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"Berlin ist einfach geil!"

Die Berliner Jungs – Teil 1: Nico Schulz

Berlin - Mit gerade einmal 20 Jahren ist Nico Schulz bereits fester Bestandteil des Profikaders von Hertha BSC. Er spielt seine dritte Profisaison bei den Blau-Weißen und gehört zu den Hoffnungsträgern des Vereins. Als gebürtiger Berliner nahm sich das Hertha-Eigengewächs Zeit für ein ausführliches Interview über die Stadt, den Verein und vieles mehr: Die Berliner Jungs - Teil 1.

An einem strahlend schönen Märztag treffen wir einen ausgesprochen freundlichen und gut gelaunten Nico Schulz im „Cafe am Neuen See“ im Tiergarten. Hier verbringt der Ur-Berliner gerne seine freie Zeit. Idyllisches Ambiente, gutes Essen und ein wunderbarer Blick auf den ruhigen See laden mitten im Herzen Berlins zum Entspannen ein – eigentlich. Denn an diesem Tag ist der U21-Nationalspieler ausnahmsweise mal nicht zum Relaxen hier, sondern stellt sich einigen Fragen von herthabsc.de. Er spricht u.a. über die schönsten Erlebnisse bei Hertha BSC, den unangenehmsten Gegenspieler im Training, die sportlichen Aussichten und seine persönlichen Erwartungen und Wünsche für die Zukunft. Auch die eine oder andere nette Anekdote blieb dabei nicht verborgen.

Nico Schulz im Gespräch mit herthabsc.de.

herthabsc.de: Nico, beschreibe Hertha BSC in wenigen Worten!
Nico Schulz (überlegt kurz): Es ist wirklich schwer den ganzen Verein in drei Worte zu fassen. Auf jeden Fall hat der Verein viel Leidenschaft und eine Menge Tradition. 

herthabsc.de: Du bist seit 2000 bei Hertha, was bedeutet dir der Verein?
Schulz: Natürlich sehr viel, ich bin schließlich seit knapp 14 Jahren hier. Ich konnte mich hier super entwickeln und habe den Sprung zu den Profis geschafft – dafür bin ich dem Verein sehr dankbar.

herthabsc.de: Mit John Brooks, Hany Mukhtar, Marius Gersbeck und Sascha Burchert stehen noch vier weitere Ur-Berliner im Profikader. Dürfen sich die Hertha-Fans auf eine neue ‚goldene Generation’ freuen?
Schulz: Die Generation um die Boateng-Brüder war damals schon sehr stark. Aber nicht nur die beiden sind da zu nennen. Es gab auch noch andere Spieler, die ihren Weg aus der Hertha-Jugendakademie dann woanders gemacht haben. Aber ich denke, wir können gut Fußball spielen und vielleicht gelingt es uns ja auch eine Ära zu prägen. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn so etwas über uns auch mal gesagt wird.

herthabsc.de: Was waren die geilsten Spiele, die Du bisher mit Hertha erlebt hast?
Schulz: Da fällt mir natürlich direkt die Partie gegen Rot-Weiß-Oberhausen ein. Das war damals mein allererstes Profispiel – sicherlich ein ganz besonderer Moment für mich. Aber auch die Spiele gegen Bayern München und Borussia Dortmund in dieser Saison waren echte Highlights.

herthabsc.de: Spürst Du das Verlangen der Fans, auch mal wieder international zu spielen?
Schulz: Ich denke, das Verlangen im Umfeld danach ist schon seit Jahren spürbar. Aber wir müssen auch schauen, wo wir herkommen. Wir sind Aufsteiger und wollen uns in der Bundesliga etablieren. Das wir mit dem Abstieg in dieser Saison wohl nichts mehr zu tun haben werden, ist eine tolle Sache und bestätigt die gute Arbeit im Verein.

herthabsc.de: Eine deiner größten Stärken ist die Schnelligkeit. Im aktuellen FIFA 14 bist Du zusammen mit Dennis Diekmeier vom HSV der schnellste Außenverteidiger der Liga. Läufst Du deinen Mannschaftskameraden täglich im Training davon oder kann da einer mit dir mithalten?
Schulz: Das ich bei FIFA einer der schnellsten Außenverteidiger bin,  wusste ich noch gar nicht, ist aber ne coole Sache. Das freut mich natürlich. Ich bin sicherlich schon einer der schnelleren Spieler, aber auch Adrian ist verdammt schnell.

