Bild: citypress

3:2! Auswärtssieg in Unterzahl

Trotz 83 Minuten mit einem Spieler weniger gewinnen die Herthaner zum Jahresabschluss in Leipzig. Davie Selke (2) und Salomon Kalou machen die Tore.

Leipzig - Zum Abschluss des Bundesliga-Jahres 2017 gewann Hertha BSC trotz 83 Minuten in Unterzahl nach der Notbremse von Jordan Torunarigha am Sonnatgabend (17.12.17) mit 3:2 (2:0) bei RasenBallsport Leipzig. Davie Selke und Salomon Kalou brachten die Berliner zur Halbzeit mit 2:0 in Führung. Der Ex-Leipziger erhöhte nach der Pause, Leipzig kam jedoch durch Orban und Halstenberg nochmal heran.

Aufstellung

Trainer Pál Dárdai schickte seine Elf im häufig praktizierten 4-2-3-1 ins Rennen. Kurzfristig musste er allerdings auf Maximilian Mittelstädt und Mathew Leckie, die mit gesundheitlichen Problemen nicht fit waren, verzichten. Schon fest standen die Ausfälle von Mitchell Weiser und Karim Rekik, die sich im Duell unter der Woche gegen Hannover verletzt hatten. Für die beiden rückten Alexander Esswein und Jordan Torunarigha in die Anfangformation. Weitere Wechsel im Vergleich zum 3:1-Heimsieg nahm Dárdai nicht vor.

Bei den Hausherren musste Ralph Hasenhüttl einmal gezwungenermaßen tauschen. Für den gelb-rot-gesperrten Dayot Upamecano kehrte Kapitän Willi Orban als Innenverteidiger in das gelernte 4-4-2-System zurück.

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Rubrik 17.12.2017
RasenBallsport Leipzig - Hertha BSC

Spielverlauf

Beide Teams hielten sich nicht lange auf. Brumas ersten Versuch von der Strafraumgrenze parierte Rune Jarstein souverän (4.), dann meldeten sich die Herthaner offensiv an - und wie: Davie Selke bekam ein schönes Zuspiel von Esswein und schlenzte aus knapp elf Metern direkt und unhaltbar zum 1:0 in den Winkel (6.). Doch fast direkt mit Wiederanpfiff der Rückschlag: Timo Werner kam gegen Torunarigha als letztem Mann zu Fall. Schiedrichter Frank Willenborg entschied auf Notbremse und damit auf Rot (7.). Die Herthaner mussten sich nun neu sortieren, Leipzig witterte die Chance. Klostermann setzte eine weite Flanke aufs Tornetz (13.). Doch die Blau-Weißen standen in der Folge gut und hatten selbst die Chance. Einen direkten Freistoß von Plattenhardt parierte Peter Gulacsi (18.). Die Berliner gewannen immer mehr Sicherheit - und schlugen erneut eiskalt zu: Einen Freistoß durch Valentino Lazaro köpfte Kalou zum 2:0 in die Maschen (31.). Die Hausherren erhöhten nochmal den Druck. Durchatmen mussten die Blau-Weißen in der 37. Minute, als ein Schuss des früh eingewechselten Diego Demme ans Lattenkreuz klatschte. Kurz vor der Halbzeit verfehlten Naby Keita und Werner das Berliner Tor, sodass es mit dem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause ging.

Zur zweiten Halbzeit musste Kapitän Peter Pekarik angeschlagen vom Feld, ihn ersetzte Per Skjelbred. Am Spielgeschehen änderte das nichts, die Leipziger belagerten Herthas Strafraum, die Dárdai-Schützlinge verteidigten vielbeinig. In der 50. Minute die große Konterchance: Selke prüfte Gulasci, Maier rutschte vorm Nachschuss aus, sodass es den Abpraller nicht mehr richtig kontrollieren konnte und es nur eine Ecke gab. Diese landete dann aber am zweiten Pfosten bei Selke, der trocken auf 3:0 erhöhte (51.). Defensiv ließen die Berliner wenig zu. Keitas (57.) und Kampls (61.) Versuche landeten in den Armen von Jarstein. Selke hatte die große Chance zum vierten Tor, doch aus der eigenen Hälfte gestartet, traf er frei vor Gulasci nur den linken Pfosten (63.). In der 68. Minute kam Leipzig heran. Nach einer Ecke verkürzte Orban mit einem Kopfball am kurzen Pfosten auf 1:3. Mit Vedad Ibisevic für Selke und Genki Haraguchi für Kalou ging es in die Schlussviertelstunde. Jarstein stand jedoch im Fokus - der Norweger parierte beim Schuss von Augustin blendend (80.). In der Nachspielzeit erzielte Halstenberg zwar noch den 2:3-Anschlusstreffer, doch die Herthaner brachten den Sieg über die Zeit.

