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Geschlossenheit zeigen

Analysieren, abschütteln und nach vorne schauen: Ohne ein Quartett nahm Hertha BSC am Dienstag (20.10.20) die Vorbereitung auf das Gastspiel in Leipzig auf.

Berlin - Mit etwas Abstand zum jüngsten Spiel gegen Stuttgart war die Laune von Bruno Labbadia am Dienstagmittag (20.10.20) wieder etwas besser. Neue Zuversicht hatte sich eingestellt, die Enttäuschung der zurückliegenden Tage war verflogen. Der Fokus liegt auf dem kommenden Spiel am Samstag bei RasenBallsport Leipzig (24.10.20, 15:30 Uhr) – alles andere als eine leichte Aufgabe, schließlich wartet der ungeschlagene Tabellenführer. "Unser Gegner gehört zu den besten Mannschaften, ist extrem gut eingestellt und kommt mit viel Tempo. Leipzig hat zuletzt eine tolle Champions League-Saison gespielt und führt das aktuell weiter", ist sich Labbadia bewusst, demonstrierte nach der ersten Einheit der Woche aber auch Entschlossenheit. "Knappe Niederlagen wie in München sind nicht unser Anspruch. Die Erwartungen in der Bundesliga sind immer hoch, egal gegen wen wir spielen. Aber wir wollen versuchen, überall zu gewinnen."

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Rubrik 20.10.2020
Training am 20.10.20

Um dieses Kunststück in der Messestadt, wo die Blau-Weißen 2017 siegten und in der vergangenen Rückrunde einen Zähler entführten, zu bewerkstelligen, bedarf es allerdings einer klaren Leistungssteigerung. Das ist allen Herthanern glasklar. "Wir gehen in jedes Spiel positiv rein, aber wir schwanken noch zu oft", befindet Labbadia, der aktuell vor allem zwei Aufgaben ausgemacht hat und erahnen lässt, dass er die Partie gegen den VfB intensiv mit seinem Team aufgearbeitet hat. "Wir haben eine klare Linie. Wir analysieren und sprechen Fehler ganz konkret an. Gleichzeitig sind wir aber auch gefragt, die Spieler zu stärken." Neben Gesprächen sowie intensiver Videoanalyse mit einzelnen Akteuren und in Gruppe geht in der täglichen Trainingsarbeit vor allem darum, leichte Fehler in der Defensive zu vermeiden. "Wir machen wenige taktische Fehler, dafür mehr individuelle – und das macht es komplizierter", sagt der 54-Jährige, der den Schwerpunkt daher auch auf grundlegende Dinge legt. "Wir müssen uns unser Positionsspiel wieder erarbeiten. Wenn wir Geschlossenheit zeigen, sind wir schwierig zu schlagen." In der rund 90-minütigen Einheit schritt der Coach oft ein, gab lautstark Anweisungen. "Wir wollten das alte Spiel abschütteln und direkt wieder Feuer reinbringen. Es war ein intensives Training."

Ein Quartett arbeitet individuell

Während ihre Mannschaftskollegen auf dem Schenckendorffplatz ordentlich ins Schwitzen kamen, arbeiteten vier Profis individuell in der Kabine. Betroffen waren Peter Pekarík (Becken) und Deyovaisio Zeefuik (Muskel), die am Wochenende noch beide angeschlagen vom Feld mussten, sowie Jhon Córdoba (Ferse) und Mathew Leckie (Nacken). "Wir müssen abwarten, was mit ihnen ist. Jhon hatte schon bei der Nationalmannschaft und im Spiel gegen den VfB leichte Probleme an der Ferse, vielleicht kann er Mittwoch oder Donnerstag wieder einsteigen. Mathew spürt seinen Halswirbel wieder, das ist etwas komplizierter. Bei Deyo ist es zum Glück kein Muskelfaserriss, bei Peka ist es eine schwere Prellung mit Blutergüssen, aber wir haben die Hoffnung, dass es bis Samstag klappen könnte", nahm Labbadia Stellung zu den Personalien. Santiago Ascacíbar und Jordan Torunarigha sind nach wie vor im vorsichtigen Aufbau und definitiv keine Option für die Begegnung am 5. Spieltag. Daishawn Redan, der am Sonntag für die U23 im Einsatz war, beendete das Training vorsichtshalber etwas eher. Mattéo Guendouzi sitzt nach wie vor in Quarantäne, Omar Alderete trainierte dagegen voll mit. 

Im Idealfall wirkt der Niederländer schon am Mittwochmorgen beim nächsten medienöffentlichen Training wieder auf dem Platz mit. Neben der Einheit am Vormittag hat Labbadia natürlich noch weitere Übungsstunden für seine Schützlinge angesetzt, ehe dann die Elf von Trainer Julian Nagelsmann der nächste Prüfstein wird.

(fw/City-Press)

Profis, 20.10.2020
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