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Gunst der Stunde

Berlin - ick liebe dir. Die Berliner Jungs: Yanni Regäsel.

Berlin - Die Geschichte von Yanni Regäsel bei Hertha BSC begann im Jahr 2005,  als dieser von seinem Jugendverein zu den Blau-Weißen wechselte. Fortan durchlief der junge Rechtsverteidiger sämtliche Nachwuchsmannschaften des Hauptstadtklubs. Mit der U17 von Hertha BSC wurde er schließlich Ligameister und holte somit seinen ersten großen Titel. Erinnerungen, die ihn bis heute begleiten und stolz machen. Nur ein Jahr später durfte der damals 17-Jährige als Belohnung für seine guten Leistungen das erste Mal für eine Woche beim Training der Profis mitmachen.

Beim Pokalhalbfinale der U19 2015 gegen FC Schalke 04 hinterließ der Berliner bei Co-Trainer Rainer Widmayer bleibenden Eindruck. Im September war es soweit – ein ganz persönlicher Traum ging für den 1,80 m großen Abwehrspieler in Erfüllung: Trainer Pál Dárdai berief ihn zum ersten Mal in den Profi-Kader gegen Eintracht Frankfurt, danach stand er regelmäßig im Aufgebot. Gegen Gladbach im Oktober durfte er erstmals ran, in Hannover spielte er gar von Anfang an, gegen Hoffenheim auch – fast schon Stammspieler, was für ein Gefühl...

herthabsc.de: Yanni, welche Bedeutung hat Hertha BSC für dich?
Yanni Regäsel: Hertha BSC bedeutet mir alles. Das ist mein Verein. Dafür spiele ich. Das ist Berlin!

herthabsc.de: Du spielst seit deiner Jugendzeit bei den Blau-Weißen, hast bisher bereits über 100 Spiele für die Mannschaften von Hertha BSC bestritten. Am 26. September war es dann soweit und du standest zum ersten Mal im Profi-Kader. Wie stolz warst du?
Regäsel: Ich war sehr stolz. Ich hatte das Gefühl, dass meine Leistungen anerkannt wurden. Das war schön. Es war etwas ganz Neues für mich, bei den Profis dabei zu sein. Alleine die Fahrten zu den Spielen – wie wir nach Frankfurt geflogen sind – das ist schon was ganz Anderes als bei der U23. Es ist etwas Besonderes, das miterleben zu dürfen. Und als ich dann das erste Mal mit der Mannschaft das Stadion betreten habe, war es auf jeden Fall ein Gänsehautmoment.

herthabsc.de: Bereits 2013 durftest du bei den Profis für eine Woche mittrainieren. Kannst du dich noch erinnern, wie du davon erfahren hast und was das für ein Gefühl war?
Regäsel: Ja, ich kann mich noch daran erinnern. Mein damaliger Trainer, Ante Čović, ist zu mir gekommen und hat mir dann erzählt "Du darfst heute mit zu den Profis!". Das war Aufregung pur für mich. Es war schon immer mein Traum, da oben mitzuspielen. Heute sehe ich das Ganze schon ein wenig lockerer (grinst). Die Mannschaft hat mich überragend aufgenommen und sofort integriert.

herthabsc.de: Waren Spieler wie John Anthony Brooks, die selbst aus der Hertha-Jugend kommen, damals für dich Vorbilder? Sind sie es vielleicht sogar heute noch? Und hast du überhaupt ein fußballerisches Vorbild?
Regäsel: Eigentlich habe ich kein fußballerisches Vorbild. Ich versuche mich ganz auf mich selbst zu konzentrieren, um so die bestmögliche Leistung abzurufen. Aber natürlich sind Spieler wie 'Jay' ein Vorbild – in dem Sinne, dass ich auch immer das schaffen wollte, was er und einige andere eben schon etwas eher geschafft haben: den Sprung vom Nachwuchs zu den Profis.

