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Ein gebrauchter Tag

Nach dem 0:1 in Hoffenheim waren die Herthaner selbstkritisch. Aus ihrem Auftritt wollen sie lernen.

Sinsheim - Es gibt Tage, an denen es einfach nicht klappt, an denen soll es einfach nicht sein. Am Sonntag (30.10.16) war einer dieser Tage für die Herthaner. Der Hauptstadtclub unterlag beim Auswärtsspiel in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim mit 0:1 (0:1). Was in den vergangenen Wochen so gut funktionierte und zum besten Saisonstart der Historie beitrug, fehlte den Berlinern gegen stark aufspielende und gut eingestellte Hoffenheimer. "Der Gegner war einfach in jedem Bereich besser. In Sachen Spritzigkeit, Schnelligkeit, Handlungsschnelligkeit hat die TSG mehr gezeigt als wir", resümierte Julian Schieber nach der Partie. "So kannst du leider nicht gewinnen. Deswegen müssen wir uns geschlagen geben", zeigte sich der Stürmer einsichtig.

Leistungsknick nach gutem Auftakt

Trainer Pál Dárdai musste vor dem Topspiel zwischen dem Vierten und Dritten mehrfach umstellen, so fielen Sebastian Langkamp (muskuläre Probleme) und Marvin Plattenhardt (Faserriss) aus, Valentin Stocker ist noch gesperrt. Ihre Vertreter fügten sich dennoch gut ins Team ein: Allan Souza übernahm die Rolle des Spielmachers, der wiedergenese Fabian Lustenberger verteidigte in der Abwehrmitte. Der Schweizer zeigte gleich zu Beginn, dass er hellwach war: In der dritten Minute kratzte er Süles Kopfball von der Linie und verhinderte so einen frühen Rückstand. Generell erwischten die Berliner den besseren Start. In einem Spiel, in dem beide Teams selbstbewusst und engagiert auftraten, hatte Allan Souza mit seinem schönen Schuss aus 16 Metern die beste Gelegenheit der Anfangsphase.

Danach übernahmen die Gastgeber zunehmend die Kontrolle und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Doch der reaktionsschnelle Rune Almenning Jarstein und das Aluminium hielten die Berliner im Spiel, bis Niklas Süle eine Freistoßhereingabe von der linken Seite durch Demirbay per Kopf zur Führung (31.) verwertete. "Es ist bitter, durch ein Standardtor zu verlieren. Die Niederlage schmerzt, ist aber verdient", räumte Dárdai ein. Verdient war die Niederlage, weil es den Blau-Weißen nicht gelang, sich Möglichkeiten herauszuspielen. Die Kraichsgauer waren aufmerksamer und handlungsschneller. "Wir haben nicht genug gemacht und haben Hoffenheim spielen lassen - dadurch sind sie selbstbewusster geworden. Nach dem Tor haben sie das Spiel kontrolliert. Wir haben versucht noch ein Tor zu erzielen, aber es nicht geschafft", sah auch Salomon Kalou ein.

Diese Bemühungen zeigten die Hauptstädter vor allem in Hälfte zwei, davon allerdings nicht sehr viele. Aus der Kabine kamen die Berliner zunächst stärker und mit mehr Schwung. So hatte Vedad Ibisevic den Ausgleich auf dem Fuß (51.). Mit der Einwechslung von Julian Schieber brachte Dárdai einen zweiten Stürmer, erhöhte das Risiko. Die Berliner kämpften, fanden aber kein Durchkommen. Die dadurch entstehenden Räume nutzten die Gastgeber und kamen durch Kramaric (58.), den Ex-Herthaner Wagner (71.) und Demirbay (76., 78.) zu weiteren Gelegenheiten.

Enttäuschung und Lehren ziehen

Durch den knappen Rückstand durften die Herthaner lange auf einen Punktgewinn hoffen - am Ende vergeblich. "Eigentlich hätten wir hier etwas mitnehmen müssen. Wir wissen, was wir können, aber das haben wir diesmal nicht gezeigt", so der Norweger. Er weiß aber auch, dass so etwas dazugehört, zum Fußball, dass es solche Tage gibt. "Heute war ein Tag, an dem nicht alles 100-prozentig funktioniert hat", betrachtete er die Sache nüchtern. Das 0:1 sehen die Herthaner nicht als Einbruch, wollen aber ihre Schlüsse daraus ziehen. "So ein Spiel kommt vor. Ich sehe es nicht als Delle unserer bisherigen Saison. Wir müssen unsere Lehren ziehen, nach vorne schauen und dann wieder unsere Leistung bringen", meinte Niklas Stark.

Ab Dienstagnachmittag (01.11.16) werden die Herthaner das Spiel aufarbeiten, dann startet nämlich die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend (04.11.16). Dieser Tag soll wieder ein besserer werden.

(lb/City-Press)

Profis, 05.11.2018
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