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"Unsere Entwicklung ist positiv!"

Valentino Lazaro spricht über den bisherigen Saisonverlauf, die Verletzung von Marko Grujić, die anstehenden Weihnachtsferien und seine musikalischen Favoriten im Jahr 2018.

Berlin - Auf dem Rasen reift er immer mehr zur Führungsfigur, in den Katakomben gibt er als Kabinen-DJ den Takt vor: Valentino Lazaro hat in seiner zweiten Saison bei Hertha BSC den nächsten Schritt gemacht. Für Pál Dárdai ist er unverzichtbar - als einziger Spieler des Hauptstadtclubs hat Tino in der Spielzeit 2018/19 noch keine einzige Pflichtspielminute verpasst. Die Nummer 20 sprach mit herthabsc.de über den bisherigen Saisonverlauf, die erneute Verletzung von Marko Grujić und die anstehenden Weihnachtsferien. Außerdem verriet Lazaro seine musikalischen Favoriten des Jahres 2018.

herthabsc.de: Valentino, zuletzt hast du der 'Alten Dame' mit deinem Traumtor gegen Hoffenheim einen Punkt gerettet und beim Auswärtssieg in Hannover eine Vorlage beigesteuert. In der gesamten letzten Bundesliga-Saison hast du sieben Scorerpunkte gesammelt, in der laufenden Spielzeit stehst du schon bei fünf - und das, obwohl du meist als Außenverteidiger eingesetzt wurdest. Fühlst du dich auf der Position weiter hinten, in der Abwehrkette, mittlerweile sogar noch wohler als in der Offensive?
Lazaro: Wohler würde ich nicht sagen. Ich habe die neue Aufgabe angenommen und von Anfang an versucht, sowohl offensiv als auch defensiv mein Bestes zu geben. In den zurückliegenden Wochen hat das immer besser geklappt. Klar ist aber auch, dass meine Stärken eher in der Offensive liegen. Bei unserem Spielstil habe ich als rechter Verteidiger aber auch oft den Ball, ohne einen Gegenspieler im Rücken zu haben. Das erlaubt es mir, viel Tempo nach vorne zu machen. Und dadurch, dass ich weiterhin oft mit aufrücke, macht die Position für mich auch gar keinen so großen Unterschied. Gerade mit 'Lecks' hat das Zusammenspiel in letzter Zeit wirklich gut funktioniert. Außerdem denke ich auch, dass ich in Zukunft immer mal wieder auf dem Flügel zum Einsatz kommen werde und dann werde ich das mit dem Mann hinter mir genauso handhaben: mal geht er nach vorne, mal ich – was natürlich mehr Vorteile für mich hat (schmunzelt).

herthabsc.de: Vor der Saison sagtest du, dass es schön wäre, zweistellig Scorerpunkte zu sammeln und mehr Verantwortung zu übernehmen. Wie gut ist dir Letzteres deiner Meinung nach bislang gelungen?
Lazaro: Erstmal bin ich froh, dass ich der Mannschaft schon mit einigen Scorerpunkten helfen konnte – trotz der für mich ungewohnten Position bin ich diesbezüglich auf einem ganz guten Weg. Wenn man sich die einzelnen Spiele im Nachhinein nochmal anschaut, muss man sogar sagen, dass ich schon den ein oder anderen Scorerpunkt mehr hätte sammeln können. Was die Verantwortung betrifft: Vom ganzen Gefühl her ist in dieser Spielzeit alles etwas mehr geworden. Ich habe nun – in meinem zweiten Jahr bei Hertha – mehr mitzureden und kann in verschiedenen Bereichen, vor allem natürlich auf dem Platz, mehr mitlenken und -gestalten. Da habe ich mich auf jeden Fall gesteigert. Ohnehin ist unsere gesamte Entwicklung positiv!

