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Meine Stadt. Mein Verein.

Die Berliner Jungs – Teil 2: Hany Mukhtar

Berlin – Hany Mukhtar ist U19-Nationalspieler, er war der Kapitän der Hertha U17-Meistermannschaft 2012 und ist nun schon seit zwei Jahren Teil der Profimannschaft. Der gebürtige Berliner mit sudanesischen Wurzeln gilt als Rohdiamant und Hoffnungsträger für die Zukunft. Das Hertha-Eigengewächs nahm sich Zeit für ein ausführliches Interview über die Stadt, den Verein und vieles mehr: Die Berliner Jungs – Teil 2.

Wir treffen einen entspannten und lässig gekleideten Hany Mukhtar nach dem Training direkt auf dem Hertha-Trainingsgelände - mitten auf dem Rasen des Schenckendorffplatzes. Das ist kein Zufall, denn sein Lieblingsort ist der Trainingsplatz. Hier verbringt Hany Mukhtar am liebsten seine Zeit - der Fußball ist seine große Leidenschaft. Mit uns spricht er u.a. über seine Fußballverrücktheit, die Verbundenheit zu Hertha BSC und seine persönlichen Erwartungen für die Zukunft.

Hany Mukhtar im Gespräch mit herthabsc.de auf dem Trainingsplatz.

herthabsc.de: Hany, beschreib Hertha BSC doch mal in wenigen Worten!
Hany Mukhtar: Hauptstadtclub, Traditionsverein, Mein Verein.

herthabsc.de: Du bist seit 2002 bei Hertha, was bedeutet Dir der Verein?
Mukhtar: Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und spiele schon seit über 12 Jahren in dem Verein. Das ist einfach die Stadt, in der ich groß geworden bin und in der ich viel erlebt habe. Deshalb würde ich auf jeden Fall sagen, dass der Verein zu mir gehört. Außerdem bin ich der Meinung, dass Hertha mit der Stadt und den Strukturen in die Bundesliga gehört.

herthabsc.de: Vor fünf Jahren warst Du noch Balljunge im Olympiastadion, jetzt stehst Du mittlerweile selbst regelmäßig auf dem Platz. Hättest Du gedacht, dass alles so schnell geht?
Mukhtar: Ich habe immer hart an mir gearbeitet und mein Bestes gegeben. Es ist ein riesiger Sprung aus der Jugend zu den Profis und ich bin noch lange nicht an meinem Ziel. Die größte Herausforderung ist es nun, sich dauerhaft in der Profimannschaft zu etablieren.

herthabsc.de: Sowohl Dein erstes Bundesligaspiel als auch Dein erster Startelfeinsatz waren gegen den FC Bayern. Wie fühlt man sich als junger Spieler vor solchen Begegnungen?
Mukhtar: Ich war vor diesen Spielen auf jeden Fall aufgeregt, aber im Endeffekt ist es nur das, was ich ohnehin am liebsten mache - nämlich Fußball spielen. Und deswegen sollte ich auch einfach dankbar dafür sein, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte.

herthabsc.de: Hast Du ein bestimmtes Ritual vor den Spielen?
Mukhtar: Ja, ich bete vor jedem Spiel.

herthabsc.de: In den Medien hast Du den Spitznamen „Der kleine Muck“. Ein Vers in dem Märchen lautet „Lauf mit mir fort, zu fernem Ort. Endet dein Lauf ist Glück dein Kauf“. Wie sieht es bei dir aus, läufst Du weiter oder hast Du bei der Hertha dein Glück gefunden?
Mukhtar: Das ist alles noch so weit entfernt. Ich fühle mich wohl in Berlin und bei Hertha BSC. Im Moment kann ich mir nichts Schöneres vorstellen und würde am liebsten hier bleiben, aber als junger Spieler braucht man halt auch genügend Einsatzzeiten, um sich weiterzuentwickeln. Deshalb muss ich gucken, was die Zukunft für mich so bringt. Ich bin dem Verein jetzt schon unendlich dankbar.

