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Der Kommunikator

Alexander Schwolow spricht über die Entwicklung des Teams, Zsolt Petrys Torwarttraining und verrät, was die Herthaner von Thomas Müller lernen können.

Berlin – Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil des Daseins eines Profifußballers. Nicht nur der Austausch mit Fans und Medien ist enorm wichtig, sondern auch die gegenseitigen Impulse und Gespräche bei der Arbeit auf dem Feld. Wer Alexander Schwolow bei seinem Job beobachtet, merkt schnell, dass der Schlussmann die Wichtigkeit dieses Aspektes erkannt hat und die von Bruno Labbadia geforderte mannschaftsinterne Kommunikation vorlebt. War diese zu Saisonbeginn teilweise noch nicht zufriedenstellend, so sieht der Keeper die 'Alte Dame' "auf einem guten Weg, wir haben uns schon deutlich verbessert", findet 'Schwolli'. Aber: "Es gibt immer noch Steigerungspotenzial. Thomas Müller war vor einigen Wochen als Gegner ein gutes Beispiel, er steuert und ermutigt seine Mitspieler permanent. Das ist für jeden Gegner unangenehm", berichtet der 28-Jährige lächelnd. Die aktuelle Situation mit pandemie-bedingten Geisterspielen bietet auch den Torhütern neue Chancen in ihrem Spiel. "In Zeiten von Corona hat man als coachender Spieler und gerade als Torwart natürlich Möglichkeiten, beispielsweise wenn sich eine aussichtsreiche Pressingsituation ergibt und man gemeinsam mit seinen Mitspielern lautstark einen Impuls im Team auslöst", erläutert der gebürtige Hesse.

"Zsolt ist sehr kreativ!" Die Arbeit mit Herthas Torwarttrainer schätzt Schwolow.

Hoher Wohlfühlfaktor bei Hertha - Lob für Petrys Torwarttraining

Positive Impulse auszulösen war das erklärte Ziel des Neuzuganges, als er im Sommer vom Sport-Club Freiburg an die Spree wechselte. Schwolow entschied das Duell der Schlussmänner für sich, avancierte zum Stammtorwart, ist inzwischen auch ein Wortführer der neuformierten blau-weißen Elf und beliebter Gesprächspartner der Medien. "Ich habe mich gut eingefunden, komme in der Mannschaft klar und fühle mich total wohl", bestätigt Herthas Nummer 1. Die Arbeit mit Torwarttrainer Zsolt Petry lobt der Keeper als "sehr kreativ. Zsolt holt beispielsweise auch mal die Tennisbälle heraus, um an unserer Koordination zu arbeiten. Ihm ist wichtig, dass wir Situationen frühzeitig erkennen, er fördert die Antizipation", erläutert der 1,89-Meter-Mann.

Auch der jüngste 3:0-Auswärtserfolg in Augsburg dürfte zum Wohlbefinden beigetragen haben. Schwolow setzte hier Trainingsinhalte vorbildlich um, als der Goalie bei einer Chance von Niederlechner hervorragend reagierte und sich nach 90 Minuten mit seiner ersten 'weißen Weste' als Blau-Weißer belohnte. "Ich sehe diese Partie als Auftakt, nachdem wir auch in den vorangegangenen Spielen schon einen Aufwärtstrend hatten und Abläufe besser funktioniert haben", sagt der Torhüter, der in der Fuggerstadt jedoch nur einen "kleinen Schritt in die richtige Richtung" gesehen hat. "Wir sind insgesamt nicht komplett zufrieden, haben in Augsburg aber unsere gute Arbeit endlich in Punkte umgemünzt. Jetzt wollen wir die Entwicklung vorantreiben und unseren Weg weitergehen", untermauert der Familienvater.

Gesagt...

"Wir haben zuletzt unsere Arbeit endlich in Punkte umgemünzt. Diese Entwicklung wollen wir vorantreiben!"

Alexander Schwolow

Beharrliche Arbeit zahlt sich aus

Dieser besagte Weg ist durch die dritte Länderspielpause der Saison aktuell unterbrochen, insgesamt zwölf Profis der Blau-Weißen sind auf Reisen. Dieser Status quo auf dem Schenckendorffplatz ist für die Herthaner inzwischen kein Unbekannter mehr, die Arbeitssituation bezeichnet der Keeper als "nicht einfach, das Trainieren von Abläufen ist erschwert. Aber wir holen das Bestmögliche heraus. Unser Trainerteam ist unheimlich erfahren und findet Mittel und Wege, das Training gut zu gestalten!" Beharrlichkeit in der täglichen Arbeit miteinander zahlt sich aus – Unterbrechungen hin oder her. "Wir haben immer betont, dass wir ein wenig Zeit benötigen, um uns zu finden und wurden bei dem Prozess auch zurückgeworfen. Man sieht die ineinandergreifenden Abläufe aber immer deutlicher, wir haben jetzt genug Zeit miteinander verbracht und unsere Arbeit über Wochen macht sich bezahlt", sagt Schwolow. Der ehrgeizige Schlussmann will in den kommenden Partien mit den Kollegen den jüngsten Trend bestätigen. "Jeder hat verstanden, dass wir nur eine Chance haben voranzukommen, wenn jeder Einzelne in jeder Situation hundert Prozent abruft. Gelingt das, sind wir eine gute Mannschaft!" Mit positiven Impulsen und immer besserer Abstimmung wollen die Blau-Weißen so auch in den kommenden Partien punkten – mit Kommunikator Alexander Schwolow im Kasten.

(kk/City-Press)

Profis, 10.11.2020
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