Lazaro und Grujić nach dem Heimsieg gegen Frankfurt. "Markos Ausfall tut uns weh", so Lazaro über die erneute Verletzung seines Teamkollegen.

herthabsc.de: Einer, der großen Anteil an dieser Entwicklung hat, ist Marko Grujić. Von den sieben Spielen, in denen Marko auf dem Platz stand, habt ihr kein einziges verloren. Mit seiner Anwesenheit habt ihr 17 der 23 Punkte geholt. Nun fällt er erneut aus, für Grujić ist die Hinrunde beendet. Wie schmerzlich ist sein Ausfall für euch? Schließlich wurde seine Rückkehr vielerseits als Hauptgrund für euren jüngsten Aufschwung genannt...
Lazaro: …klar, da ist auch viel Wahres dran. Marko ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, er war bis jetzt in jedem Spiel, das er bestritten hat, unser Stabilisator. Er fordert im Mittelfeld sehr viele Pässe und verliert den Ball gleichzeitig nur sehr selten. Er kann den letzten Pass spielen und kommt auch selbst zum Abschluss. Deswegen sind wir froh darüber, Marko bei uns zu haben – er macht uns auf jeden Fall stärker! Dementsprechend tut uns sein Ausfall weh. Wenn ein Spieler wie Marko ausfällt, musst du das eben taktisch auffangen, wir haben immer noch andere gute Mittelfeldspieler. Wir hoffen, dass uns das in den verbleibenden drei Spielen besser gelingen wird als bei seiner ersten Verletzung.

herthabsc.de: Am kommenden Samstag (15.12.18, 15:30 Uhr) bekommt ihr es mit dem VfB Stuttgart zu tun. Die Stuttgarter stecken im Abstiegskampf und haben in dieser Saison erst neun Treffer erzielt. Trotzdem hat sich Hertha in Stuttgart zuletzt meist schwergetan: Nur eins der letzten fünf Gastspiele beim VfB hat die 'Alte Dame' gewonnen. Wie wollt ihr die Schwaben knacken?
Lazaro: Es kann ein sehr ekliges Spiel werden, das ist klar. Stuttgart ist ein Gegner, der nicht zu unterschätzen ist. Nichtsdestotrotz sind wir von der spielerischen Qualität höher einzustufen. Es wird für uns also darauf ankommen, ihren Spielfluss zu unterbinden, sehr früh anzulaufen und zu stören und Ballgewinne zu erzwingen. Vielleicht wird der VfB dadurch nervös. Schließlich wird es dann darauf ankommen, unsere Chancen zu nutzen, um hoffentlich mit drei Punkten wieder nach Hause zu fahren.

herthabsc.de: Abseits des Platzes bist du unter anderem für deinen Musikgeschmack bekannt. In der Kabine entscheidest du, welche Musik läuft. Welche Lieder dürfen in deiner persönlichen Best-of-Liste für das Jahr 2018 auf keinen Fall fehlen?
Lazaro: Poah… Was darf nicht fehlen? (überlegt) Die Alben 'Scorpion' von Drake und 'Astroworld' von Travis Scott. Im deutschsprachigen Bereich darf natürlich Luciano nicht fehlen. (schmunzelt) Und dann gibt es noch einige ‘kleinere‘ Newcomer, die hier noch nicht ganz so bekannt sind: H.E.R. finde ich zum Beispiel cool.

herthabsc.de: Auch wenn vorher noch drei Aufgaben auf euch warten, stehen die Feiertage vor der Tür. Was überwiegt bei dir: die Vorfreude auf die fußballfreien Tage oder die Vorfreude auf die Zeit mit Familie und Freunden in der Heimat?
Lazaro: Beides! (lacht) Wie schon gesagt wurde, habe ich in dieser Saison noch keine einzige Minute verpasst. Das macht sich natürlich irgendwann bemerkbar. Insofern freue ich mich darauf, zumindest mal für ein paar Tage die Beine hochzulegen und zu regenerieren. Die Familie und Freunde wiederzusehen und die Zeit mit ihnen zu genießen, ist sowieso immer schön.

(af/dpa)

Profis, 12.12.2018
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