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Bruno Labbadias erster Auftritt im Olympiastadion

Am Freitag (22.05.20, 20:30 Uhr) steht das erste Heimspiel von Bruno Labbadia als Cheftrainer der 'Alten Dame' an. Auf seinen ersten Besuch als Profifußballer vor fast 36 Jahren blickt herthabsc.de zurück.

Berlin - Nach der Premiere ist vor der Premiere. Bruno Labbadia feierte als neuer Cheftrainer von Hertha BSC am Samstag (16.05.20) beim 3:0-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim einen Einstand nach Maß. Nun steht am Freitag (22.05.20, 20:30 Uhr) das Berliner Stadtderby zwischen den Blau-Weißen und dem 1. FC Union an. Ein Spiel von großer Bedeutung, das aufgrund der Umstände leider ohne Zuschauer auskommen muss. Nach seinem Debüt in Sinsheim steht Bruno Labbadia vor seiner nächsten Premiere: Das erste Heimspiel als Coach des Hauptstadtclubs. "Ich hätte gerne andere Gegebenheiten, es ist natürlich schade, dass das erste Heimspiel von mir als Trainer ohne Publikum stattfindet", verrät Labbadia vor der anstehenden Begegnung. herthabsc.de wagt eine Zeitreise zum ersten Besuch von Bruno Labbadia als Profifußballer im Olympiastadion vor fast 36 Jahren.

Im November 1984 empfing Hertha BSC den SV Darmstadt am 16. Spieltag der Zweitliga-Saison 1984/85. Ein Samstagnachmittag mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und leichten Regenschauern. Die Elf von der Spree zeigte sich zu Saisonbeginn in bestechender Form und stand vor der Begegnung auf dem vierten Platz, nur knapp hinter den Aufstiegsrängen. Die Darmstädter dagegen reisten als Tabellen-13. an – und mit dem erst 18-jährigen Bruno Labbadia, der rund fünf Jahre zuvor selbst noch auf der Tribüne im Olympiastadion stand. Bei einem Besuch bei seiner Schwester, die zu dem Zeitpunkt in Berlin lebte, schaute der Fußballfan auch bei Hertha BSC vorbei und erinnert sich 30 Jahre später an einen internationalen Leistungsvergleich mehrerer Mannschaften in der Hauptstadt. "Damals war es nicht so, dass man jede Woche ins Stadion gehen konnte, weil man es sich nicht leisten konnte. Deswegen ist das im Gedächtnis geblieben", verrät Labbadia.

Bruno Labbadia feierte mit dem 3:0-Erfolg über die TSG Hoffenheim einen Einstand nach Maß.

Drei Pokalendspiele im Berliner Olympiastadion

Etwa fünf Jahre später stand der gebürtige Darmstädter selbst im Olympiastadion auf dem Rasen. "Ein außergewöhnliches Stadion mit einer besonderen Wirkung, das einen auch magisch anzieht", wie der 54-Jährige es beschreibt. Der 1,78 Meter große Angreifer feierte damals zu Saisonbeginn sein Profidebüt. Ihm gelang gleich in seinem ersten Einsatz sein erstes Tor – 17 Minuten nach seiner Einwechslung. In der Woche darauf war er erneut als Joker erfolgreich. Im ersten Duell mit Hertha BSC blieb der Stürmer jedoch glücklos. Das lag vor allem an der blau-weißen Dominanz. Die Berliner kontrollierten vor den Augen von 7.521 Zuschauern das Spiel und drängten besonders in der zweiten Hälfte auf den Führungstreffer. Doch auf dem glatten und gefrorenen Untergrund taten sich alle Akteure schwer. Die Hauptstädter münzten ihre Spielkontrolle nicht in Tore um, allein Stürmer Gregor Grillemeier vergab vier Großchancen. Auf der Gegenseite wurde der junge Labbadia nach 64 Minuten ausgewechselt. Der für ihn ins Spiel gekommene Uwe Kuhl scheiterte nur wenige Sekunden vor dem Abpfiff am stark parierenden Torwart Andreas Köpke. Die Partie endete mit einem torlosen Remis – und blieb nicht der letzte Arbeitstag von Labbadia im Olympiastadion. 

Als Spieler trat er insgesamt fünf Mal auswärts bei Hertha BSC an. Drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage stehen auf Labbadias Konto. Darüber hinaus feierte der Torjäger 1990 im Olympiastadion den Gewinn des DFB-Pokals mit dem 1. FC Kaiserslautern. Der damals 24-Jährige war mit einem Doppelpack im Endspiel maßgeblich am Erfolg beteiligt. "So ein Sieg bleibt einem in Erinnerung", sagt Bruno Labbadia fast auf den Tag genau 30 Jahre später. Als Gäste-Trainer traf er insgesamt sechs Mal in der Hauptstadt auf die 'Alte Dame'. Zwei Siege und ein Unentschieden holte der Übungsleiter, drei Mal musste er sich gegen die Herthaner geschlagen geben. Zudem erreichte der Coach 2009 mit Bayer 04 Leverkusen sowie 2013 mit dem VfB Stuttgart das Endspiel des DFB-Pokals in Berlin. Das Stadtderby am Freitag gegen den 1. FC Union hätte wohl eine ähnliche Stimmung wie ein Pokalfinale erzeugt. "Es ist eine ganz andere Situation, als wir sie normalerweise hätten. Es wird ein intensives Spiel, aber wir freuen uns auch darauf", erklärt Bruno Labbadia vor dem Derby gegen den Nachbarn.

(pm/imago,Witters)

Profis, 22.05.2020
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