Fazit und Ausblick

In einem unglaublichen Spiel erkämpfen sich die Blau-Weißen einen tollen Sieg in Sachsen. Für die Herthaner geht es jetzt in den verdienten, aber kurzen Weihnachtsurlaub. Bereits am 2. Januar beginnt die Vorbereitung auf die Rückrunde. Diese startet am 13. Januar mit dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart.

(war,fw/City-Press)

Highlights 1. Halbzeit

4. Minute: Lazaro stoppt den Ball unglücklich für Bruma, der in die Mitte zieht und schießt. Aber Jarstein kann das Leder zur Seite abwehren. Erste Chance im Spiel geht an die Hausherren.

5. Minute: TOOOOOOOOOOOOR!!!! Selke macht das 1:0 mit einem herrlich Schuss aus dem Strafraum. Esswein hatte den Ball zuvor flach in die Mitte gebracht. Unser Angreifer überlegt nicht lange und schlenzt das Ding in die Maschen.

7. Minute: Rote Karte für Torunarigha! Was ist denn hier los? Torunarigha bringt Werner als letzter Mann zu Foul. Schiri Willenborg stellt unseren Verteidiger vom Platz. Ist das bitter.

17. Minute: Orban bringt Selke zu Fall. Freistoß aus ca. 25 Metern Entfernung. Das wäre doch mal wieder was für Platte. Unser Linksverteidiger bringt ihn aufs Tor, aber der Ball kommt zu mittig. Gulacsi hat keine Probleme.

31. TOOOOOOOOOOOOOOOR!!!! Kalou erhöht auf 2:0! Ist das geil oder ist das geil?! Esswein holt einen Freistoß heraus, Lazaro bringt ihn fast von der rechten Eckfahne hoch in die Mitte. Dort steigt Kalou höher als alle anderen und köpft ihn rein!

36. Minute: Durchatmen. Lustenberger ist wach und klärt am Fünfer auf Kosten einer Ecke. Kampl bringt den ruhenden Ball, der über Umwege zu Demme kommt. Der Leipziger schießt direkt - und trifft den Pfosten!

41. Minute: Die Minuten vor der Pause gehören Leipzig. Bruma setzt sich rechts gegen Maier durch und tunnelt Lustenberger. Aber diesmal ist Stark zur Stelle und grätscht den Ball aus der Gefahrenzone.

45. Minute: Uiuiui, Keita setzt den Ball aus 17 Metern nur knapp daneben.

Highlights 2. Halbzeit

51. Den Torschrei schon auf den Lippen, doch nach einem Konter scheiterte Selke an Gulacsi. Maier ist mitgelaufen und hätte den Abpraller eigentlich nur noch über die Linie schieben müssen. Doch im entscheidenden Moment ist er leider weggerutscht.

51. Minute: JAAAAAAA! SELKE MACHT das 3:0!!!!!!!! Nach einer Ecke von Plattenhardt steht unsere 27 am langen Pfosten und schiebt das Ding über die Linie. Wichtig, wichtig und sehr, sehr schön.

57. Minute: Jarstein fängt den artistischen Abschluss von Keita aus kurzer Distanz. Der Leipziger hatte sich in der Mitte gegen Lustenberger durchgesetzt.

61. Minute: Kampl zieht aus 17 Metern ab, aber Jarstein hat den Braten gerochen und fängt den Ball ganz souverän.

62. Minute: Selke an den Pfosten! DA wäre um ein Haar das 4:0! Selke legt sich den Ball selbst mit dem Kopf vor und startet seinen Sololauf aus der eigenen Hälfte. Frei vor Gulacsi behält er den Überblick - eigentlich. Denn sein Schuss geht an den Pfosten.

65. Minute: Wieder kontern wir, wieder wird es gefährlich. Kalou setzt Esswein in Szene, der aus spitzem Winkel abzieht. Gulacsi hält, allerdings stand unsere Nummer sieben zuvor auch im Abseits.

68. Minute: Anschlusstreffer. Da ist es passiert. Nach einer eigentlich schon geklärten Ecke kommt der Ball wieder in unseren Strafraum. Am ersten Pfosten steht Orban und köpft das 1:3.

80. Minute: Augustin kommt zum Abschluss, aber Jarstein hat den Ball im Nachfassen und bekommt sogar noch einen Freistoß, weil Keita den Norweger im Fünfer unfair attackiert hat.

92. Minute: Tor für Leipzig. Das gibt es doch nicht! Halstenberg verkürzt für die Hausherren. Männer, jetzt gibt das hier nicht aus der Hand.

Profis, 11.02.2020
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