herthabsc.de: Co-Trainer Rainer Widmayer hat dich dann 2015 beim Pokalhalbfinale der U19 'entdeckt'. Du bist ihm durch deine Leistung aufgefallen und zur 'Belohnung' durftest du erneut bei den Profis mittrainieren. Ehren dich solche Aussagen und spornen sie dich an, in jedem Training alles aus dir rauszuholen?
Regäsel: Na klar. Rainer ist der Co-Trainer! Er ist sowieso ein toller Mensch, ein klasse Typ, nicht nur als Trainer. Von ihm so geschätzt zu werden, das ehrt einen sehr. Und natürlich gebe ich in jedem Training alles, um das zu bestätigen.

herthabsc.de: Was meinst du, sind deine Stärken auf dem Platz und woran musst du noch arbeiten?
Regäsel: Meine Stärken auf dem Platz sind auf jeden Fall meine Aggressivität, die gute Ballbehauptung und mein Passspiel. Außerdem hab ich ein ganz gutes Auge für die Geschehnisse auf dem Platz. Meine Schwäche ist derzeit noch ein bisschen der linke Fuß und auch an meinen Flanken kann ich noch arbeiten, an dem Spiel nach vorne. Ansonsten bin ich aber ganz zufrieden (lacht).

herthabsc.de: Und Hand aufs Herz: Wer ist der unangenehmste Gegenspieler im Training?
Regäsel: Da muss ich einen Moment überlegen. Ich weiß nicht so genau, aber einer ist auf jeden Fall Roy Beerens. Er ist so flink, so schnell. Es ist dann schon immer ziemlich anstrengend gegen ihn zu verteidigen.

Gesagt...

"Mein Herz hat unglaublich schnell geschlagen! Das war vielleicht das beste Gefühl, das ich je hatte."

Yanni Regäsel zum Moment, als sein Trikot im Spiel gegen Gladbach hochgehalten wurde.

herthabsc.de: Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten und dementsprechend groß ist die Aufmerksamkeit. Du bist selber noch sehr jung, hast als Spieler allerdings bereits jetzt eine Vorbildfunktion. Was denkst du, können sich kleine Nachwuchsfußballer bei dir abschauen?
Regäsel:
Zu meiner Familie habe ich ein sehr gutes Verhältnis, bin aber auch halb auf der Straße aufgewachsen. Ich hatte damals das falsche Umfeld. Diesen Werdegang von der Straße zum Profi-Spieler schaffen nur die wenigsten. Da bin ich schon stolz drauf und vielleicht auch ein Vorbild für andere.

herthabsc.de: Kannst du dich noch erinnern, wem und wann du dein erstes Autogramm gegeben hast?
Regäsel: Das war nicht nur eines, das waren gleich mehrere Autogramme nach einer der ersten Trainingseinheiten mit den Profis. Vor der Kabine haben junge Fans gewartet und uns nach Autogrammen gefragt.

herthabsc.de: Also war es nicht die Mama…?
Regäsel: (lacht) Nein, nicht meine Mama. Aber mein erstes Trikot von den Profis hat mein älterer Bruder bekommen. Das Trikot vom Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

herthabsc.de: Du spielst seit deiner Jugend bei Hertha BSC. Warum Hertha, warum blau-weiß? Was macht diesen Verein für dich aus und hebt ihn von anderen Vereinen ab?
Regäsel: Als Berliner möchte ich natürlich für Hertha BSC spielen. Ich habe keinen Bock, woanders hinzugehen. Berlin ist für mich alles, ich will für meine Heimat spielen. Ich gucke auch gerne anderen Mannschaften zu – in der Bundesliga oder auch international. Und Hertha spielt im Moment halt auch sehr schönen Fußball (grinst).

herthabsc.de: Kannst du beschreiben, was es für ein Gefühl ist, sich nach einem Sieg – zum Beispiel dem 3:0-Heimsieg gegen den HSV – von der Ostkurve feiern zu lassen?
Regäsel: Es ist ein überragendes Gefühl! Wie die Fans mitmachen, wie sie uns feiern – das sorgt schon für Gänsehautmomente. Und auch in der Mannschaft ist die Stimmung da natürlich super.

