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Dranbleiben!

Gegen RasenBallsport Leipzig hätten unsere Herthaner am Sonntag (21.02.21) mehr verdient gehabt – mit den Erkenntnissen aus dem Spiel gegen den Tabellenzweiten blicken wir aber optimistisch auf die Aufgabe in Wolfsburg.

Berlin - Als der Abpfiff im weiten Rund des Olympiastadions ertönte, stütze sich so mancher Herthaner auf die Knie. Das Spiel gegen den UEFA Champions League-Teilnehmer hatte Kraft gekostet, doch vielmehr sorgte der Spielverlauf für die Enttäuschung: Alles reingehauen, mehr als nur dagegengehalten, aber dennoch nicht belohnt. Dass es am Ende eine 0:3-Niederlage setzte, spiegelte den Spielverlauf am Sonntag (21.02.21) nur unzureichend wider. "Von der Kontrolle her hat das sehr ordentlich ausgesehen, aber das Ergebnis sieht natürlich nicht gut aus", bilanzierte Pál Dárdai nach der Partie trocken. "Die Chancen zur Führung und zum Ausgleich waren da." Die Statistiker wiesen am Ende bei den Expected Goals ein 0,8:0,8-Unentschieden aus. Die Anzeigetafel besagte etwas anderes.

Sami Khedira debütierte ebenso wie Márton Dárdai in unserer Startelf und sorgte für Stabilität.

Coach Dárdai und sein Trainerteam bereiteten unsere Mannschaft akribisch vor und hielten einige personelle wie taktische Kniffe parat: In einem 3-5-2-System übernahm Lukas Klünter die Position des rechten Innenverteidigers in der Abwehrkette. Eine Maßnahme, die sich ein ums andere Mal gegen Leipzigs Top-Scorer Angeliño im Laufduell auszahlte. Seine Startelf-Premiere feierte darüber hinaus neben Sami Khedira auch Márton Dárdai – beide sorgten besonders in der Anfangsphase im Verbund mit ihren Mitspielern für Stabilität. "Nicht nur Márton, sondern auch Lukas hat sehr gut gespielt. Die Dreierkette hat funktioniert, auch mit Niklas Stark und der Abstimmung zwischen den Sechsern Khedira und Tousart bin ich zufrieden", zeigte sich unser Trainer im Anschluss mehr als einverstanden. 

Reingekämpft und Chancen erspielt - Gegentreffer aus dem Nichts

Unsere Blau-Weißen bissen sich von Anfang an in die Partie – mit Erfolg. Aus dem Spiel heraus sorgte der Gast selten einmal für Gefahr, die beste Chance nach fünf Minuten vereitelte Rune Jarstein meisterhaft gegen Hee-chan Hwang. Nach einer Viertelstunde war die Partie vollkommen ausgeglichen, die besseren Gelegenheiten erarbeitete sich in der Folge unser Team: Nach einem tollen Pass Maximilian Mittelstädts von außen an den Fünfmeterraum war Krzysztof Piątek den einen berühmten Schritt zu spät (17.), wenig später suchte unsere Nummer 9 von der anderen Seite Dodi Lukébakio, dem Lukas Klostermann den Einschuss um ein Haar auf Kosten eines Eigentors entriss (22.). Und auch Matheus Cunhas Solo von der Mittellinie stoppte Willi Orban im Strafraum erst im letzten Augenblick (26.). "Die Leipziger haben nicht gewusst, wie sie durchkommen sollten. Wir standen defensiv sicher und hatten auch einige Umschaltmomente. Wir haben es jedoch wieder versäumt, unsere Chancen zu nutzen und sind dann stattdessen durch einen Sonntagsschuss in Rückstand geraten", rekapitulierte Mittelstädt später und ergänzte: "Das Gegentor hat irgendwie die vergangenen Wochen widergespiegelt." Denn als sich eigentlich unser Führungstreffer andeutete, schlug Leipzig aus dem Nichts zu: Sabitzer prügelte den Ball auf gut Glück, aber mit einer aberwitzigen Flugkurve aus der Distanz in die Maschen. Rune Jarstein war absolut machtlos bei einem Tor, dem die Statistiker eine Wahrscheinlichkeit von zwei Prozent zuwiesen (28.).

Gesagt...

"Mit der richtigen Vorbereitung können wir auch gegen Top-Teams mithalten. "

Lukas Klünter

Das Spiel weitestgehend bestimmt, die besseren Chancen gehabt und dennoch zur Pause hinten? Noch waren 45 Minuten Zeit! Nach der Ansprache von Pál Dárdai und seinem Trainerteam kamen unsere Spreeathener erneut mit viel Schwung zurück auf den Platz. Erst zielte Lukébakio am langen Pfosten vorbei (50.), dann scheiterte Cunha allein vor dem Tor an Gulácsi (51.). Der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient gewesen, auch weil die Gäste weiterhin kaum gefährlich vor das Tor kamen. Nach einer guten Stunde verstärkten Luca Netz und Nemanja Radonjić sowie wenig später Mattéo Guendouzi die Offensivbemühungen. Doch Leipzig bestätigte an diesem Nachmittag seine gute Tabellenposition mit Effizienz. Nach einem Ballverlust im eigenen Strafraum rollte der Ball Nordi Mukiele vor die Füße, der trocken unter die Latte traf (72.). "Wir hatten unsere Möglichkeiten. Es bringt unterm Strich aber nichts – wir können gut verteidigen, gut Fußball spielen, aber wenn wir nicht treffen, können wir nicht erfolgreich sein", so Mittelstädt. 

Weiter: Jetzt gegen Wolfsburg!

Doch auch nach diesem erneuten Rückschlag gingen die Köpfe nicht nach unten, unsere Mannschaft wollte sich nicht geschlagen geben. Einen Schuss von Cunha wehrte Gulácsi vor die Füße von Radonjić ab, dessen Nachschuss ein Leipziger Abwehrbein aber am Ziel vorbeilenkte (80.). Auch Piątek zog nach einem schönen Steilpass gegen den weit aus seinem Tor stürmenden RBL-Keeper im Pressschlag den Kürzeren (81.). Unsere Elf investierte alles, belohnte sich aber nicht. Im Gegenteil: Orban köpfte eine Flanke im Anschluss an eine Ecke zur endgültigen Entscheidung ein (84.). Die Enttäuschung nach Abpfiff war nach dem Spielverlauf nur zu verständlich.

Doch die positiven Erkenntnisse, gegen eines der Spitzenteams über weite Strecken mehr als mitgehalten zu haben, ließ unsere Herthaner sich schon wenig später wieder aufrichten. "Wir sind sehr enttäuscht, dass wir nichts geholt haben, da der Matchplan ja durchaus aufgegangen ist. Wir haben gesehen, dass wir mit der richtigen Vorbereitung gegen Top-Teams mithalten können, deshalb fahren wir nicht chancenlos nach Wolfsburg, müssen in solchen Partien dann aber eben auch die Tore machen", blickte Klünter bereits auf die nächste Aufgabe. Am kommenden Samstag (27.02.21, 15:30 Uhr) geht es zum Tabellendritten. Mit etwas mehr Effizienz vor dem Tor gehen die Arme unserer Spieler nach Schlusspfiff dann hoffentlich wieder nach oben!

(war/City-Press)

Profis, 22.02.2021
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