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"Endlich die ersten drei Punkte holen"

Vor dem Heimspiel sprachen wir mit Keeper Philip Sprint über sein Debüt, das Pokalspiel in Worms und den Ausblick auf Regensburg.

Berlin – Am zweiten Spieltag gegen den FSV Frankfurt (12.08.12) feierte er sein Debüt bei den Profis. Der 19-jährige Philip Sprint hütete im Pokalspiel in Worms den Kasten und vertritt in der Partie gegen den SSV Jahn Regensburg, die gesperrten Thomas Kraft und Sascha Burchert. Wir sprachen mit Herthas Keeper über seinen Einstand und warum er ausgerechnet Torwart wurde.

herthabsc.de: Philip, am vergangen Sonntag konntest du dein Debüt in der zweiten Bundesliga feiern. Kurz nach der Halbzeit wurdest du ins kalte Wasser geworfen. Wie hast du diesen Moment erlebt?
Philip Sprint: Der Moment an sich war schön. Ich habe natürlich gehofft, dass wir gewinnen oder zumindest einen Punkt mitnehmen. Aber jetzt wollen wir im Pokal weiter kommen und in der Liga den ersten Sieg landen.

herthabsc.de: Stammtorwart Thomas Kraft und sein Vertreter Sascha Burchert sind gesperrt. Zu Hause gegen Regensburg wirst du wieder das Tor hüten. Wie gehst du diese Aufgaben an?
Philip Sprint: Ich bleibe da ganz ruhig. Ich bereite mich ganz normal auf die Spiele vor und versuche einen guten Job zu machen.

herthabsc.de: Im Pokal gab es eine Niederlage in Worms. Wie hast du das Spiel gesehen?
Philip Sprint: Es ist sehr schade, dass wir verloren haben. Es ist wirklich schwer sich, Chancen zu erarbeiten, wenn ein Gegner so tief steht. Wenn wir die wenigen Möglichkeiten genutzt hätten, dann wären wir weiter gekommen.

herthabsc.de: Du warst ja mit einer Elfmeter-Situation beteiligt. Wie lief das aus deiner Sicht ab?
Philip Sprint: Der Freistoß wird schnell ausgeführt und ich will den Ball unbedingt für mich gewinnen. Leider bin ich ein Tick zu spät und treffe genau die Beine meines Gegenspielers. Ich hätte den Ball ablaufen könne, da muss ich mich cleverer anstellen.

herthabsc.de: In der letzten Saison hast du in der U23 und in der U19 gespielt? Wie groß ist der Schritt zu den Profis?
Philip Sprint: Im Training merkt man, dass alles viel schneller ist. In den Testspielen, auch gegen Juve, wurde es noch klarer, dass das Spiel köperbetonter ist und die Konzentration immer hoch sein muss.

herthabsc.de: Letztes Jahr hast du dir im DFB-Juniorenpokal einen Namen als Elfmeterkiller gemacht. Im Halbfinale gegen Nürnberg konntest du gleich zwei Strafstöße parieren. Eine Spezialität von dir?
Philip Sprint: Ich weiß gar nicht, wie viele Elfmeter ich bisher gehalten habe. Ich finde Elfmeter nicht unangenehm. Bei Strafstößen kannst du als Torwart eigentlich nur gewinnen. Wenn du den Ball hälst, dann bist du der Held. Wenn er rein geht, ist dir auch keiner böse.

herthabsc.de: Wie lange bist du schon im Fußball aktiv und seit wann stehst du im Tor?
Philip Sprint: Ich habe mit zehn Jahren mit dem Fußball angefangen, also eigentlich ziemlich spät. Meine Eltern wollten nicht, dass ich auf der Straße rumhänge und haben mich zum Nordberliner SC geschickt. In der D-Jugend stand ich dann das erste Mal im Tor.

herthabsc.de: War es immer dein Wunsch Keeper zu werden oder hat es sich durch andere Zusammenhänge ergeben?
Philip Sprint: Ich habe früher im rechten Mittelfeld gespielt und das hat mir eigentlich auch Spaß gemacht. Aber irgendwann wollte ich einfach nicht mehr so viel laufen (lacht). Da hab ich mich im letzten Spiel der D-Jugend-Saison in den Kasten gestellt und bin da auch geblieben.

herthabsc.de: Wie bist du zu Hertha BSC gekommen?
Philip Sprint: Durch ein Turnier bei den Reinickendorfer Füchsen. Wir wurden mit dem Nordberliner SC dort Dritter und Hertha hat mich angesprochen.

herthabsc.de: Viele Spieler berichten ja oft, dass Torhüter die eine oder andere Macke haben. Welche hat Philip Sprint?
Philip Sprint: Ich denke jeder Mensch hat so seine Macken. Ich ziehe zum Beispiel immer den rechten Schuh zuerst an. Aber es stimmt schon, dass Keeper etwas speziell sind. Ein wenig Aberglaube war bei mir schon immer dabei.

herthabsc.de: Dein Torwarttrainer bei den Profis ist Christian Fiedler. Er stand selbst lange für Hertha zwischen den Pfosten. Was nimmt man als junger Spieler daraus mit?
Philip Sprint: Mir persönlich hat er schon viel aus seiner Karriere erzählt. Man hört dann schon etwas genauer hin und konzentriert sich auch mehr. Er spricht viel mit mir und gibt mir viele Tipps mit auf den Weg.

herthabsc.de: Welche Ziele hast du dir persönlich für die Saison gestellt?
Philip Sprint: Es ist meine erste Saison bei den Profis. Ich will so viel wie möglich von Thomas Kraft und Sascha Burchert lernen. Die Beiden helfen mir auch wo es geht. Ich denke, dass die Hilfe nicht selbstverständlich ist, wenn man als junger Keeper zur Mannschaft kommt. Für die Unterstützung bin ich dankbar. Wenn ich nicht im Kader stehe hoffe ich, dass ich in der U23 Spielpraxis bekommen kann. Für einen Torwart ist es einfach wichtig, so oft wie es geht zu spielen.

herthabsc.de: Wie beschreibst du dich selbst als Typ?
Philip Sprint: Ich würde mich als ruhigen Menschen bezeichnen. Allerdings werde ich auf dem Platz dann schon mal laut, wenn mir was nicht passt. Aber das passiert in Maßen. Ich packe niemanden am Kragen.

herthabsc.de: Hast du eine Leidenschaft neben dem Fußball? Wo kannst du nicht widerstehen?
Philip Sprint: Ich kann ganz schlecht auf meine Playstation verzichten. Aber ich denke, dass das normal in meinem Alter ist (lacht).

herthabsc.de: Was machst du, wenn du gerade nicht bei Hertha bist?
Philip Sprint: Ich nutze dann die Zeit und fahre nach Reinickendorf zu meiner Familie. Natürlich bin ich dann auch einfach mal gerne mit meinen Freunden unterwegs.

herthabsc.de: Was erwartest du für vom Spiel gegen Regensburg?
Philip Sprint: Wir müssen endlich die ersten Drei Punkte holen. Das erwarte ich.

Teams, 16.01.2018
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