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Pokalaus nach Verlängerung

Hertha BSC unterliegt am Dienstagabend (04.02.20) dem FC Schalke 04 nach 120 Minuten mit 2:3 (2:0, 2:2) und scheidet nach einer turbulenten Partie im Achtelfinale aus.

Aufstellung

Gelsenkirchen - Im Vergleich zum Bundesliga-Duell beider Vereine am vergangenen Freitag wechselte Jürgen Klinsmann sein Team gleich auf fünf Positionen durch. Niklas Stark, Marvin Plattenhardt, Arne Maier, Pascal Köpke und Neuzugang Krzysztof Piątek rückten in die Startelf, für beide Angreifer war es gleichzeitig ihre Premiere von Anfang an. Dafür nahmen Maximilian Mittelstädt, Lukas Klünter, Marko Grujic, Javairo Dilrosun und Dodi Lukébakio auf der Bank Platz. Karim Rekik (muskuläre Probleme) und Vladimir Darida (Infekt) schafften es noch nicht wieder in den Spieltagskader. Bei den Gastgebern fiel Suat Serdar verletzungsbedingt aus, David Wagner nahm insgesamt vier personelle Veränderungen vor und baute auf Jean-Clair Todibo, Alessandro Schöpf, Nassim Boujellab und Ahmed Kutucu. Ozan Kabak, Benito Raman und Weston McKennie rotierten raus.

Spielverlauf

Die Herthaner, die taktisch im 3-5-2-System agierten, präsentierten sich zu Spielbeginn mutig und durchaus mit Zug zum Tor. Marius Wolf gehörte aus spitzem Winkel der erste Torannäherung, doch sein von Matija Nastasic noch abgefälschter Schuss segelte über den Kasten (10.). Zwei Zeigerumdrehungen später glänzte Wolf dann als Vorlagengeber - und dieses Mal hatten die Hauptstädter Grund zum Jubeln. Nach gut getimter Rechtsflanke drückte der mitgelaufene Köpke den Ball in der Mitte aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie (12.). Um ein Haar gelang den Gelsenkirchenern allerdings postwendend die Antwort. Nach Abschluss von Amine Harit kratzte Jordan Torunarigha das Spielgerät im wirklich allerletzten Moment für den bereits geschlagenen Rune Jarstein von der Linie (13.). Sekunden später parierte der Norweger im Gehäuse der 'Alten Dame' einen Flachschuss von Harit dann selbst (14.). Mit rund 60 Prozent Ballbesitz rissen die Klinsmann-Schützlinge das Spielgeschehen danach aber wieder vermehrt an sich. Durch eine kompakte Defensive, geschicktes Verschieben und eine bissige Zweikampfführung ließen die Blau-Weißen keine Möglichkeiten für die 'Knappen' zu. Stattdessen schalteten die Herthaner mustergültig um und belohnten sich sechs Minuten vor der Pause mit dem zweiten Treffer. Am Ende des Spielzugs legte Köpke im Strafraum stehend auf Piątek ab, der Alexander Nübel ausguckte und den Ball zum 2:0 in die Ecke schob (39). Weil Jarstein nach einer Ecke reaktionsschnell gegen Schöpf zur Stelle war (42.), ging es mit diesem Ergebnis in die Pause.

Dem polnischen Nationalspieler gehörten auch nach dem Seitenwechsel die ersten Aktionen. Zunächst rauschte sein Schuss aus spitzem Winkel ein Stückchen am langen Pfosten vorbei (52.), dann blockten ihn die Schalker nach einem Konter über den agilen Maier beim Versuch aus 16 Metern (57.). Auf der Gegenseite verzog Michael Gregoritsch (58.) Weitere Bemühungen der Gelsenkirchener erstickte die Klinsmann-Elf daraufhin wieder im Keim. Stark, Jordan Torunarigha und Dedryck Boyata entnervten ihre Gegenspieler ein ums andere Mal. Der Belgier entschärfte mit einer Grätsche gegen McKennie eine brenzlige Situation im Strafraum (63.). Zu diesem Zeitpunkt hatte S04-Coach David Wagner sein (vorläufiges) Wechselkontingent bereits mit den Hereinnahmen von Kabak (46.), Raman und McKennie (60.) aufgebraucht. In der 68. Minute wechselte auch Klinsmann und vertraute in der Schlussphase auf Maximilian Mittelstädt, der für Plattenhardt ins Spiel kam. Über die Seite des linken Schienenspielers fiel fast zehn Zeigerumdrehungen später der etwas überraschende Anschlusstreffer der Hausherren durch Daniel Caligiuri, der Jarstein überwand (76). Mit Dodi Lukébakio für Köpke sollte frisches Personal das Ergebnis über die Zeit bringen (77.) - doch das schlug fehl, weil Schalke urplötzlich ein zweites Mal traf. Nach Vorarbeit von Caligiuri netzte Harit aus wenigen Metern zum 2:2 (82.). Der Ausgleich hatte sich nicht angekündigt, hatten die Berliner doch alles größtenteils im Griff. So ging es in die Verlängerung.

