Bild: citypress

Schritt für Schritt

Gegen den BVB zeigten die Herthaner am Samstag (30.11.19) eine positive Reaktion. In den nächsten Partien soll der Lohn folgen und das Punktekonto wieder aufgestockt werden.

Berlin – Es lief bereits die Nachspielzeit, als Davie Selke in halblinker Position einen Kopfball des aufgerückten Dedryck Boyata an den langen Pfosten verlängerte. Dort versuchten sowohl Vedad Ibisevic als auch Salomon Kalou alles, um an das Spielgerät zu kommen und dieses ins Dortmunder Netz zu befördern. Letztlich brachte der Ivorer, umzingelt von Schwarz-Gelben, den Ball aufs Tor, verfehlte das Gehäuse der Westfalen jedoch knapp. Nur wenige Zeigerumdrehungen später landete eine verteidigte Flanke von Javairo Dilrosun bei Marko Grujic, doch auch beim Abschluss von Herthas Nummer 15 warf sich ein Mitglied des Dortmunder Defensivverbundes dazwischen. Wenige Augenblicke später war das Kräftemessen zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund an diesem 13. Bundesliga-Spieltag beendet und der BVB der knappe und glücklichere Sieger. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Einsatz und dem Willen der Mannschaft", resümierte Trainer Jürgen Klinsmann nach seinem Debüt auf der blau-weißen Bank. "Die Jungs haben alles gegeben was im Moment da ist. Leider haben wir nicht die entscheidenden Lösungen gefunden."

Griffiger Beginn - Dortmunder Doppelschlag

Dass die 'Alte Dame' nichts Zählbares einfuhr, lag tatsächlich in keinster Weise am Engagement. Mehr Torschüsse, die bessere Zweikampfquote und mehr Flanken aus dem Spiel – es gab einige statistische Werte, in denen die Herthaner dem Gast aus Dortmund voraus waren. Im wichtigsten und im Fußballsport letztlich entscheidenden Parameter, den erzielten Toren, lag der BVB nach umkämpften und spannenden 90 Minuten jedoch vorne. Die Klinsmann-Elf bespielte den Favoriten dabei direkt mit beherztem Gegenpressing, was in der ersten Viertelstunde gut funktionierte. "Wir waren von Anfang an griffig. Ich denke, das zeigt, welchen Effekt Jürgen Klinsmann und sein Team in der kurzen Zeit hier hatten", analysierte Davie Selke. Dann gelang den Dortmundern jedoch ein schmerzhafter Doppelschlag, als Sancho (15.) und Hazard (17.) zwei starke BVB-Angriffe vollendeten. "Der BVB macht aus den ersten drei Chancen zwei Tore. Das ist nun mal Fußball, und der Fußball geht einem manchmal leider auch auf den Sack", sagte Selke.

Gesagt...

"Der Trainer hat uns in der kurzen Zeit schon viel mitgegeben. Wir müssen positiv bleiben. Es kommt alles wieder, wenn wir hart arbeiten!"

Niklas Stark

Beherztes blau-weißes Comeback

Die Blau-Weißen ließen trotz des 0:2 die Köpfe nicht hängen und arbeiteten sich ins Spiel zurück. Nachdem Dodi Lukébakio nach einer starken Einzelaktion noch seinen Meister in BVB-Keeper Bürki fand (31.), landete der nächste Berliner Versuch im Netz: Lukébakio dribbelte am Dortmunder Strafraum entlang und schloss aus zentraler Position ab, Vladimir Darida lenkte das Spielgerät mit seinem Fuß schließlich ins Netz (34.). Die Herthaner blieben am Ball und schienen kurz vor der Pause auf dem besten Weg, das Blatt zu wenden. Hummels konnte Davie Selke nur per Foul am Durchbruch hindern und sah Gelb-Rot (45.). "Dass wir gegen dezimierte Dortmunder gespielt haben, war das Ergebnis unseres Drucks, den wir in der ersten Halbzeit erzeugt haben", sagte Herthas Nummer 27. "Der Gegner kam in dieser Phase nicht gut damit klar." Unmittelbar nach Wiederanpfiff schienen sich die Berliner Bemühungen endgültig auszuzahlen, als Selke nach Vorlage von Grujic vorm Gästetor auftauchte und die Kugel zum umjubelten vermeintlichen Ausgleich versenkte. Der VAR hatte allerdings eine hauchzarte Abseitsstellung des Angreifers ausgemacht, sodass dem Treffer die Anerkennung verweigert wurde. "Ich habe die Szene schon gesehen. So oft greift der Video-Assistent nicht ein und in so einer Situation soll man gesehen haben, dass es um wenige Millimeter Abseits war. Das bringt uns um den Lohn, den wir absolut verdient gehabt hätten", zeigte sich der Berliner Angreifer nach dem Schlusspfiff enttäuscht.

Ein erster Schritt

Denn so sehr sich die Blau-Weißen im weiteren Verlauf des zweiten Durchganges mühten – die in Unterzahl diszipliniert verteidigenden Dortmunder ließen kaum noch wirklich gefährliche Abschlüsse zu. Trotz aller Bemühungen stand somit nach dem Schlusspfiff nichts Zählbares auf der blau-weißen Habenseite. Angesichts des couragierten Auftritts gegen ein Spitzenteam der Liga wollte Niklas Stark sich in seiner Analyse jedoch nicht auf das Negative konzentrieren. "Der Trainer hat uns in der kurzen Zeit schon viel mitgegeben: Wir müssen positiv bleiben, auch wenn es nicht gut läuft. Es kommt alles wieder, wenn wir hart arbeiten", betonte der Nationalspieler. "Ich glaube, wir haben schon den ersten Schritt gemacht!" Starks Teamkollege Selke schlug in die gleiche Kerbe. "Wir werden den Weg weitergehen und dann werden die Punkte von selbst kommen. Da mache ich mir keine Sorgen", strahlte der Angreifer Zuversicht aus. Auf die nächste Gelegenheit, um das Punktekonto aufzustocken, müssen die Herthaner nicht lange warten. Bereits am Freitagabend (06.12.19, 20:30 Uhr) gastieren die Hauptstäder bei Eintracht Frankfurt.

(kk/City-Press)

Profis, 01.12.2019
Newsletter
Social
Werbung