Bild: citypress

Auftrag erfüllt!

Mit einer konzentrierten und seriösen Leistung hat Hertha BSC die 2. Runde des DFB-Pokals erreicht. Trainer Covic zieht nach seinem Debüt ein zufriedenes Fazit.

Ingolstadt/Berlin - "Auftaktsieg, Auftaktsieg!": Wenige Minuten nach Abpfiff feierten die mitgereisten Fans im blau-weißen Gästeblock ihre Mannschaft lautstark. In den 90 Minuten zuvor hatten sich die Herthaner dank einer konzentrierten und fokussierten Leistung diesen Applaus verdient und keine Zweifel aufkommen lassen, dass es beim Duell mit dem VfB Eichstätt nur einen Gewinner geben konnte: Hertha BSC! "Wir sind das Spiel so seriös angegangen, wie ich mir das gewünscht habe", resümierte Ante Covic nach dem klaren 5:1 (3:0) gegen den Regionalligisten am Sonntag (11.08.19). Ein Triumph über die klassentieferen Oberbayern war zwar Pflicht, doch erstens ist gerade diese Erwartungshaltung im Pokal ein Risiko und zweitens war auch die Art und Weise der Entstehung ein positives Signal.

Dementsprechend zufrieden war der Coach - mit dem gelungenen Pflichtspieleinstand in die Saison 2019/20, aber auch mit seinem persönlichen Debüt als Verantworlicher. Vladimir Darida (11.) und Vedad Ibisevic (12.) dämpften früh die Hoffnungen der aufopferungsvoll kämpfenden Eichstätter, der Kapitän stellte die Weichen mit dem 3:0 endgültig auf Sieg (31.). "Einiges ist uns als Team schon gut gelungen, manches hat dafür noch nicht so richtig funktioniert. Mir als Stürmer tun Tore natürlich immer gut - egal, gegen wen man spielt", ordnete der Kapitän der Hauptstädter die Begegnung ein. "Wir haben unsere Tore schön herausgespielt", lobte auch Fußballlehrer Covic das Angriffsspiel seiner Schützlinge, die im Mittelfeld immer wieder Überzahlsituationen kreierten und so mit Schwung Richtung gegnerisches Tor stürmten.

Richtige Reaktion

Dass nach knapp sechs Wochen Vorbereitung zum Auftakt nicht alles nach Plan laufen kann, bewies bei hochsommerlichen Temperaturen die Phase nach Wiederanpfiff. Nachdem der Schiedsrichter ein Tor von Marko Grujic wegen Handspiels nicht gewertet hatte (49.), traf der amtierende Vize-Meister der Regionalliga Bayern durch Kügel zum umjubelten Anschluss (52.). "Es war noch nicht alles perfekt, kann es aber auch noch nicht sein", war sich Covic dessen bewusst, betonte allerdings auch: "Solange die guten Sequenzen überwiegen, passt es. Und nach dem Gegentor habe ich keine acht Spieler gesehen, die sich versteckt haben. Wir sind gut mit der Situation umgegangen und haben weiter mit Mut gespielt und fußballerische Lösungen gesucht. Das war mir wichtig."

Gesagt...

"Wir haben unseren Auftrag erfüllt. Dieses Gefühl können wir kurz genießen, aber wir wissen, dass das Spiel in München ganz anders wird."

Ante Covic

Was der 43-Jährige meinte: Vier Minuten nach dem 1:3 traf Ondrej Duda erst die Latte, wiederum sechs Zeigerumdrehungen später stellte Salomon Kalou nach schöner Vorarbeit von Alexander Esswein den alten Drei-Tore-Abstand wieder her (62.). Eine Viertelstunde vor Abpfiff besorgte der agile Flügelspieler selbst den Endstand (75.). "Es ist nie einfach, in der ersten Runde gegen Teams zu spielen, die bereits im Spielbetrieb sind. Aber wir haben die Aufgabe gut gelöst und eine gelungene Vorstellung gezeigt. Über mein Tor freue ich mich natürlich sehr", so Herthas Nummer 9.

Der Stolperstein DFB-Pokal, der auch in diesem Jahr wieder so manchen Favoriten zum Stürzen gebracht hat, erwies sich für die Herthaner also nicht als eben solcher. "Jeder hat gesehen, dass sich einige Bundesligisten wieder schwer getan haben oder ausgeschieden sind. Das wollten wir unbedingt vermeiden. Es gibt Einiges, woran wir noch arbeiten müssen, aber auch viel Gutes, auf das wir aufbauen können", bilanzierte Ibisevic, der nun insgesamt schon 20 Pokaltore schoss. Für seine Leistung erhielt der bosnische Angreifer derweil ein kleines Sonderlob des Trainers. "Vedo hat eine gute Vorbereitung gespielt und jetzt gezeigt, wie gefährlich er in der Box ist. Für mich ist es aber auch schön zu wissen, dass wir mit Davie Selke einen weiteren treffsicheren Angreifer haben", freute sich Covic.

Unterm Strich bleibt stehen: Wie schon in den vergangenen sechs Jahren zog der Hauptstadtclub in die 2. Hauptrunde ein. Diese wird am kommenden Sonntag (18.08.19, 18:00 Uhr) ausgelost. In Hinblick auf den Bundesliga-Auftakt, der die Blau-Weißen zu niemand Geringerem als Bayern München führt (16.08.19, 20:30 Uhr), wollte Covic diesen Erfolg allerdings nicht zu hoch hängen - wohl wissend, dass beim Abonnement-Meister ein ganz anderes Kaliber wartet. "Wir haben unseren Auftrag erfüllt. Dieses Gefühl können wir kurz genießen, aber wir wissen, dass es in München ein ganz anderes Spiel wird", blickte der Coach auf den 1. Bundesliga-Spieltag voraus. Im Münchner Stadion würden die mitgereisten Fans ihr Team in wenigen Tagen nach Schlusspfiff sicher auch gerne feiern.

(fw/City-Press)

Profis, 12.08.2019
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