Bild: cp

"Die Mannschaft war für mich da"

Salomon Kalou spricht im Interview über seine Rolle in der Nationalmannschaft, seinen schwierigen Saisonstart und das anstehende Spiel beim FC Augsburg am Samstag (19.11.16).

Berlin – Es gibt Spiele, bei denen sind Tore vorprogrammiert – viele Tore. Dann gibt es widerum Spiele, die von taktischen Spielereien gesprägt sind und bei denen oft ein Treffer allein das Spiel entscheidet. Wenn Hertha BSC auf den FC Augsburg trifft, dann fällt diese Begegnung eindeutig in die letzte Kategorie – zumindest fiel sie dies bisher. In den zurückliegenden sechs Pflichtspielen der beiden Konkurrenten fielen gerade mal drei Treffer – drei Duelle endeten torlos. In der vergangegen Saison endetete das Duell in der Hauptstadt 0:0, die Partie in Augsburg entschied Salomon Kalou mit seinem goldenen Tor für Hertha. herthabsc.de hat vor der Partie am Samstag (19.11.16) um 15.30 Uhr beim FC Augsburg mit dem einstigen Torschützen geredet – über die Spiele in der gerade beendeten Länderspielpause, seine Rolle in der Nationalmannschaft und seinen persönlichen Saisonstart.

herthabsc.de: Salomon, 0:0 in der WM-Quali gegen Marokko und 0:0 im Testspiel in Frankreich. Wie bewertest du die beiden Spiele?
Salomon Kalou: Das Spiel gegen Marokko war ein sehr wichtiges für uns. Wir sind zufrieden mit dem einen Punkt – unsere Chancen für die WM 2018 sind damit nicht schlecht. Gegen die Franzosen zu spielen ist immer etwas Besonderes, da die Elfenbeinküste ja einmal eine französische Kolonie war. Frankreich ist eine große Fußballnation. Das 0:0 zeigt, dass wir uns weiterentwickelt haben – vor allem in unserer Spielweise. Gegen europäische Mannschaften zu spielen fordert immer sehr viel an Disziplin und Konzentration.

herthabsc.de: Ist die WM 2018 noch einmal ein großer Traum für dich?
Kalou: Ja, es wäre meine letzte WM. Deswegen ist es ein sehr großer Traum für mich, da noch einmal mitzuspielen. Es ist ein Wettbewerb auf internationaler Ebene und ich wäre stolz, mit meiner Mannschaft anzutreten. Wir haben viele junge Spieler, Selbstvertrauen und Disziplin im Team. Ich sehe sehr viel Potential bei uns.

Kalou jubelt nach seinen drei Toren gegen Gladbach mit dem Team.

herthabsc.de: Auch bei Hertha BSC gehörst du zu den Spielern mit der größten Erfahrung. Sind die Rollen bei der Nationalelf und beim Hauptstadtclub zu vergleichen?
Kalou: Bei Hertha spiele ich meistens im Sturm als Linksaußen, oft als Sturmpartner von Vedad Ibisevic, aber auch mal im linken Mittelfeld. Im Vergleich zur ivorischen Nationalmannschaft ist die Denkweise und der Aufbau hier in Berlin sehr viel offensiver ausgerichtet. Das sind zwei unterschiedliche Spielweisen, aber ich komme mit beiden bestens zurecht. Bei Hertha fühle ich mich richtig wohl. In dieser Saison haben wir neue und auch junge Spieler dazu bekommen und ich freue mich, wenn ich ihnen zur Seite stehen und auch mal etwas zeigen kann, da ich ja schon länger hier bin.

herthabsc.de: Nach einem schweren Saisonstart hast du dich mit drei Treffern gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Spieltag zurückgemeldet. Mit etwas Abstand: Fühlen sich die Treffer immer noch wie eine Befreiung an?
Kalou: Ja, die drei Tore waren eine große Befreiung für mich. Ich hatte einen schwierigen Beginn und dann kamen auch noch persönliche Probleme dazu. Aber die Mannschaft hat mich aufgebaut und war für mich da, das hat mir sehr geholfen. Deswegen macht es mich sehr glücklich, dass ich meinem Team gegen Gladbach zum Sieg verhelfen konnte.

GESAGT...

"Wir sind schon seit einigen Monaten in der Tabelle oben dabei. Das zeigt, dass wir konstant in unserer Leistung sind, auch wenn mal jemand ausfällt."

Salomon Kalou über Weiterentwicklung des Teams.

herthabsc.de: Du hast fast 90 Länderspiele gespielt, bist damit der erfahrenste Mann im aktuellen Aufgebot deiner Nationalelf. Welche Aufgabe übernimmst du im Team der Elfenbeinküste?
Kalou: Ich spiele schon seit 2008 für die Nationalelf, es ist eine Ehre für mich, dass ich schon so oft für mein Land spielen durfte. Außerdem kann ich meine Erfahrung mit den anderen im Team zu teilen. Ich kann den Jüngeren Ratschläge geben und für manche auch ein Vorbild sein – darauf bin ich stolz. Gegen Marokko habe ich im linken Mittelfeld gespielt. Ich mag die offensivere Position im Sturm zwar ein bisschen lieber, weil ich da näher am Tor bin, aber eigentlich ist es auch gut, wenn man variabel ist und auf mehreren Positionen spielen kann.

herthabsc.de: 20 Punkte aus zehn Spielen. Hertha BSC spielt wie im Vorjahr eine starke Hinrunde. Was sind die Gründe dafür?
Kalou:
Wir haben schon in der letzten Saison gezeigt, dass wir guten Fußball spielen und bei den 'großen' Mannschaften mithalten können. Aus der Rückrunde haben wir die richtigen Schlüsse gezogen. Dadurch haben wir an uns gearbeitet und mehr Selbstvertrauen bekommen. Wir sind schon seit einigen Monaten in der Tabelle oben dabei. Das zeigt, dass wir konstant in unserer Leistung sind, auch wenn wir in den letzten Spielen einige Ausfälle zu beklagen hatten und aufgrund der Länderspiele einige Spieler auch mal müde waren. Wir haben viele gute Spieler, die sich weiterentwickelt haben und auf einem sehr hohen Niveau Fußball spielen.

herthabsc.de: Jetzt kommt die Auswärtspartie in Augsburg. In der vergangegen Saison gab es in beiden Begegnungen zusammen nur ein Tor – von dir. Wie viele Tore wird es diesmal geben?
Kalou: Augsburg ist ein schwieriger Gegner. Die Mannschaft gibt immer alles. Es wird also ein schweres Spiel für uns. Die letzten Duelle haben immer knappe Ergebnisse mit sich gebracht. Wir sind aber gut vorbereitet, vielleicht schaffen wir dieses Mal ja auch ein 2:0 (lacht).

(HerthaBSC/City-Press)

Profis, 05.11.2018
Newsletter
Werbung