Bild: herthabsc

Wenn die Mama hinter Gittern sitzt

Auch 2019 gab es wieder einen Adventskalender der besonderen Art. Mit der Aktion 'Herthaner helfen' erfüllten wir 24 große und kleine Herzenswünsche.

Berlin - Die eigene Mutter nicht sehen, nicht mit ihr kuscheln, nicht mit ihr spielen oder reden können – weil sie im Gefängnis sitzt. Diese Situation ist für viele Kinder Alltag und alles andere als leicht. Nicht nur ist es für die Heranwachsenden schwer, Kontakt zu ihren Mamas zu haben, auch fehlt es ihnen oft am Nötigsten, wie zum Beispiel an Schuhen für den Winter.
KidMobil vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Kinder zu unterstützen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die von Sozialarbeiterinnen geschult werden, begleiten die Mädchen und Jungen zu ihren inhaftierten Müttern in die Strafanstalt zur Kinderspielstunde. Acht Kinder betreut KidMobil in Berlin.

Drei dieser acht Kinder leben zusammen mit 77 anderen Kindern ab 6 Jahren in einer stationären Einrichtung vom heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfeverbund SANCTA MARIA in Wannsee. Berlinweit leben 9000 Kinder in Einrichtungen wie dieser, welche Kindern, die nicht mehr zu Hause wohnen können, ein Zuhause auf Zeit geben. Gründe hierfür sind etwa Missbrauch oder Suchtprobleme der Eltern. Hier leben die Kinder in alters- und geschlechtsgemischten Gruppen und werden sozialpädagogisch und therapeutisch betreut.

Im SANCTA MARIA schaute also das Hertha BSC-Weihnachtsteam vorbei. Lukas Klünter besuchte die einzelnen Wohngruppen und überraschte die Mädchen und Jungen mit Geschenken. Alle Kinder bekamen Schals, Bälle, Adventskalender und Turnbeutel – für die Kinder vom KidMobil gab es außerdem Gutscheine für neue Schuhe im Wert von jeweils 60 Euro, die sich Ursula Snay vom Projekt für sie gewünscht hatte. Auch für die sieben ehrenamtlichen Helferinnen des KidMobils gab es eine kleine Weihnachtsüberraschung: Hertha BSC lädt sie zu einem Wellness-Tag ins Liquidrom ein.

Klünter schrieb außerdem eine Menge Autogramme, erfüllte Fotowünsche vor Hertha-Fahnen in den Zimmern und beantwortete Fragen der Nachwuchs-Herthaner: "Hast du Muskeln?" Zum Abschluss musste sich der schnelle Verteidiger noch auf dem Platz beweisen und kickte eine Runde mit den Kindern. "Es ist schön, zu sehen, wie wir den Kids eine kleine Freude bereiten konnten. In solchen Momenten kann das Sportliche auch mal in den Hintergrund rücken", so der 23-Jährige.

(lb/City-Press)

Soziales, 07.02.2020
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