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Freude pur bei Fahne pur

Zurück auf dem Schenckendorffplatz: Mit großer Freude nahmen die Herthaner die Vorbereitung auf - mit Neuzugang Lucas Tousart.

Berlin - Herausgeputzt im neuen blau-weiß gestreiftem Heimtrikot betraten die Herthaner am Dienstagmorgen (28.07.20) um 10:10 Uhr den Schenckendorffplatz. Bei strahlendem Sonnenschein grinsten, flachsten und gestikulierten die Spieler auf dem Gang von der Kabine Richtung Trainingsplatz angeregt wie lautstark. Hier ein flapsiger Spruch, da ein freundlich zugerufener Gruß an die Medienvertreter und ein Klatschen für Herthinho. Man musste wahrlich kein Menschenkenner sein, um zu spüren: Die Stimmung vor der ersten Einheit der Vorbereitung auf grünem Rasen war prächtig. "Es ist immer schön, auf dem Platz zu stehen. Das ist immer Freude pur", teilte Bruno Labbadia die positive Atmosphäre, verwies aber auch auf die Präparation der vergangenen Tage. "Wir haben schon zwei intensive Tage mit infrastrukturellen Veränderungen und Tests hinter uns", sprach der Coach noch einmal über den zurückliegenden Auftakt.

Der Trainer ist aber auch lange genug im Geschäft dabei, um zu wissen, dass eine arbeitsreiche und kräftezehrende Vorbereitung noch so manche Tücken parat hält - und die eine oder andere Einheit keinesfalls zu Ausgelassenheit und Überschwang einlädt. "Auf die Spieler warten nun drei sehr intensive Wochen, eine Art Trainingslager vor Ort von früh bis spät. Dann gibt es wohl einen kurzen Cut, danach geht es dann an die Schnelligkeit, an die Details und natürlich ums Fußballspielen", sagte der 54-Jährige, der nach der 'Corona-Vorbereitung' sozusagen seine zweite mehrwöchige Trainingsphase mit seiner Mannschaft durchläuft. "Es war natürlich alles sehr eigenartig, aber diese außergewöhnliche Situation haben wir alle gut zusammen gemeistert."

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Rubrik 28.07.2020
Training am 28.07.20

Tousart mit viel Elan

Ein Herthaner, der wohl im Mittelpunkt der Trainingskiebitze geständen hätte, insofern die gegenwärtige Lage ihr Erscheinen zugelassen hätte, wäre sicher Lucas Tousart gewesen. Der französische Neuzugang spielte in der ersten Jahreshälfte noch leihweise bei seinem abgebenden Verein Olympique Lyon und präsentierte sich nun das erste Mal im Teamtraining. "Ich habe fast vier Monate kein Fußball mehr gespielt, deswegen hat die erste Einheit mit den Kollegen sehr viel Spaß gemacht. Für mich geht es jetzt darum, das ganze Team und das ganze Gelände mit allen Abläufen kennenzulernen", berichtete der Franzose, der mit Übersicht und körperlicher Präsenz glänzte, im Anschluss an die knapp 100-minütige Einheit. Auch Nils Körber, der zwei Jahre das Tor der VfL Osnabrück gehütet hatte, stellten sich wieder auf dem Schenckendorffplatz vor. "Das war ein guter Auftakt", sagte der Schlussmann.

Ondrej Duda arbeitete nach seiner Leihe zum englischen Premier League-Absteiger Norwich City noch individuell und steigt voraussichtlich am Donnerstag wieder ein. "Ich hätte Ondrej gerne noch etwas mehr Urlaub gegeben, aber wir wollten den Abstand zum Auftakt der Mannschaft nicht zu lang werden lassen. Am Mittwoch folgt seiner zweiter Corona-Test, danach kann er im Idealfall wieder einsteigen", bezog Labbadia Stellung zu seiner Nummer 10. Auch Santiago Ascacibar absolvierte nach seinem Mittelfußbruch ein individuelles Programm mit Athletiktrainer Hendrik Vieth. "Santi liegt gut in der Zeit, wir müsen jetzt sehen, wie sein Fuß reagiert", so der Fußballlehrer, der auch auf Niklas Stark ein besonderes Auge wirft. "Nik hatte einen Infekt, muss noch ein bisschen kürzer treten und trainiert noch separat." Lazar Samardžić dagegen fehlte aus persönlichen Gründen. Insgesamt standen 19 Feldspieler und drei Torhüter auf dem Platz, das erste Tor im Trainingsspiel war Vladimir Darida vorbehalten. Auch im Team hinter dem Team gab es eine Veränderung. Nach fast 20 Jahren beim Hauptstadtclub hat sich Physiotherapeut David de Mel entschieden, beruflich neue Herausforderungen zu suchen. Seinen Platz übernimmt in Jürgen Lange ebenfalls ein langjähriger Herthaner.

Für die Spreeathener war die Vormittagseinheit also der Auftakt zu mindestens sechs intensiven und schweißtreibenden Wochen, ehe die gezielte Präparation auf das Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig (11.-14.09.20) das Vorbereitungsende einläutet. Bis zum Wochenende warten täglich Doppelschichten auf die Blau-Weißen, dazu punktuell Stabilitätsübungen. Am Samstag (01.08.20) steigt eine weitere Übungsstunde, die wie alle Einheiten auf dem Schenckendorffplatz nicht-öffentlich ist. Am Sonntag gewährt Labbadia seinen Schützlingen dann einen freien Tag. Ein Trainingslager wird es in diesem Jahr nicht geben, die Termine der Testspiele befinden sich momentan noch in der Abstimmung. 

(fw/City-Press)

Profis, 28.07.2020
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