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Damals war's: Das 'Nebelspiel' gegen den FC Barcelona

Am 23. November vor 13 Jahren empfing Hertha BSC den FC Barcelona im Olympiastadion - und die wenigsten sahen tatsächlich etwas.

Berlin - In 120 Jahren Vereinsgeschichte erinnern sich Herthaner an eine Reihe von bemerkenswerten Spielen. Am 23. November vor 13 Jahren spielte Hertha BSC in der Champions League - zu Gast war der große FC Barcelona. Das Spiel ging in die Geschichte als das 'Nebelspiel' ein.

Vorgeschichte:  Den AC Mailand und Galatasaray Istanbul hatte Hertha BSC in der ersten Gruppenphase der Champions League-Saison 1999/2000 hinter sich gelassen und zog neben dem FC Chelsea in die zweite Gruppenphase ein. Bei der Auslosung wurden den Berlinern dann drei weitere Hochkaräter als Gegner präsentiert: der FC Porto, Sparta Prag und der FC Barcelona. Und die Spanier waren es auch, die Hertha zum Auftakt - keine drei Wochen nach dem Spiel beim FC Chelsea - im Berliner Olympiastadion zu Gast hatte.

Das Nebelspiel in Bildern
Rubrik 23.11.2012
Hertha BSC - FC Barcelona

Das Spiel: Dichter Nebel hatte sich an diesem Dienstagabend (23.09.99) im Olympiastadion breit gemacht, doch Schiedsrichter Nikolaj Levnikov entschied, die Partie anzupfeifen, obwohl die Sicht selbst auf dem Rasen zu wünschen übrig ließ. Hertha-Trainer Jürgen Röber änderte seine Elf im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern vom Wochenende auf vier Positionen. Michael Preetz kehrte für Ilja Aracic wieder zurück in die erste Elf, Andreas Thom und Kostas Konstantinidis liefen statt Andreas 'Zecke' Neuendorf und Kjetil Rekdal auf. Erstmals nach seiner schweren Verletzung im Liga-Pokal stand auch Marko Rehmer in der Startaufstellung – er begann anstelle von Ante Covic.

Die Katalanen, die ebenfalls mit einer durch ein 1:3 gegen den FC Valencia verpatzten Generalprobe anreisten, mussten auf ihren verletzten Mittelfeldstrategen Rivaldo verzichten, traten aber trotzdem mit Hochkarätern wie Luis Figo, Frank und Ronald de Boer, Michael Reiziger, Boudewijn Zenden, Phillip Cocu oder auch Frédéric Dehu und Patrick Kluivert im Olympiastadion an.

Herthaner mit couragiertem Beginn


Kaum von den Tribünen zu erkennen, hatte Hertha BSC früh eine erste Gelegenheit, doch Andreas Thom schoss aus aussichtsreicher Position knapp am Pfosten vorbei (3.). Die Blau-Weißen setzten couragiert nach. Eine Flanke von Dariusz Wosz landete in der Mitte beim aufgerückten Abwehrspieler Dick van Burick, dessen Kopfball Barcas Schlussmann Ruud Hesp aber entschärfte. Die Gäste nutzten einen Standard zur Führung. Ein kurz ausgeführter Eckball landete über Cocu bei Luis Enrique, der den FC Barcelona per Kopf in Führung brachte (12.).

Mit einem starken Luis Figo übernahmen die Katalanen nun die Initiative. Beim Einsatz von Konstantinidis gegen Figo im Berliner Strafraum entschied Schiedsrichter Levnikov auf weiterspielen, was die Spanier zu Protesten bewog. Ein schnell ausgeführter Einwurf von Thom in den Lauf von Wosz beschwor erneut Gefahr für das Tor von Hesp herauf. Herthas Mittelfelddribbler legte überlegt auf den mitgelaufenen Kai Michalke, der den Ball mit links zum 1:1 in den Maschen unterbrachte (33.).

Starker Gabor Kiraly sichert einen Punkt

Zur zweiten Halbzeit wurde der weiße durch einen roten Spielball getauscht, der jedoch in den dichter werdenden Nebelschwaden auch nicht viel besser zur Geltung kam. Die beiden Mannschaften kehrten unverändert zurück, fortan kümmerte sich jedoch Andreas Schmidt für den bereits verwarnten Konstantinidis um Barcas Luis Figo. Die in den zweiten 45 Minuten stärker werdenden Gäste erspielten sich nun einige gute Gelegenheiten, scheiterten am an diesem Abend blendend aufgelegten Gabor Kiraly im Tor der Herthaner. Doch auch die Gastgeber sorgten über die starken Wosz, Thom und Michalke immer wieder für Entlastung, ein Treffer wollte jedoch beiden Mannschaften nicht mehr gelingen, so dass es am Ende beim durchaus gerechten Remis blieb.

Historische Einordnung: Barcelona gewann seine restlichen fünf Partien, darunter auch das Rückspiel gegen Hertha BSC im Camp Nou trotz der Hertha-Führung mit 3:1 und zog souverän als Gruppenerster in das Viertelfinale ein. Zweiter der Gruppe wurde der FC Porto, der vor allem durch zwei 1:0-Siege gegen die Berliner Punkte gutmachte. Gegen Prag holte Hertha zu Hause noch ein 1:1 und verlor dann in Tschechien mit 0:1.


Das Spiel im Stenogramm:

Termin: 23.11.1999, 20.45 Uhr
Wettbewerb: UEFA Champions League, Zwischenrunde, 1. Spieltag

Aufstellungen
Hertha BSC:
Kiraly - Rehmer (72. Veit), van Burik, Sverrisson, Konstantinidis - Thom, A. Schmidt, Wosz, Michalke (87. Herzog) - Preetz, Daei - Trainer: Jürgen Röber
FC Barcelona: Hesp - Reiziger, Dehu, F. de Boer, Zenden - Luis Enrique, Guardiola, Cocu - Figo, Kluivert (72. Dani), R. de Boer (69. Simao) - Trainer: Louis van Gaal

Tore: 0:1 Luis Enrique (12.), 1:1 Michalke (33.)
Gelbe Karten: Sverrisson, Konstantinidis, Wosz

Schiedsrichter: Nikolaj Levnikov (Russland)

Spielort: Olympiastadion, Berlin
Zuschauer: 60.530

Teams, 16.01.2018
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