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"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort"

Sebastian Langkamp spricht im Interview über die Jahre bei Hertha BSC, Kopfverletzungen und seinen neuen Arbeitgeber Werder Bremen, mit dem er Samstag (16.02.19, 18:30 Uhr) im Olympiastadion gastiert.

Berlin – Fast fünf Jahre lang hielt Sebastian Langkamp seine Knochen für den Hauptstadtclub hin. Mit gutem Stellungsspiel und einer konsequenten Zweikampfführung war der Innenverteidiger fast fünf Jahre eine Konstante, auf die sich Trainer, Mitspieler und Fans stets verlassen konnten. Zwischen Sommer 2013 und Januar 2018 bestritt der 31-Jährige 121 Pflichtspiele für die Blau-Weißen. Auch abseits des Platzes kam Langkamp mit seiner bescheidenen, reflektierten und humorvollen Art gut an. "Ich werde viele bekannte Gesichter wiedersehen! Die Zeit in Berlin hat mich geprägt und deshalb blicke ich gerne zurück", sagt der 1,91 Meter große Defensivspezialist vor der Partie. Im Interview mit herthabsc.de spricht der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler über besondere seine Zeit als Herthaner, seine Rückkehr ins Olympiastadion und seinen neuen Arbeitgeber.

herthabsc.de: Basti, Ende Januar hast du dir im Spiel gegen Frankfurt eine Kopfverletzung zugezogen. Mal wieder muss man inzwischen sagen. Schon als Blau-Weißer gab es Partien, in denen deine Stirn, Nase oder Augenhöhlen etwas abbekommen haben. Zählst du eigentlich noch mit, wie oft es dich am Kopf erwischt hat?
Langkamp: Ich zähle die verlorenen Gehirnzellen mit, die ich durch die Unfälle mittlerweile verloren habe, und versuche sie durch Lesen von Büchern und Zeitungen zurückzuholen (lacht). Bleibende Schäden sind bisher zum Glück keine geblieben (lacht).

herthabsc.de: Trotz der Verletzung hast du deinen Platz in der Bremer Abwehrkette behauptet, den du Ende des vergangenen Jahres erobert hast. Würdest du zustimmen, dass du nach rund einem Jahr komplett angekommen bist bei Werder Bremen?
Langkamp: Ich freue mich, meinen Teil zum Mannschaftserfolg beizutragen. Das impliziert momentan die eigene Leistung auf dem Platz, aber durch mein Alter und meine Erfahrung sehe ich mich auch außerhalb des Platzes in der Verantwortung, um mich nicht nur über Startelfeinsätze zu definieren...

Herzliche Begrüßung vor dem Hinspiel: Salomon Kalou und Sebastian Langkamp, der im September allerdings nicht zum Einsatz kam.

herthabsc.de:  Am Samstag kehrst du mit deinem neuen Arbeitgeber das erste Mal als Gast ins Olympiastadion zurück. Es klingt beinahe etwas abgedroschen, aber spürst du eine besondere Anspannung oder Vorfreude?
Langkamp: Ich werde viele bekannte Gesichter wiedersehen! Die Zeit in Berlin hat mich geprägt und ich blicke deshalb gerne zurück. Ich freue mich!

herthabsc.de: Fast fünf Jahre warst du Herthaner, hast mit dem Hauptstadtclub einiges erlebt und dich dabei immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Mit welchen alten Kollegen hast du noch Kontakt, auf wen oder was freust du dich?
Langkamp: Es gibt den einen oder anderen aus der Truppe, mit dem ich natürlich einige Jahre zusammen gespielt habe. Aber genauso gibt es außerhalb des Platzes, sei es im Verein oder in der Stadt, Menschen, die mir als Freunde bleiben.

herthabsc.de: Verfolgst du die 'Alte Dame' noch besonders intensiv?
Langkamp: Logisch! Vorausgesetzt die Zeit lässt es zu und ich habe nicht meinen 'fussballfreien' Tag (grinst). Ich freue mich, wenn Hertha gewinnt und drücke dem Verein - außer in zwei Spielen der Saison - die Daumen.

herthabsc.de: Zwischen Hertha BSC und den Bremern liegt in der Tabelle nur ein Zähler, beide Teams haben Anschluss an die vorderen Plätze. Ist das Duell für dich wegweisend?
Langkamp: Beide Teams haben die Möglichkeit, in dieser Saison weiter oben anzuklopfen. Spiele gegen direkte Mitkonkurrenten sind da natürlich richtungsweisend. Aber auch nach der Partie steigen noch elf Spieltage.

herthabsc.de: Zum Abschluss eine Frage fernab des Sports: Vermisst du das Leben in Berlin?
Langkamp: Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Berlin war in meiner damaligen Lebensphase ein Glücksgriff - auch privat. Kulturell und kulinarisch habe ich versucht so viel wie möglich mitzunehmen! Da ich ein Kind vom Dorf bin und dörflicher aufgewachsen bin, fühle ich mich im etwas kleineren Bremen aber auch sehr wohl!

(fw/dpa,City-Press)

Profis, 14.02.2019
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