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"Mich verbindet immer noch viel mit dem Verein"

Der Ex-Herthaner Raffael im Gegnerinterview vor dem Duell mit Borussia Mönchengladbach.

Berlin - Am Samstag (31.10.15) wird es im Olympiastadion bei der Partie gegen Borussia Mönchengladbach für Raffael ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein und seinen ehemaligen Kollegen geben. Von 2008 bis 2012 spielte der Brasilianer für Hertha BSC, durchlebte in dieser Zeit gemeinsam mit dem Verein viele Höhen und Tiefen. Er stieg mit den Berlinern zweimal ab und einmal wieder auf, bevor er zu Dynamo Kiew wechselte. Seit 2013 steht er bei den Borussen unter Vertrag. herthabsc.de sprach im Gegnerinterview mit Raffael über das Spiel, seine Zeit in Berlin und Wiedersehen mit seinem Bruder Ronny.

herthabsc.de: Hallo Raffael, unter der Woche ging es im DFB-Pokal ran. Was war ausschlaggebend in der Partie gegen Schalke 04?
Raffael: In der ersten Hälfte hatten wir natürlich etwas Glück. Schalke war besser als wir, aber sie haben ihre Chancen nicht genutzt, was aber auch an Yann Sommer lag, der hervorragend gehalten hat. Nach dem Führungstor von Lars Stindl haben wir das Spiel besser in den Griff bekommen und haben recht schnell das 2:0 nachgelegt, danach haben wir nichts mehr anbrennen lassen. Ich bin froh, dass die Jungs das so gut gemacht haben. Ich selbst konnte wegen meines grippalen Infekts nicht mitwirken, hoffe aber, dass es am Samstag wieder in Berlin zu einem Einsatz reicht.

"Wollen immer versuchen, aufs gegnerische Tor zu gehen, wenn die Situation günstig ist."

Raffael über die taktische Marschroute.

herthabsc.de: Nach einem wenig erfreulichen Saisonstart gab es einen Trainerwechsel. Unter André Schubert habt ihr in der Liga fünfmal in Folge gewonnen. Worin siehst du die Gründe für den Aufschwung?
Raffael: Der Trainer hat uns gesagt, dass unsere Mannschaft über eine herausragende Qualität verfügt und dass nicht viel fehlt, diese Qualität auch wieder abzurufen. Entscheidend ist, dass er möchte, dass wir wieder aggressiver agieren und den Gegner bei dessen Ballbesitz bereits am gegnerischen Strafraum unter Druck setzen. Dazu kommt, dass Schubert bei Ballgewinn darauf setzt, dass dann nicht unbedingt längerer Ballbesitz das Ziel ist, um zunächst Sicherheit ins Spiel zu bekommen. Stattdessen wollen wir umgehend versuchen, aufs gegnerische Tor zu gehen, wenn die Situation günstig ist. Diesen Plan haben wir in den vergangenen Spielen gut umgesetzt.

herthabsc.de:
Was ist in dieser Saison für die Borussia noch drin? Welche Ziele verfolgt ihr, auch du persönlich?
Raffael: Nach dem schlechten Start sind wir nun erst einmal froh, dass wir die Kurve bekommen haben und uns innerhalb kürzester Zeit wieder in die obere Tabellenhälfte vorgearbeitet haben. Über konkrete Ziele zu sprechen, wäre noch zu früh. Wir müssen nur auf uns schauen und an jedem Spieltag versuchen zu punkten. Dann haben wir alle Chancen, uns wieder für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

herthabsc.de:
Nun geht es gegen deinen ehemaligen Verein Hertha BSC. Wie schätzt du das Team von Trainer Pál Dárdai ein?
Raffael: Die Mannschaft macht in dieser Saison einen sehr stabilen Eindruck. Sie steht defensiv sehr sicher und spielt nach vorne sehr effektiv. Zudem kämpfen und laufen sie sehr viel, da ist sicherlich auch ein Verdienst von Pál Dárdai, mit dem ich ja selbst noch zusammen in Berlin gespielt habe. Auf dem Feld war er einer, der immer 100 Prozent gegeben hat – und das verlangt er nun auch von seinen Spielern.

herthabsc.de: Es ist auch ein Wiedersehen mit deinem Bruder Ronny. Wie intensiv steht ihr im Kontakt? Habt ihr schon über das Spiel gesprochen?
Raffael: Ja, vor Spielen sprechen wir immer, ganz sicher auch vor diesem Wochenende. Natürlich haben wir zwangsweise nicht mehr so viel Kontakt wie zu der Zeit, als wir noch gemeinsam bei Hertha BSC waren, das ist schade. Wir sehen uns meistens nur in den Ferien.

herthabsc.de: Worauf freust du dich bei deiner Rückkehr in deine alte Heimat Berlin am meisten?
Raffael: Ich freue mich immer, im Olympiastadion aufzulaufen. Dort herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Zudem habe ich viele Erinnerungen an meine Zeit bei Hertha BSC. Wir haben dort viel gemeinsam erlebt. Vor allem die extremen Momente haben sich eingeprägt: unser Aufstieg 2011 und die zwei Abstiege. Mich verbindet logischerweise viel mit dem Verein, ich verfolge ihn weiterhin sehr intensiv.

herthabsc.de: Was für ein Spiel erwartest du? Worauf wird es ankommen?
Raffael: Natürlich wollen wir unsere Siegesserie auch in Berlin fortsetzen. Wir wissen aber auch, dass das ein ganz hartes Stück Arbeit wird. Berlin spielt bislang eine sehr gute Saison, gerade zu Hause sind sie schwer zu schlagen. Nicht umsonst haben sie noch kein Heimspiel verloren. Ich erinnere mich noch gut an das Spiel in der vergangenen Saison, das wir erst durch ein spätes Tor zum 2:1 für uns entschieden haben. Ähnlich umkämpft wird es wohl auch diesmal, und ich hoffe, wir haben erneut das glücklichere Ende für uns.

(lb,war/City-Press)

Teams, 11.01.2020
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