In dieser wirkte auch Lukas Klünter mit, der kurz vor dem regulären Abpfiff nach 90 Minuten Marius Wolf ersetzte. Bei Schalke konnte Caligiuri nicht mehr weiterspielen und machte Platz für Juan Miranda. Der Spanier leitete die einzige nennenswerte sportliche Aktion in der ersten Hälfte der Verlängerung ein, als er scharf in die Mitte flankte, wo Raman aber über den Kasten schoss (99.). Danach wurde es turbulent und Schiedsrichter Harm Osmers rückte in den Mittelpunkt. Nach einem harten Einsteigen von Omar Mascarell, der Torunarigha Richtung Heimbank grätschte, warf der Verteidiger der Herthaner eine leere Getränkekiste auf den Boden und stieß dabei mit Coach Wagner zusammen. Osmers schickte Torunarigha dafür mit Gelb-Rot vom Platz und zeigte Wagner nach Hinweis des Videoschiedsrichters glatt Rot (102). Nach dem erneuten Seitenwechsel hatte das Team von der Spree den Torschrei schon auf den Lippen, aber Mascarell klärte Dilrosuns Versuch nach einer Ecke gerade noch so auf der Linie (109.). Die Klinsmann-Elf hatte in dieser Phase einige Eckbälle, doch ein solcher wurde zum Bumerang. Die Defensive der 'Knappen' schickte Raman auf Reisen und frei vor Jarstein tunnelte er den Gäste-Keeper (115.) - und entschied damit einen Nervenkrimi für Schalke 04.

Fazit und Ausblick

Große Enttäuschung beim Hauptstadtclub! Trotz einer über weite Strecken starken Darbietung und einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung ist die 'Alte Dame' im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Eine turbulente Schlussphase mit Platzverweisen und einem späten Gegentreffer besiegelt das Aus, das nur schwer zu akzeptieren ist. Doch schon am Samstag (08.02.20, 15:30 Uhr) geht es weiter: Dann empfängt die Klinsmann-Elf im Olympiastadion den FSV Mainz 05.

(fw,kk/City-Press)

Highlights 1. Halbzeit

10. Minute: Hallöchen! Wolf von rechts, Ecke!

12. Minute: TOOOOOOR! UND JETZT KLINGELT ES! Wieder Wolf von rechts, scharfe Eingabe auf Köpke und der vollstreckt. ZACK!

13. Minute: Jordan! Auf der anderen Seite gleich wieder tief durchatmen! Jordan Torunarigha kratzt einen brandgefährlichen Schalker Abschluss von Harit in aller, allerletzter Sekunde von der Linie.

39. Minute: Premiere für Pistolero Piątek! Jaaaa, zwei zu null! Nachdem die Schalker Handspiel im Hertha-Strafraum reklamieren, schalten die Blau-Weißen blitzschnell - und auf der Gegenseite bedient Köpke den Pistolero Piątek, der cool bleibt und sein erstes Tor für Hertha erzielt. JAWOLLA!

43. Minute: Nach einer Eck zwingt Schöpf Jarstein zur Parade, aber unser 'Krake' ist auf dem Posten.

Highlights 2. Halbzeit

50. Minute: Ahh schade! Erste gute Kontersituation nach dem Seitenwechsel, aber Köpke und Piątek spielen es in dieser Szene zu kompliziert, sodass der S04 die Szene verteidigen kann.

76. Minute: Verdammt. Caligiuri erläuft einen zu kurz geratenen Klärungsversuch, geht nach innen und schließt mit links ab - Jarstein rutscht der Ball durch, er trudelt ins Netz.

82. Minute: Ist das bitter. Schalke gleicht durch Harit aus, vorbereitet hatte Caligiuri über rechts.

Highglights Verlängerung

99. Minute: Durchatmen! Schalke bricht im zweiten Versuch über links durch, Ramans Abnahme im Zentrum gerät aber zum Glück viel zu ungenau, der Belgier zielt über das Tor von Jarstein.

102. Minute: Hier herrscht gerade völlige Verwirrung. Erst gibt es Gelb-Rot für Jordan Torunarigha, der in einem Zweikampf gelegt wird und sich anschließend zu heftig aufgeregt. Anschließend schaut sich Schiri Osmers die Szene nach Hinweis des VAR nochmal an - und stellt dann Schalke-Coach Wagner vom Platz, der den Herthaner zuvor kurz berührt hatte. Bizarre Szenen. Fakt ist aber: Schalke ist ohne Coach - und Hertha nur noch zu zehnt.

115. Minute: Nein, nein, nein, nein! Im Anschluss an eine eigene Ecke kassiert unsere Mannschaft den Konter. Raman vollendet zu 3:2 für die Gastgeber.

Profis, 11.02.2020
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