herthabsc.de: In Berlin geboren und aufgewachsen – Wie viel Hertha-Fan steckt denn heute noch in Yanni Regäsel, dem Fußballer?
Regäsel: Immer mehr und immer mehr – mit der Zeit bin ich zum Hertha-Fan geworden. Je länger ich hier bin, desto mehr identifiziere ich mich mit dem Verein. Jetzt schlägt mein Herz nur für Hertha.

herthabsc.de: 31. Oktober 2015, 78. Spielminute. Der vierte Offizielle hebt die Anzeigentafel und die 39 leuchtete grün auf. Es war dein Moment, deine Einwechslung im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, dein Debüt für dein Berlin. Was hast du in diesem Moment gefühlt?
Regäsel:
Es war überragend, einfach sensationell! Das werde ich nie vergessen. Ich habe mich warmgelaufen und dann gesehen, dass mein Trikot hochgehalten wurde. Da hat mein Herz unglaublich schnell geschlagen! Das war ein sehr schönes Gefühl – vielleicht das beste Gefühl, das ich je hatte.

herthabsc.de: Gibt es darüber hinaus noch einen Moment, den du bei Hertha BSC bisher erlebt hast, der dir immer in Erinnerung bleiben wird?
Regäsel:
Mein erstes Bundesligaspiel von Beginn an bei Hannover 96 – keine Frage. Als der Trainer sagte, du stehst in der Startelf, hatte ich einen Flash. Und das Meisterschaftsspiel mit der U17 gegen den VfB Stuttgart, als wir Deutscher Meister geworden sind, werde ich auch so schnell nicht vergessen. Das war auch ein ganz besonderes Erlebnis.

herthabsc.de: Als Berliner Eigengewächs kennst du dich in der deutschen Metropole an der Spree sicherlich bestens aus. Gibt es so etwas wie einen Geheimtipp, den man in Berlin unbedingt gesehen oder gemacht haben muss? Welcher ist dein Kiez?
Regäsel: Meine meiste freie Zeit verbringe ich im Wedding, dort bin ich groß geworden. Ich bin nicht so der Sightseeing-Typ und kenne mich da nicht so gut aus. Ich bin im Kiez aufgewachsen, da gibt es so etwas eigentlich nicht. Ich bin da also eher ein schlechter Ansprechpartner (lacht).

herthabsc.de: Was macht Berlin für dich so besonders? Mal ganz abgesehen davon, dass es deine Heimatstadt ist.
Regäsel: Die Lockerheit der Menschen hier beeindruckt mich. Hier sind alle tolerant und aufgeschlossen. Generell ist Berlin einfach alles für mich.

herthabsc.de: Yanni ganz privat – Wie sieht dein Leben abseits des Fußballs aus?
Regäsel: Das ist ganz unterschiedlich. Entweder bin ich bei meiner Familie zu Hause oder mit meinen Freunden irgendwo in einem Café in Berlin. Ein richtiges Hobby neben dem Fußball habe ich nicht wirklich.

herthabsc.de: Was sind deine persönlichen Ziele für die Zukunft? Was ist dein größter Wunsch?
Regäsel: Mein größter Wunsch ist natürlich, dass ich meinen Profi-Vertrag bei Hertha BSC unterschreibe! Und vielleicht werde ich ja, wenn ich gute Leistungen zeige, im Kader bleibe und Spiele mache, noch mal zur Nationalmannschaft eingeladen. Aber das wird man dann sehen.

herthabsc.de: … und mit Hertha BSC?
Regäsel: Ganz viel (lacht)! Spielen, spielen, spielen. Vielleicht sogar irgendwann mal gemeinsam eine Trophäe holen… Träumen darf man ja. Aber erst einmal geht es darum, konsequent gute Leistungen zu bringen und sicher die Klasse zu halten. Und vielleicht im Pokal noch ein bisschen was zu erreichen...

(jj/City-Press, HerthaBSC)

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Bild: citypress
22.12.2015
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