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Ein geiles Gefühl!

Die Herthaner besiegte den Stadtrivalen deutlich. Und hätten liebend gerne mit ihren Fans zusammen gefeiert.

Berlin - Es war ein großer Fußballabend. Und doch ganz anders. Nach dem überzeugenden Auftritt am Freitagabend (22.05.20) gegen den 1. FC Union, zog es die Blau-Weißen vor die Ostkurve. Dort wo nach so einem bemerkenswerten 4:0 in einem Berliner Derby die Hölle los gewesen wäre und zig-tausende Hertha-Fans die Mannschaft mit ohrenbeteubendem Lärm gefeiert hätten, herrschte gähnende Leere. Die symbolische Geste wollten sich die Schützlinge von Trainer Bruno Labbadia aber nicht nehmen lassen. Kapitän Vedad Ibisevic widmete den Sieg im Namen der Mannschaft allen Anhängern, die das Duell nur im Livestream verfolgen konnten: "Wir wussten ganz genau, was dieses Duell für die Fans bedeutet und wie schmerzhaft die erste Niederlage war. Wir haben uns vorgenommen, das diesmal anders zu machen. Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, weil es eine hohe Bedeutung für unsere Fans hat."

Gesehen...
Rubrik 22.05.2020
Hertha BSC - 1. FC Union

Nach einer torlosen ersten Halbzeit mit einem Chancenplus für die Blau-Weißen - Dodi Lukébakio und Matheus Cunha hatten bereits in den ersten 45 Minuten die Führung auf dem Fuß - brachte Kapitän Vedad Ibisevic die Herthaner nach einer traumhaften Flanke von Marvin Plattenhardt kurz nach Wiederanpfiff auf die Siegerstraße. "Wir haben eine richtig gute Leistung gebracht. Jeder Stürmer freut sich über solche Bälle wie den von 'Platte', auf die ich auch immer ein Stück weit spekuliere. Ich bin froh, dass der reingegangen ist, aber das ist auch mein Job", so der Mittelstürmer, der seinen Arbeitsauftrag wie kaum ein zweiter beherrscht. Wie schon in der Vorwoche in Sinsheim und insgesamt schon zum 19. Mal in seiner Karriere, erzielte der Bosnier das so wichtige 1:0. Und wie wichtig dieser Führungstreffer als Brustlöser war, zeigte sich nur 70 Sekunden später. Direkt vom Wiederanstoß weg eroberten die Blau-Weißen den Ball, Ibisevic schickte Lukébakio steil, der Unions ansonsten starken Schlussmann Rafal Ginkiewicz umkurvte und zum Doppelpack einschob.

Gesagt...

"Wie wir dann die zweite Halbzeit gespielt haben, war klasse. Wir sind sehr happy!"

Bruno Labbadia

Viele Sieggaranten

Wie auch beim Auftaktsieg bei der TSG Hoffenheim hatte die Halbzeitansprache von Coach Bruno Labbadia gesessen. "Wir haben schon in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gegen eine gut organisierte Mannschaft gemacht. Wie wir dann die zweite Halbzeit gespielt haben, war klasse. Wir sind sehr happy!", freute sich der Übungsleiter nach dem Spiel. Nicht nur der Angriff überzeugte, auch Herthas Defensivreihe sorgte dafür, dass die Gäste in den 90 Minuten keinen Schuss auf das Tor von Rune Jarstein abgaben. Dedryck Boyata brillierte nicht nur mit einer perfekten Zweikampfquote von 100 Prozent, sondern krönte seine famose Leistung mit seinem Kopfball zum 4:0. Zuvor erhöhte bereits Matheus Cunha nach einer tollen Kombination mit einem Flachschuss ins rechte Eck und veredelte so eine weitere großartige Vorstellung im blau-weißen Trikot (61.). Für den Brasilianer wird es ohnehin ein Wochenende sein, das er so schnell nicht vergisst, denn noch in der Nacht kam sein Nachwuchs auf die Welt. An dieser Stelle die allerherzlichsten Glückwunsche an Familie Cunha! Auch ein weiterer Herthaner wird den Freitagabend in guter Erinnerung behalten: Nach Jessic Ngankam in der Vorwoche, feierte Lazar Samardzic in der Schlussphase sein Bundesliga-Debüt.

Die Freude bei den Blau-Weißen nach der Begegnung war riesig. "Solche Spiele sind der Grund, warum ich diesen Job mache. Ich will genau dieses Gefühl nach dem Spiel haben und das bekomme ich nur, wenn ich mit meiner Mannschaft gewinne. Fußball macht Spaß, wenn man gewinnt, es ist einfach ein geiles Gefühl", gab Labbadia zu Protokoll und ergänzte etwas wehmütig: "Es ist aber sehr schade, dass unsere Fans nicht dabei sein konnten. Das wäre gigantisch gewesen, wenn wir so ein Spiel vor 75.000 abgeliefert hätten." In die selbe Kerbe schlug auch Mittelfeldmotor Vladimir Darida, der nach abgesessener Gelb-Sperre in die Startelf zurückgekehrt war: "Wir alle sind natürlich zufrieden! Es ist schade, dass wir jetzt nicht mit unseren Fans gemeinsam feiern können, aber ich bin mir sicher, dass sie sich vor den Fernsehern freuen." Für alle Blau-Weiße war es mit Sicherheit ein großartiger Freitagabend - und einfach ein geiles Gefühl.

(war/City-Press)

Profis, 23.05.2020
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