Bild: citypress

Danke, Herthaner!

Im Olympiastadion endeten am Samstag (18.05.19) zwei blau-weiße Ären. Fabian Lustenberger und Pál Dárdai wurden emotional verabschiedet, das sportliche Geschehen auf dem Rasen rückte aus Berliner Sicht in den Hintergrund.

Berlin - Um 17:32 Uhr hallten laute Rufe durch das weite Rund des Olympiastadions. "Lustenberger, Lustenberger - hey, hey!", skandierten die Anhänger der 'Alten Dame'. Die Fans des Hauptstadtclubs würdigten Fabian Lustenberger, der am Samstag (18.05.19) sein 308. - und letztes - Pflichtspiel im Trikot mit der Fahne auf der Brust absolviert hatte, für seine Loyalität. 12 Jahre lang stand der Schweizer beim Hauptstadtclub unter Vertrag: im heutigen Fußballgeschäft eine Rarität. Cheftrainer Pál Dárdai, samt seiner Co-Trainer Rainer Widmayer und Admir Hamzagić, wurde ebenfalls standesgemäß verabschiedet. Schließlich geht auch die viereinhalbjährige Amtszeit des Ungarn nun zu Ende. "In euch fließt blaues Blut - Danke, Pál und Fabian!", hieß es auf einem Spruchband, das die Fans in der Ostkurve kurz nach dem Schlusspfiff zeigten. Dass die Herthaner am 34. Spieltag mit 1:5 (1:2) gegen Bayer 04 Leverkusen verloren hatten, war da, wenige Minuten nach dem Abpfiff, schon fast wieder vergessen. "Es überwiegt, dass wir allen, die uns verlassen, einen schönen Abschied bescheren. Das haben vor allem die Fans richtg toll gemacht und das haben sich Trainer und Spieler auch absolut verdient!", befand so etwa Valentino Lazaro.

"Eine lange und schöne gemeinsame Zeit, die zu Ende geht"

Lustenberger selbst, der üblicherweise auf jede Frage eine passende Antwort hat, war zunächst sprachlos und zu Tränen gerührt - zu überwältigend waren die Szenen, die sich am Samstag abspielten. Am Ende fand der 31-Jährige dann aber doch die passenden Worte: "Es war sehr emotional. Schon vor dem Spiel bei der Verabschiedung, aber erst recht danach vor der Ostkurve. Es ist eine lange und schöne gemeinsame Zeit, die zu Ende geht. Ich werde wohl noch etwas Zeit brauchen, um all das zu realisieren und zu verstehen", so 'Lusti', der in Richtung der Fans anfügte: "Ich hoffe, wir sehen uns bald alle wieder! Vielen Dank!"

Überwältigt: Fabian Lustenberger.

Die rund 60.000 Zuschauer hatten zuvor bei frühsommerlichen Temperaturen ein unterhaltsames Spiel gesehen - mit dem besseren Ende für die Gäste aus Leverkusen, die durch den Sieg auf den 4. Platz vorrückten und ihr Ticket für die UEFA Champions League buchten. Tore von Kai Havertz (28.) und Lucas Alario (38.) besorgten Bayer 04 eine 2:1-Pausenführung. Da half auch nicht, dass Lazaro nach artistischer Vorarbeit von Vedad Ibišević und Ondrej Duda zwischenzeitlich zum 1:1 ausgeglichen hatte (34.). Die Blau-Weißen boten der 'Werkself' zwar über weite Strecken die Stirn, mussten sich letztlich aber einer individuell besseren und effizienteren Mannschaft geschlagen geben. Julian Brandt sorgte kurz nach dem Seitenwechsel mit einem Schuss in den linken, oberen Knick für die Vorentscheidung (54.). Zwei weitere Treffer von Alario (72., 88.) besiegelten den ernüchternden 1:5-Endstand. 

"Sehr stolz, dass ich mit 'Lusti' auf dem Platz stehen und unter Pál spielen durfte"

Dennoch verstand es Lustenberger, dem Ibišević zum Abscheid die Kapitänsbinde überlassen hatte, im Nachgang, das Resultat nicht zu hoch zu hängen: "Wir haben meiner Meinung nach kein so schlechtes Spiel gemacht, wie es das Ergebnis suggeriert. Leverkusen hat in den richtigen Momenten eiskalt zugeschlagen", sagte Herthas Nummer 28. "Aber trotz dieses Resultats zum Abschluss nehme ich so viele positive Dinge mit, dass ich das Ganze gut einordnen kann. Hertha ist für die Zukunft gut aufgestellt, der Weg der eingeschlagen wurde, muss so weitergegangen werden. Dann ist der nächste Schritt möglich, für den ich aus der Schweiz ganz fest die Daumen drücken werde!", so 'Lusti' weiter, der sich ab der Saison 2019/20 den BSC Young Boys anschließen wird.

Coach Dárdai ging in eine ähnliche Richtung: "Ich bin dankbar, in Berlin zu leben und in den letzten Jahren für Hertha BSC gearbeitet zu haben. Es war eine gute gemeinsame Zeit!" Wie groß die Fußstapfen sind, die die Beiden hinterlassen, ließ Marko Grujić erahnen, der sagte: "Ich bin sehr stolz, dass ich mit 'Lusti' auf dem Platz stehen und unter Pál spielen durfte. Es war toll zu sehen, wie sehr die Fans die Beiden lieben und was sie für Hertha BSC bedeuten!"

(af/City-Press)

Profis, 11.02.2020
Newsletter
Social
Werbung