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Nicht selbstverständlich, aber enorm wichtig

Gegen den FC Augsburg setzte Hertha BSC mit dem 2:0-Sieg einen erfolgreichen Schlusspunkt der Englischen Woche und erobert Rang fünf.

Berlin – Es ging dem Ende der ersten Halbzeit zu, als Referee Tobias Stieler ein Foul in der Hälfte der Gastgeber ahndete und anschließend rückwärts auf Valentin Stocker zulief. Mit einer schnellen Körpertäuschung entging der Schweizer einem direkten Zusammenstoß mit dem Offiziellen. Wer diese, für den Spielverlauf komplett unwichtige Szene bemerkte, der wusste: Hertha BSC hatte an diesem Nachmittag alles unter Kontrolle – und richtig Bock. Salomon Kalous Brustablage zum Doppelpass mit Vedad Ibisevic oder John Anthony Brooks gezielter 40-Meter-Ball; gerade in den ersten 45 Minuten waren die Ballaktionen der Berliner von Spielfreude begleitet. "Die Jungs haben guten Ballbesitz gehabt und sind mit dem Ball am Fuß geduldig geblieben. Der Ballführende hatte immer zwei, drei Anspielstationen", lobte Pál Dárdai.

Das 1:0 in der 12. Minute entstand trotz der Überlegenheit dann aber doch unplanmäßig. Zumindest für Vorlagengeber Stocker: "Ich wollte eigentlich mit rechts aufs Tor schießen, jeder kennt meine rechte Klebe. Aber dann kam der Ball zum Glück zu Jay", sagte der 27-Jährige mit einer Portion Selbstironie. In der 37. Minute krönte der Offensivspieler mit seinem Treffer nach überragender Vorarbeit von Ibisevic und Kalou eine starke erste Hälfte der Berliner, die aufgrund der anderen Ergebnisse dieses 28. Spieltags unter Druck standen. "Es war wichtig zu gewinnen. Wir möchten gerne in der Europa League spielen, da müssen wir Spiele wie diese einfach gewinnen", so Stocker, der mit Tor und Vorlage der ersten Hälfte seinen Stempel aufdrückte.

Eine gute Mannschaftsleistung

Die zweiten 45 Minuten hatten aber nicht mehr ganz so viel zu bieten. "In der zweiten Hälfte war das Spiel ein bisschen zäh", befand Sebastian Langkamp, der mit seinen Mitspielern den Zwei-Tore-Vorsprung diszipliniert verteidigte. Keinen einzigen Schuss brachten die Augsburger im gesamten Spielverlauf auf das Gehäuse von Rune Jarstein. Das registrierte auch Coach Dárdai: "Die Mannschaft hat zusammen verteidigt und zusammen Fußball gespielt. Das war der Schlüssel." In der Vorwärtsbewegung ließ Hertha seine Chancen dafür aber liegen. Rückkehrer Marvin Plattenhardt mit seinen direkten Freistößen und Ibisevic in einer Vier-zu-Drei-Überzahlsituation konnten das Ergebnis nicht weiter nach oben schrauben. Auch Alexander Esswein, der kurz vor Schluss zu seinem 150. Bundesliga-Einsatz kam, änderte am Endergebnis nichts mehr.

Gesagt...

"Nach drei Niederlagen war so eine Leistung nicht selbstverständlich."

Pál Dárdai

Die Leistung seiner Schützlinge nötigte Dardai nach Abpfiff aber trotzdem größten Respekt ab: "Glückwunsch an die Mannschaft. Das war für mich eine Riesensache. Nach drei Niederlagen war so eine Leistung nicht selbstverständlich." Mit einem guten Gefühl geht der Hauptstadtclub nun in die entscheidenden Wochen. Am kommenden Samstag (15.04.17) führen diese die Blau-Weißen zum FSV Mainz 05, der nach der fünften Niederlage in Folge mitten im Abstiegskampf steckt. "Ein schwieriger Gegner", mahnt Kapitän Ibisevic und fordert trotzdem den Auswärtdreier seines Teams ein: "Wenn wir unsere Ziele verwirklichen wollen, müssen wir da einen Sieg mitnehmen."

Selbstbewusst nach Mainz

Das Ziel der am Mittwoch beginnenden Vorbereitung ist klar. "Wir hatten im zweiten Durchgang viele Torchancen, die hätten wir besser nutzen müssen. Da müssen wir konsequenter werden", will Dardai an der Abschlussschwäche seiner Elf arbeiten. In Mainz muss der Ungar aber auf den gelbgesperrten Strippenzieher Vladimir Darida verzichten. Für den Tschechen könnte stattdessen Stocker ins Zentrum rutschen – hoffentlich mit der gleichen Spielfreude wie gegen Augsburg.

(ls/City-Press)

Profis, 30.11.2020
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