Bild: citypress

Heimatgefühl

Das Trainingslager in Schladming ist für Valentino Lazaro "ein Stück weit wie nach Hause kommen". Der Österreicher genießt den Aufenthalt in seiner Heimat und brennt darauf, in der neuen Saison durchzustarten.

Schladming - Während das Trainingslager in Österreich für alle Herthaner eine willkommene, wenn auch anstrengende, Abwechslung vom Alltag in der Hauptstadt darstellt, schwingt für Valentino Lazaro ein besonders netter Nebeneffekt mit: "Es ist ein Stück weit wie nach Hause kommen. Auch gerade weil wir in Salzburg gelandet sind. Man muss nur aus dem Fenster schauen und sieht die Berge. Das verschafft mir schon ein Heimatgefühl. Es ist schön, wieder hier zu sein", so der gebürtige Grazer, der vor seiner zweiten Saison im blau-weißen Trikot steht.

Und auch wenn Lazaro die Tage in der Heimat genießt, steht völlig außer Frage, dass der 22-Jährige längst in Berlin - bei Hertha BSC - angekommen ist. Im August vergangenen Jahres wechselte der Österreicher, zunächst auf Leihbasis, von RB Salzburg an die Spree. Die Herthaner machten von ihrer Kaufoption Gebrauch, Lazaro unterschrieb einen langfristigen Kontrakt. Das Engagement beim Hauptstadtclub ist derweil seine erste Auslandsstation. Von der U15 bis zur U18 durchlief Herthas Nummer 20 die Akademie-Teams der Salzburger, schon mit 16 packte er den Sprung zu den Profis. Fünf Meistertitel und vier Pokalsiege stehen bereits in seiner Vita. Und überhaupt ist Lazaro trotz seines jungen Alters ein äußerst reifer, man möchte fast sagen kompletter, Profi: Sowohl auf dem Rasen als auch in seinem souveränen Auftreten gegenüber den Medienvertretern weiß 'Tino' zu überzeugen.

Hindernisse? Überwunden

Seine abgeklärte Art hilft ihm außerdem dabei, schwierige Phasen zu überstehen. Schließlich laborierte Lazaro zur Zeit seines Wechsels nach Berlin noch an einem Außenbandriss im Sprunggelenk. Er verpasste die komplette Vorbereitung seines neuen Arbeitgebers. "Der Schritt hierher war ein Traum, ich wollte unbedingt in der Bundesliga spielen. Es war am Anfang allerdings sehr, sehr schwierig für mich, aufgrund der Verletzung nicht gleich mit den Jungs trainieren zu können", erinnert sich der Offensivspieler. Zunächst über Kurzeinsätze, kämpfte er sich Stück für Stück in die Mannschaft. Ein erster Höhepunkt mit der Fahne pur auf der Brust: Der 3:2-Auswärtssieg in Unterzahl bei RB Leipzig kurz vor Weihnachten, als Lazaro zwei Tore auflegte - und durchspielte. Zuvor überzeugte er auch auf der internationalen Bühne in der UEFA Europa League.

Gesagt...

"Vor allem in der Rückrunde ist es für mich gut gelaufen. Das ist das Niveau, das ich halten und steigern will."

Valentino Lazaro

Bereit für den nächsten Schritt

Insgesamt brachte es Lazaro in seiner ersten Bundesliga-Saison auf 26 Einsätze, in denen er zwei Mal netzte und fünf weitere Treffer vorbereitete. Fragt sich, was dann erst alles möglich sein kann, wenn ein gesunder Lazaro mit den Herthanern in die neue Saison startet. "Natürlich ist es von Vorteil, dass ich die gesamte Vorbereitung bestreiten kann. Deswegen freue ich mich sehr darauf, dass es losgeht", meint der Tempospieler. "Vor allem in der Rückrunde ist es für mich gut gelaufen. Das ist das Niveau, das ich halten und dann auch nochmal steigern will." Über die Voraussetzungen, die erfüllt werden sollten, damit das gelingen kann, sagt er: "In erster Linie wäre es wichtig, mit einem Sieg gegen Nürnberg in die Bundesliga-Saison zu starten, gerade zu Hause - das ist das Ziel, für die Fans und uns. Das würde dem Selbstvertrauen gut tun und es grundsätzlich jedem einfacher machen, befreit aufzuspielen, Spaß zu haben und das positive Klima zu halten."

Natürlich ist Lazaro aber auch bewusst, dass es ihm und dem Team in der abgelaufenen Rückrunde nicht gelang, in der Tabelle Sprünge zu machen, als die Möglichkeit dazu bestand: "Es gab regelmäßig Duelle, in denen wir die Chance hatten, nach oben zu rutschen – nur genau das haben wir dann immer nicht geschafft. Es wird also wichtig, dass wir gut starten und konstant bleiben", so der Österreicher. Klare Vorstellungen, wie er selbst dazu beitragen kann, hat er ebenfalls: "Es wäre schön, zweistellig Scorerpunkte zu sammeln. Mein vorrangiges Ziel ist es aber, noch mehr Verantwortung zu übernehmen." Doch ehe die neue Saison endlich losgeht, wird Lazaro erstmal noch sein Heimatgefühl und die verbleibenden Tage mit Bergpanorama in vollen Zügen genießen. So gut das eben geht, wenn Athletiktrainer Henrik Kuchno das Team Tag für Tag mit seinem knackigen (Aufwärm-)Programm quält.

(af/City-Press)

Profis, 10.08.2018
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