Bild: citypress

Ramos strebt nach mehr

Im Interview spricht der Kolumbianer über Deutschland, die Bundesliga, Hertha BSC und seine Heimat.

Berlin - Seine Heimat ist Kolumbien, sein Aufgabe ist Tore zu schießen - Adrian Ramos spricht im Interview über den Saisonstart mit Hertha BSC, seine Aufgaben als einzige Sturmspitze und über das Wiedersehen mit alten Bekannten.

Außerdem blickt die Nummer 20 der Herthaner zu seinen Wurzeln nach Kolumbien, auf Nationalmannschaft und die WM 2014.

herthabsc.de:
Adrian, als dein Kumpel Ronny den Freistoß in Hannover in den Winkel knallte, warst Du nicht mehr auf dem Feld. Wie hast Du das Tor erlebt?
Adrian Ramos:
Ich habe mich genauso gefreut wie alle anderen auch. Das Tor war der Ausgleich und sehr wichtig für uns. Aber so ein Tor habe ich selbst von Ronny noch nicht gesehen...

herthabsc.de: Für Trainer Jos Luhukay bist Du die Nummer Eins im Sturm. Drei Tore hast Du bislang erzielt. Wie zufrieden bist Du mit deinem Saisonstart?
Ramos
: Es läuft ganz gut, allerdings kann man sich immer verbessern. Ich bin nicht der Typ, der sich auf seinen Leistungen ausruht. Ich will mehr und versuche den Schwung jetzt einfach mitzunehmen.

herthabsc.de: In den ersten Spielen hast Du in der Offensivzentrale mit Alexander Baumjohann gut harmoniert. Dann hat er sich in Wolfsburg schwer verletzt. Ein Schock für ihn. Für dich auch, weil Du auf seine Pässe verzichten muss?
Ramos
: Für ihn war es mit Sicherheit der größere Schock. Ich hoffe nur, das „Baumi“ schnell zurückkommt. Er ist ein guter Spieler und Mensch. Das stimmt, wir haben in den ersten Spielen gut zusammen gespielt, aber mit den anderen Kollegen klappt das auch gut.

Adrian Ramos behautptet sich in der Bundesliga.

herthabsc.de: Jos Luhukay spielt meistens mit einer Sturmspitze, die Adrian Ramos heißt. Welches System bevorzugst Du? Spielst Du lieber alleine vorne oder doch mit zwei Stürmern?
Ramos
: Eigentlich spiele ich lieber mit zwei Stürmern (lacht). Aber der Trainer entscheidet über die Taktik. Letztendlich ist es das Wichtigste, dass wir ein System finden, dass uns den Sieg bringt.

herthabsc.de: Nach einem Jahr in der 2. Liga darfst Du auch endlich wieder in der Bundesliga auf Torejagd gehen. Worin siehst Du die größten Unterschiede zwischen den beiden Ligen?
Ramos
: Das Niveau ist deutlich höher, die Mannschaften sind spielerisch stärker und das Tempo ist auch höher. Man muss schneller denken und handeln. In der 2. Liga wird mehr auf die Fitness und die kämpferischen Elemente Wert gelegt.

herthabsc.de: Welche Ziele hast Du dir in der Bundesliga gesetzt? Wie viel Tore willst Du schießen?
Ramos
: Viele (lacht). Nein, mal im ernst. Ich möchte der Mannschaft - mit so vielen Toren wie möglich - helfen. Der Erfolg des Vereins steht im Vordergrund. Ich habe mir kein konkretes Ziel gesetzt.

herthabsc.de: Zurzeit macht die Bundesliga eine Pause. Einige Herthaner sind bei ihren Nationalmannschaften. Du bist aber in Berlin. Wie siehst Du deine Chancen demnächst auch mal wieder für Kolumbien aufzulaufen?
Ramos
: Im Moment setzt Kolumbiens Nationaltrainer nicht auf mich. Die Mannschaft ist erfolgreich, warum sollte er dann was ändern? Aber ich weiß auch, dass im Fußball alles sehr schnell gehen kann. Die Bundesliga hat weltweit ein hohes Ansehen. Ich versuche Woche für Woche meine Leistungen zu bringen und Tore zu schießen. Die WM mit Kolumbien nächstes Jahr ist mein Traum, bis dahin kann viel passieren.

Adrian Ramos auf dem Weg zum Tor...

herthabsc.de: Apropos Kolumbien. Welche Verbindung hast Du zu deinem Heimatland? Welche Bedeutung hat das Land für dich?
Ramos
: Das Land bedeutet alles für mich. Ich liebe Kolumbien! Ich bin dort geboren, es ist meine Heimat. Aber in Deutschland gefällt es mir auch sehr gut. Es war immer mein Traum in Europa Fußball zu spielen, die Bundesliga ist eine der besten Ligen. Es ist zwar schade, aber kein Problem für mich, dass ich in Kolumbien in den Pausen „nur“ Urlaub machen kann.

herthabsc.de: Im nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach kommen alte Bekannte zurück nach Berlin... Freust Du dich schon auf das Wiedersehen mit Lucien Favre und Raffael?
Ramos (schmunzelt)
: Sie sind jetzt meine Gegner. Ich will das Spiel gewinnen!

herthabsc.de: Gladbach ist auch gut in die Saison gestartet. Was für eine Partie erwartest Du gegen die „Fohlen“?
Ramos
: Es wird ein schweres Spiel für uns, aber auch für Gladbach. Wir müssen mindestens genauso gut spielen wie in Hannover. Gladbach hat vor allem eine starke Offensive. Wir müssen uns aber zu Hause nicht verstecken.

Teams, 16.01.2018
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