbereitung von Anfang an mit absolviere und das Team und die Abläufe kenne.

herthabsc.de: Am Samstag (21.04.18) spielt der Hauptstadtclub bei Eintracht Frankfurt, Pokalhalbfinalist und mittendrin im Kampf um den Europapokal. Welche Chancen rechnet ihr euch bei den Hessen aus?
Lazaro: Frankfurt spielt eine sehr, sehr gute Saison. Ich glaube, dass die Eintracht aktuell die beste Saison seit 26 Jahren spielt. Die Frankfurter haben einen guten Trainer und eine große Qualität in der Mannschaft. Niko Kovac kenne ich noch aus Salzburger Zeiten, da hat er mich trainiert. Aber gerade scheint es so, dass es in Frankfurt durch den Trainerwechsel ein wenig ins Wackeln gekommen ist. Das wollen wir natürlich ausnutzen, um möglichst drei Punkte mitzunehmen.

herthabsc.de: Nach dem Sieg gegen Köln steht ihr vier Spieltage vor Schluss mit 39 Punkten auf Rang 9. Was ist in dieser Saison noch drin?
Lazaro: Die internationalen Plätze noch in dieser Saison anzugreifen, könnte sehr schwierig werden (schmunzelt). Auch wenn wir großes Potenzial in der Mannschaft haben, haben wir zu viele Punkte liegen gelassen. Nach unten dürfte nichts mehr anbrennen. Wir müssen jetzt nicht über eine konkrete Punktvorgabe reden, aber wir gehen in jede Partie, um sie zu gewinnen. Das ist eine Floskel, aber sie trifft nun einmal zu.

(fw/City-Press)

Profis, 05.11.2018
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