Bild: Citypress

"Am Ende war es zu wenig"

Nach der 2:4-Niederlage gegen RasenBallsport Leipzig sprachen Lukas Klünter, Davie Selke, Karim Rekik, Marius Wolf und Maximilian Mittelstädt über die vorangegangenen 90 Minuten im Olympiastadion.

Berlin – Freud und Leid liegt im Fußball oft eng beieinander – so auch am Samstagnachmittag (09.11.19) im Berliner Olympiastadion. Die Blau-Weißen lieferten gegen die favorisierten Leipziger eine engagierte Leistung ab und führten zwischenzeitlich verdient mit 1:0. Doch diese Freude wandelte sich im weiteren Spielverlauf in pure Enttäuschung um. Denn nach der 2:4-Niederlage gegen RasenBallsport Leipzig standen die Herthaner mit leeren Händen da. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Protagonisten in der Mixed-Zone. "Am Ende war es zu wenig. Wir müssen uns jetzt sammeln und nach der Länderspielpause wieder Punkte holen", sagte etwa Davie Selke. Alle Aussagen hat herthabsc.de zusammengetragen. 

Lukas Klünter: Über die kniffligen Szenen kann ich direkt nach dem Abpfiff nichts sagen, da ich sie noch nicht gesehen habe. Von daher werde ich darüber nicht urteilen. Spielerisch haben wir die Partie im zweiten Durchgang verloren – vor allem durch die Leipziger Konter. In der ersten Halbzeit haben wir gut dagegengehalten und so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wenn wir dann solche Kontergegentore fangen, haben wir gegen so einen Gegner hinten raus keine Chance mehr. Die aktuelle Situation ist auf jeden Fall nicht zu unterschätzen. Wir haben noch schwierige Aufgaben vor uns, deswegen wird es in den kommenden Wochen nicht einfacher. Wir müssen uns in der Länderspielpause zusammensetzen, uns ein Herz fassen und dann steht gegen Augsburg ein sehr wichtiges Spiel an. 

Davie Selke: Wir wussten, dass Leipzig mit einer riesigen Qualität nach Berlin kommt. Wir haben in der ersten Halbzeit über zu kurze Strecken gezeigt, was wir vorhatten. Nach dem Seitenwechsel sind wir gut in die zweite Hälfte gestartet, aber am Ende war es einfach zu wenig. Ich möchte nichts auf den Schiedsrichter schieben, das wäre falsch. Wir haben 2:4 verloren und das ist einfach zu wenig. Wir müssen uns jetzt sammeln und es wieder neu angehen. Nach der Länderspielpause müssen wir Punkte holen.

Karim Rekik: In der Situation wollten alle weiterspielen, niemand hatte sich groß beschwert. Ich habe es selbst nicht richtig mitbekommen. Mit Sicherheit habe ich den Ball ins Gesicht bekommen, vielleicht ging er auch irgendwie an meine Hand. Aber ganz ehrlich, wenn du aus der Distanz den Ball abbekommst, wie soll man da bewusst Hand spielen? Das zweite Gegentor war auch sehr glücklich für Leipzig. Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht, Leipzig hatte nicht mehr Chancen als wir. Nach dem Rückstand wurde es aber in der zweiten Hälfte schwierig. Natürlich wird die Situation für uns nach drei Niederlagen nacheinander nicht einfacher. Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben und die Phase überstehen. Nach Negativläufen kommen auch wieder bessere Zeiten.

Marius Wolf: In der ersten Hälfte haben wir es gut gemacht. Unser Plan ist aufgegangen und wir sind in Führung gegangen. Dann gab es schnell den Strafstoß gegen uns, das war bitter – ebenso wie das 1:2. Das waren zwei eklige Gegentore. Im zweiten Durchgang hätten wir den Ball vielleicht ein wenig besser laufenlassen müssen, mussten dann am Ende aufmachen und wurden ausgekontert. Ich glaube aber dass man gesehen hat, dass wir gekämpft und alles versucht haben. Viele 50:50-Situationen sind gegen uns gepfiffen worden. Niklas (Stark, Anm. d. Red.) lag nach dem Zweikampf im Leipziger Strafraum blutend auf dem Platz – ich verstehe in einigen Szenen nicht, warum sich das dann nicht wenigstens noch einmal angeschaut wird. Wir dürfen uns nichtsdestotrotz nicht unterkriegen lassen und müssen zusammen wieder aufstehen.

Maximilian Mittelstädt: Wir sind mit 1:0 in Führung gegangen und hatten einen guten Start. Klar war der Elfmeter unglücklich. Karim (Rekik, Anm. d. Red.) wird aus einem Meter angeschossen, wo soll er die Hand denn da hinnehmen? Auf der Gegenseite wird Niklas Stark mit einem Ellbogen fast die Nase gebrochen und da wird nicht einmal nachgesehen. Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Wir müssen jetzt den Kopf freibekommen, die richtigen Schlüsse daraus ziehen und die Punkte woanders holen. Wir haben Leipzig schon den Spaß am Fußball genommen und standen kompakt. Am Ende ist es vielleicht in der Höhe unverdient, weil wir noch versucht haben Akzente zu setzen. Alles in allem ist es unglücklich gelaufen. Wir haben alles gegeben. Wenn man sieht, was Leipzig momentan für einen Fußball spielt, dann weiß man, was für eine Qualität sie auf dem Platz haben. Trotzdem kamen sie nicht zur Entfaltung. Wir haben alles versucht und ich kann keinem unterstellen, dass er nicht gekämpft hat.

(HerthaBSC/City-Press)

Profis, 09.11.2019
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