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Mit Siegeswillen und Teamgeist

Hertha BSC ist erstmals seit Herbst 2018 in vier aufeinanderfolgenden Partien ungeschlagen. So stand in Augsburg nach 94 verrückten Minuten ein 4:3-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel – auch dank zweier Eigenschaften. 

Augsburg – In den vergangenen Wochen ist es kaum einem, der es mit den Blau-Weißen hält, verborgen geblieben, dass es beim Hauptstadtclub nicht unbedingt wie gewünscht lief. Fünf Niederlagen in Folge kassierte das Team von Trainer Pál Dárdai im März und April. Doch aus diesem Tal haben sich die Schützlinge des Ungarns längst rausgekämpft. Nach den zwei Remis gegen Hannover und in Frankfurt folgte ein souveräner Heimsieg gegen Stuttgart und am Samstag (11.05.19) ein sehr unterhaltsamer 4:3-Auswärtserfolg beim FC Augsburg. Und plötzlich dreht sich die Statistik: So ist die 'Alte Dame' erstmals seit September und Oktober 2018 in vier aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen ungeschlagen.

Formkurve und Stimmungslage zeigen kurz vor dem Saisonende im Einklang wieder deutlich nach oben. Ein passendes Spiegelbild dieser gesamten Spielzeit lieferte das imposante Gastspiel in der Fuggerstadt, das zugleich die abschließende Auswärtspartie der Saison 2018/19 war. Die Blau-Weißen kassierten Nackenschläge, fanden die passenden Antworten und sorgten am Ende gemeinsam dafür, dass alle Herthaner die Rückreise mit einem guten Gefühl antreten konnten.

Salomon Kalou (li.) und Vedad Ibišević zeigen sich nach dem Sieg gut gelaunt.

Das hatte mehrere Gründe: Auf der einen Seite war zu spüren, dass beide Teams aufgrund der Tabellensituation befreit aufspielen konnten. Auf der anderen Seite - und das ist noch schöner - waren es aber eben auch dieser unverkennbare Siegeswille und Teamgeist, die den Last-Minute-Sieg begünstigten. "Wir haben gut gespielt und wollten unbedingt gewinnen", hob auch Doppeltorschütze Salomon Kalou hervor. "Das war ein Fußballfest! Solche Spiele können nur zustande kommen, wenn kein Druck mehr da ist. Beide Mannschaften spielen nur noch um die Ehre – wir hatten das glücklichere Ende auf unserer Seite. Das hat richtig Spaß gemacht", ergänzte Kapitän Vedad Ibišević

Nach dem frühen Rückstand durch André Hahn (10.) fand die Mannschaft von Trainer Pál Dárdai nach rund 20 Minuten so richtig ins Spiel und hatte schon vor dem Seitenwechsel gute Gelegenheiten auf das 1:1. "Das 0:1 hat uns irgendwie beruhigt, danach waren wir besser", sagte Dárdai. Dass der Ausgleich durch Marvin Plattenhardts ersten Saisontreffer aber erst zu Beginn des zweiten Abschnitts fiel (47.), tat den Offensivbemühungen der Hauptstädter keinen Abbruch und untermauerte den Glauben an den Erfolg. So egalisierten Marko Grujić (66.) und Salomon Kalou (75.) in Folge die Treffer des bereits im ersten Abschnitt eingewechselten Michael Gregoritsch (50.Elfmeter, 70.). Diese Szenen bestätigten den Eindruck, dass die 'Alte Dame' an diesem Tag immer zurückkommen würde.

Mit insgesamt 24 abgegebenen Torschüssen (Augsburg fünf), 23 Flanken aus dem Spiel heraus (Augsburg drei) und 9:1 Ecken war der Verein von der Spree das klar spielbestimmende Team. Als Pascal Köpke in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter rausholte und Kalou diesen souverän zum 4:3 verwandelte (90.+3), wurde der Wille und der Glaube mit drei Punkten belohnt. "Wir haben alle viel reingeworfen, auch die Einwechselspieler haben toll mitgekämpft, von daher ein großes Kompliment an alle – so muss es sein", freute sich Plattenhardt, der mit seinem Teamkollegen dafür sorgte, dass Trainer Pál Dárdai auch nach seinem neunten Duell mit dem FCA ungeschlagen blieb (vier Siege, fünf Remis).

Gesagt...

"Zum Abschied wünsche ich mir ein tolles Spiel gegen Leverkusen."

Pál Dárdai über seinen bevorstehenden Abschied.

Apropos Pál Dárdai: Für den Übungsleiter steht nach diesem absolvierten Gastspiel, welches sein 150. Bundesliga-Spiel als Hertha-Coach war, nun am kommenden Samstag (18.05.19, 15:30) gegen Bayer 04 Leverkusen die abschließende Partie seiner viereinhalbjährigen Amtszeit als blau-weißer Cheftrainer an. "Zum Abschied wünsche ich mir ein tolles Spiel gegen Leverkusen", sagte der Ungar noch in Augsburg, ehe er die Rückreise mit seiner Mannschaft antrat. Dass dieser Wunsch erfüllt wird, daran werden seine Schützlinge alles setzen. "Ein Heimsieg wäre die beste Art und Weise, um unserem Trainer 'Goodbye' zu sagen", betonte Kalou. Auch Ondrej Duda dachte an seinen Chef und Fabian Lustenberger, der Hertha BSC nach zwölf Jahren ebenfalls verlassen wird. "Ich hoffe, wir können die beiden mit einem Sieg verabschieden“, gab der Slowake die Zielsetzung für den Saisonabschluss vor.

(sj/City-Press)

Profis, 12.05.2019
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