Startelfdebüt gegen Bayern - Hany Mukhtar.

herthabsc.de: Mit Brooks, Schulz und Gersbeck stehen noch weitere junge Ur-Berliner im Profikader und auch im Nachwuchsbereich spielen noch einige andere talentierte Nachwuchspieler. Dürfen sich die Hertha-Fans auf eine neue goldene Generation freuen?
Mukhtar: Wir geben alle unser Bestes und werden mit der Zeit sehen, wie sich alles entwickelt. Ich für meinen Teil kann auf jeden Fall sagen, dass ich noch einige wichtige Schritte machen muss.

herthabsc.de: Welche Schritte meinst Du damit?
Mukhtar: Zum einen muss ich körperlich noch etwas zulegen und zum anderen ist das Spiel im Allgemeinen schneller, man muss immer schon eine Idee im Kopf haben, bevor man den Ball bekommt. Das sind, glaube ich, die größten Unterschiede zum Jugendfußball.

herthabsc.de: Du bist ein technisch sehr versierter Spieler, ist das eine Gabe von dir oder ein Resultat vieler Trainingseinheiten?
Mukhtar: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Sicherlich von beidem etwas. Ein bisschen Talent wurde mir in die Wiege gelegt, aber ich arbeite auch hart an meinen Schwächen und versuche meine Stärken noch weiter zu verbessern.

herthabsc.de: Wer ist für dich der unangenehmste Gegenspieler im Training?
Mukhtar: Peter Niemeyer geht immer agressiv in die Zweikämpfe, aber im Training ist eigentlich immer alles fair.

herthabsc.de: Ist das Spieler-Trainer-Verhältnis zwischen Dir und Jos Luhukay ein Besonderes? Der Trainer hält ja bekanntlich sehr viel von Deinen Qualitäten und gilt als einer Deiner größten Förderer.
Mukhtar: Wir haben auf jeden Fall ein gutes Verhältnis. Ich bin sehr froh, dass Jos Luhukay mein erster Trainer im Profibereich ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Bundesligatrainer so viel mit einem 18- oder 19-jährigen redet und ihm Tipps gibt.

herthabsc.de: Wie viel 'Hertha-Fan' steckt eigentlich noch in Dir?
Mukhtar: Natürlich steckt in mir noch ein Hertha-Fan. Wenn man so lange in einem Verein spielt, geht das gar nicht anders. Als Jugendspieler waren wir immer im Stadion, wenn wir nicht selber gespielt haben. Oft waren wir auch Balljungs.

herthabsc.de: Du bist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nenne uns doch mal ein paar Dinge, die die Hauptstadt einzigartig machen!
Mukhtar: Berlin ist Multi-Kulti. Egal woher du kommst, welche Religion oder Hautfarbe du hast, hier gibt es eigentlich jeden Typ von Mensch. Daher fühlt man sich nie als eine Ausnahme.

Hany Mukhtar schaffte bei Hertha BSC den Sprung aus der Nachwuchsakademie zu den Profis.

herthabsc.de: Deine Mutter kommt auch aus Berlin, Dein Vater aus dem Sudan – was verbindet dich noch mit dem Heimatland Deines Vaters?
Mukhtar: Wir haben noch sehr viel Kontakt zu meinen Verwandten im Sudan und fliegen mindestens einmal im Jahr dorthin. Dann sieht man auch jedes Mal die schlimmen Verhältnisse dort. Da wird einem erst richtig bewusst, was man in Deutschland für ein tolles Leben hat und dieses zu schätzen wissen sollte.

herthabsc.de: Gibt es Orte/Plätze in der Stadt, an denen Du Dich besonders gerne aufhälst, um Deine freie Zeit zu genießen?
Mukhtar: Ich bin sehr gerne auf dem Tempelhofer Feld, das ist bei mir in der Nähe. Aber am liebsten bin ich auf dem Trainingsplatz.

herthabsc.de: Jos Luhukay sagte einmal über dich „Der Hany würde den Ball am liebsten mit ins Bett nehmen“. Stimmt das oder hast Du in Deiner Freizeit auch andere Hobbys?
Mukhtar: Ich treffe mich oft mit Freunden und dann spielen wir zusammen Fifa, eigentlich dreht sich bei mir tatsächlich fast alles um den Fußball.

herthabsc.de: Was würdest Du gerne am Ende der Saison über Dich in der Zeitung lesen?
Mukhtar: Hertha BSC hat eine tolle Bundesligasaison gespielt und Hany Mukhtar sein erstes Bundesliga-Tor geschossen.

4 Fragen – 4 Antworten

„Ful“ (sudanesiches Nationalgericht) oder Döner?
Das ist fies. Dazwischen kann ich mich nicht entscheiden. 

Hip-Hop oder Elektro?
Hip-Hop

Flügelspieler oder zentrales Mittelfeld?
Zentrales Mittelfeld

Blau-weißes Heimtrikot oder gelbes Auswärtstrikot?
Blau-weißes Heimtrikot

Teams, 16.01.2018
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