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An Tagen wie diesen

Gegen Fortuna Düsseldorf bestätigten die Herthaner am Freitagabend (04.10.19) mit einer selbstbewussten Leistung die vorangegangenen Siege und die positive Entwicklung.

Berlin – Es lief die 62. Minute, als der gerade eingewechselte Dodi Lukébakio tief in der eigenen Hälfte ein Kopfballduell gewann. Der Ball kam zu Vedad Ibisevic, der den sofort in die Spitze startenden Belgier auf die Reise schickte. Drei Düsseldorfer Gegenspieler konnten den ehemaligen Fortunen anschließend nicht stellen, ehe dieser klug auf Vladimir Darida durchsteckte, der den gelungenen Konter mit dem 3:1 vollendete. Der Treffer war die Vorentscheidung an diesem Freitagabend und gleichzeitig ein Sinnbild für das Auftreten des Hauptstadtclubs an diesem Tag. Die Blau-Weißen ließen sich beim dritten Bundesliga-Sieg in Serie nie von ihrem Weg abbringen und gewannen so nach über drei Jahren erstmals wieder dreimal in Folge in der höchsten deutschen Spielklasse. "Ich wollte meinem Team helfen, das hat geklappt und fühlt sich gut an", sagte Lukébakio nach der Partie, als er auf die Szene angesprochen wurde. "Ante Covic hilft mir, mich hier Schritt für Schritt zu verbessern, ich spüre, dass es immer besser wird. Ich werde nun noch härter arbeiten, aber der Coach entscheidet, wer aufläuft – wir haben viele gute Spieler!"

Das Geschehen auf dem Rasen des Berliner Olympiastadion bestätigte die Aussagen von Herthas Nummer 28. Die Covic-Elf begann mutig und stürmisch und machte deutlich, dass an diesem Tag nichts anderes als ein Heimerfolg gegen die Gäste vom Rhein das Ziel war. "Wir wussten, dass es uns in den letzten Jahren nicht allzu oft gelungen ist, drei Siege in Serie zu landen. Diesen Bann wollten wir brechen und unsere Fans zufriedenstellen, ich glaube, das hat man von der ersten Minute an gesehen", sagte der Berliner Coach. Ibisevic wurde früh im Spiel allerdings gerade noch geblockt (5.), Javairo Dilrosun zielte nach einer Ecke und feiner Einzelleistung ein wenig zu hoch (17.) - in dieser Anfangsphase brachten die Berliner trotz vieler guter Ansätze den finalen Ball (noch) nicht ans Ziel. 

Nach Strafstoß und Rückstand hat Ibisevic die schnelle Antwort

Stattdessen kamen die Gäste allmählich im Spiel an und der VAR gleich zweimal zum Einsatz – nachdem Schiedsrichter Martin Petersen beim ersten Mal noch abgewunken hatte, entschied der Unparteiische bei der zweiten Szene im Berliner Strafraum auf Elfmeter für Düsseldorf. Hennings ließ sich nicht lange bitten und brachte die Gäste etwas überraschend in Führung (32.). Die Köpfe der Herthaner blieben jedoch oben, an Tagen wie diesen wollten sich die Blau-Weißen nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Beinahe hätte Ibisevic schon im Gegenzug die passende Antwort gegeben, verpasste eine Vorlage von Maximilian Mittelstädt aber haarscharf (34.). Drei Minuten später war der 'Vedator' dann zur Stelle und verwertete eine Vorlage des agilen Marius Wolf zum verdienten Ausgleich. "Wir haben gute Jungs auf den Außenbahnen, sie haben das stark gemacht und ich habe vorne getan, was ich konnte", grinste der Kapitän nach seinem dritten Saisontreffer in der Bundesliga.

Gesagt...

"Die Jungs haben sich ein gewisses Selbstverständnis und den Glauben an sich selbst durch die Erfolgserlebnisse zurückerarbeitet!"

Ante Covic

Dilrosun belohnt sich selbst

Einer der Außenbahnspieler, von denen Ibisevic gesprochen hatte, drehte das Spiel schließlich noch vor dem Pausenpfiff. Nach einer Flanke von Darida beförderte Dilrosun die Kugel mit einem anspruchsvollen Dropkick in die Maschen des Düsseldorfer Tores (44.) und belohnte sich so für seine Beharrlichkeit vor dem gegnerischen Kasten. "Ich hätte sogar noch mehr Treffer erzielen können, aber der Sieg ist am Wichtigsten. Mit links hat es diesmal nicht geklappt, dafür mit dem rechten Fuß. Normalerweise wäre der Ball wohl nicht reingegangen, aber aktuell läuft es einfach", schmunzelte der Niederländer im Anschluss.

Mit der Führung im Rücken agierte die 'Alte Dame' nach Wiederanpfiff noch selbstbewusster und blieb tonangebend. Mit der Hereinnahme von Joker Lukébakio für Dilrosun gelang Ante Covic dann schließlich der wohl entscheidende Schachzug. Nach dem eingangs beschriebenen imposanten Einstieg des Belgiers in die Partie ließen die Herthaner nichts mehr anbrennen. Obwohl die Fortuna nichts unversucht ließ, geriet der Heimsieg des Hauptstadtclubs nicht mehr in Gefahr – somit siegte die Elf von der Spree im achten Anlauf nach fast 40 Jahren endlich wieder einmal gegen F95. "Der Sieg war sehr wichtig, um den Lauf, den wir gerade haben, fortzusetzen. Wenn es läuft, läuft es - diese Phasen in der Saison muss man ausnutzen", betonte Vedad Ibisevic anschließend in der Mixed-Zone. "Mit den beiden Siegen im Rücken haben wir immer weiter gemacht, weil wir wussten, dass wir besser sind. Das haben wir zum Glück am Ende auch bewiesen." 

Die positive Entwicklung bestätigt

So stand unter dem Strich ein rundum gelungener Tag für Hertha BSC, der die positive Entwicklung bestätigte. "Die Jungs haben sich ein gewisses Selbstverständnis und den Glauben an sich selbst durch die Erfolgserlebnisse zurückerarbeitet. Wir steigern uns stetig", lobte Ante Covic sein Team. Tage wie dieser Freitag sollen dem eigenen Anhang auch in Zukunft geschenkt werden. Nach der nun folgenden Länderspielpause soll der Aufwärtstrend im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen (19.10.19, 15:30 Uhr) bestätigt und fortgesetzt werden. "Wir wollen weiterhin fleißig sein, werden in der Länderspielpause hart arbeiten und die nötigen Akzente im Training setzen", gab der Berliner Trainer die Marschroute vor. "So wollen wir anschließend auch wieder gut aus der Pause herauskommen!" 

(kk/City-Press)

Profis, 05.10.2019
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