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Belohnung

Endlich holten die Herthaner wieder einmal einen Dreier - Jordan Torunarigha trumpfte mit einem Tor und einer Vorlage auf.

Hannover - Dass die Herthaner am frühen Samstagabend (01.12.18) erleichtert waren, überraschte niemanden. Nach sechs Bundesliga-Spielen ohne 'Dreier' fühlte sich der 2:0 (1:0)-Auswärtssieg bei Hannover 96 hervorragend an. Entsprechend gelöst verließen die Blau-Weißen den Rasen in Niedersachsen. "Ganz wichtig, das brauchen wir auch nicht kleinzureden: Nach so einer langen Phase ohne Sieg wollten wir unbedingt gewinnen. Wir wussten, dass es schwierig wird, weil auch Hannover unbedingt gewinnen musste. Wir hatten aber einen guten Plan und haben den vor allem auch gegen den Ball super umgesetzt", bilanzierte Davie Selke. Erstmals liefen die Blau-Weißen mit dem Duo Ibišević/Selke auf - und machten von Beginn an viel Druck.

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Rubrik 01.12.2018
Hannover 96 - Hertha BSC

Unterstützt von Salomon Kalou und Mathew Leckie auf den Außenbahnen stellte Herthas Offensivreihe die Hannoveraner ein ums andere Mal vor gehörige Probleme. Am Ende feierten die Belriner einen verdienten Sieg, wie selbst Hannovers Trainer André Breitenreiter einräumte. "Es ist ein super Gefühl, endlich mal wieder ein Spiel in der Bundesliga gewonnen zu haben!", freute sich auch Vedad Ibišević, der in Hannover sein 300. Bundesliga-Spiel seiner Karriere absolvierte. "Das haben wir in den vergangenen Wochen vermisst. Am Ende ist auch egal, wie wir es geschafft haben – Hauptsache, wir haben uns wieder mal belohnt." Herthas Kapitän hatte höchstselbst in der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer zum 2:0 erzielt - Komplimente verteilte er aber an den Vorlagengeber: "Jordan ist mit Sicherheit der Mann des Tages." Torunarigha hatte nicht nur mit einer mustergültigen Flanke das zweite Tor vorbereitet, sondern das erste gleich selber erzielt.

Torunarigha mit dem Dosenöffner


Der Innenverteidiger stand erstmals nach seiner langwierigigen Verletzung wieder in der Startformation und machte ein klasse Spiel - kurz vor der Pause traf der Defensivspezialist per Kopf nach einer Ecke zur wichtigen Führung. "Das war natürlich ein super Tag für mich. Nachdem die ersten Ecken auf den ersten Pfosten kamen, aber in den Situationen niemand dort war, dachte ich mir, ich versuche es dann mal selbst dort." Es war der "Dosenöffner", wie Trainer Pál Dárdai das Tor im Nachhinein bezeichnete. Bis dahin hatten die Herthaner bereits eine Reihe guter Gelegenheiten liegen gelassen. "Ich habe während der Woche schon gesagt, dass - wenn wir unser Potential abrufen - nicht viel schief gehen kann. Wir haben aber unsere Angriffe nicht konsequent genug zu Ende gespielt", betonte Dárdai. Besonders in der zweiten Hälfte, als Hannover selbst offensiver wurde, ließen die Hauptstädter die ein oder andere gute Kontermöglichkeit ungenutzt und verpassten so eine frühere Entscheidung.

Valentino Lazaro stellte im Anschluss eine positive Entwicklung fest, sah in dem Sieg aber auch nur eine Zwischenstatiion: "Wie schon gegen Hoffenheim hatten wir Chancen auf fünf oder sechs Tore. Wir können es noch besser, sind aber zufrieden mit den drei Punkten." Der Österreicher hatten dann jedoch auch noch einen - nicht ganz ernst gemeinten - Kritikpunkt an Torunarigha: "Beim Jubeltanz hat er nicht ganz das Richtige gemacht und mich etwas hängen lassen. Vielleicht macht er noch einen, dann können wir es richtig machen", schmunzelte Herthas Nummer 20 in der Mixedzone nach dem Spiel. Dass das klappen kann, traut auch Ibišević dem Youngster zu: "Er muss einfach nur dran bleiben, Fußball ist ein hartes Geschäft. Solange er auf dem Boden bleibt und weiter Gas gibt, hat er eine große Zukunft vor sich und das weiß er auch." Der viel gelobte blieb dagegen bescheiden: "Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung. Ich freue mich, dass ich das Vertrauen ein bisschen zurückzahlen konnte."

(war/City-Press)

Profis, 02.12.2018
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