Nico Schulz entspannt gerne im Cafe am neuen See im Tiergarten.

herthabsc.de: Woher kommt diese Sprintstärke?
Schulz: Die wurde mir anscheinend in die Wiege gelegt, zumindest habe ich nie speziell Sprints trainiert oder anderweitig an meiner Schnelligkeit gearbeitet.

herthabsc.de: Von deinen Qualitäten mal zu deinen Schwächen - Wo kannst Du dein Spiel noch verbessern?
Schulz: Ich arbeite daran, meinen schwächeren rechten Fuß noch zu verbessern. Außerdem kann ich noch an meinem Drang zum Tor arbeiten.

herthabsc.de: Apropos Drang zum Tor - In der 2. Bundesliga hast Du bisher ein Tor erzielt, in der Bundesliga hat das leider noch nicht geklappt – wird es nicht langsam mal Zeit?
Schulz: Natürlich. Aber es sollte bisher noch nicht sein. Ich werde weiter daran arbeiten.

herthabsc.de: Das würde bestimmt auch die Anhänger freuen, wenn ein echtes Hertha-Eigengewächs mal wieder in der Bundesliga trifft - Wieviel Hertha-Fan steckt denn noch in dir?
Schulz: Klar ist ein Teil von mir immer noch Hertha-Fan. Hertha BSC ist mein Verein, Berlin meine Geburtsstadt und ich bin ja auch früher selbst oft im Olympiastadion gewesen. Heute bin ich aber in erster Linie Profi, das ist mein Beruf. Da rückt das Fansein natürlich etwas in den Hintergrund.

herthabsc.de: Gegen welchen Gegenspieler ist es im Training ganz besonders schwer?
Schulz: Zum einen gegen Adrian, der richtig stark im Eins-gegen-Eins ist. Aber da ich meistens auf der linken Seite spiele und er im Sturm, treffen wir nicht allzu oft aufeinander. Ansonsten fällt mir da noch Peter Pekarik ein. Es ist sehr schwer an ihm vorbei zu kommen, weil er im Zweikampf einfach richtig gut ist.

herthabsc.de: Wenn Du mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderst... Was war dein bisher lustigstes Erlebnis bei Hertha BSC?
Schulz (überlegt kurz): Nach dem Aufstieg in der letzten Saison haben wir eine Abschlussfahrt nach Prag gemacht und mal richtig die Sau rausgelassen. Wir waren fast drei Tage am Stück wach – das war echt super und ich glaube, keiner wird diesen Trip vergessen!

Nico Schulz kann sich zwischen Currywurst oder Döner nur schwer entscheiden...

herthabsc.de: Kommen wir vom Prager Nachtleben wieder zurück in die Hauptstadt – was macht Berlin so einzigartig?
Schulz: Die Stadt Berlin ist einfach geil! Ich glaube, da gibt es nichts zu diskutieren. Hier hat man alles, außer vielleicht den Strand und das Meer, was man braucht. Die Stadt ist einfach so vielfältig.

herthabsc.de: Gibt es Orte/Plätze in der Stadt, an denen du dich besonders gerne aufhältst, um deine freie Zeit zu genießen?
Schulz: In Berlin gibt es viele Orte, an denen man entspannen oder auch was erleben kann. In der Schlüterstraße halte ich mich gerne auf, die finde ich sehr schön. Dort gibt es auch eine Menge super Restaurants. Und im Sommer das Cafe am neuen See natürlich...

herthabsc.de: Mit welchen Hobbys vertreibt sich Nico Schulz neben dem Fußball gerne die Zeit?
Schulz: Ich fahre gerne Wakeboard, das macht mir riesen Spaß. Außerdem boxe ich regelmäßig, wenn auch nur gegen den Sandsack. Es kam also noch nicht vor, dass ich mit einem blauen Auge zum Training gekommen bin (lacht).

herthabsc.de: Neben Hobbys hat jeder Mensch auch schlechte Angewohnheiten – verrätst Du uns eine?
Schulz: So etwas ist immer schwer über sich selbst zu sagen, da müsstet ihr meine Freundin fragen, die wüsste sicherlich welche. Was ich aber sagen kann ist, dass ich ein unheimlich überpünktlicher Mensch bin und es gar nicht mag, wenn Leute zu spät kommen.

herthabsc.de: Was würdest Du gerne am Ende der Saison über dich in der Zeitung lesen?
Schulz: Das ich eine gute Saison gespielt habe und mein erstes Bundesliga-Tor machen konnte.

herthabsc.de: ... und über Hertha BSC?
Schulz: Das wir eine bessere Saison gespielt hat, als es die meisten erwartet haben.

4 Fragen - 4 Antworten!

herthabsc.de: Currywust oder Döner?
Schulz: Schwere Entscheidung - beides.

herthabsc.de: Prenzlauer Berg oder Kreuzberg?
Schulz: Eher Kreuzberg.

herthabsc.de: Linker Verteidiger oder Linkes Mittelfeld?
Schulz: Linker Verteidiger!

herthabsc.de: Gelbes Auswärtstrikot oder Blau-Weißes Heimtrikot?
Schulz: Ganz klar: Blau-Weißes Heimtrikot!

Teams, 16.01.2018
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