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"Ich bin bereit!"

Afrikacupsieger Salomon Kalou ist wieder wohlbehalten zurück bei Hertha BSC – Nach einem Gespräch mit dem Trainerteam ging der Ivorer mit Pal Dardai und Michael Preetz laufen

Berlin - 10:01 Uhr war er da. Salomon Kalou, der Champ. Der Ivorer, der Afrikameister. Breit grinsend, lockerer denn je, keine Spur müde stand er in der Empfangshalle des Terminal E in Tegel. Gerade gelandet mit der Air France aus Paris, wo er auf dem siebenstündigen Flug aus seiner Heimatmetropole Abidjan kommend noch kurz auf dem Airport Charles-de-Gaulle zwischengelandet war.

"Schön wieder hier zu sein, gutes Wetter, gute Laune", begrüßt er den Hertha-Mitarbeiter, der ihn abholt. Ein kurzer Plausch mit dem Zollbeamten, ein Selfie mit einer mitreisenden Passagierin, ein Foto mit einem Taxifahrer – Sunnyboy Salomon steht mit beiden Beinen wieder auf Berliner Boden. "Gut so", sagt er. "Ich freue mich riesig auf die Mannschaft, auf den neuen Coach. Zeit, dass wir zeigen, was wir können."

Kalou verwandelte seinen Elfmeter sicher

Mit seiner Nationalmannschaft der Elfenbeinküste hat er es gerade getan. Afrikameister im 9:8-Elfmeter-Drama gegen Ghana, Salomon hätte eigentlich gern mehr Einsatzzeiten gehabt beim Finalturnier in Äquatorialguinea. "Aber", lacht er, "so ist das. Man gewinnt so einen Pokal als Team, da muss jeder seinen Teil zu beitragen. Und auch mal zurückstecken. Am Ende haben alle was davon, am Ende hatten wir nach 23 Jahren endlich wieder den Cup in den Händen. Für uns Alte war es ein Segen, für mich, für Serey Die, für Yaya Touré – endlich noch dieser Titel. Und für die vielen jungen Leute im Team ist es ein großartiger Beginn", glaubt Herthas Topstürmer. Es war der zweite Triumph der Elfenbeinküste bei dem Turnier. Und wie beim ersten Gewinn 1992 siegte die Mannschaft gegen Ghana erst im Elfmeterschießen. "Kurios, oder", lacht Salomon Kalou. "Und ich habe meinen Elfer reingemacht, das macht mich stolz."

Und die Feierlichkeiten in der Elfenbeinküste, der Heimat, erst. "Tausende Menschen zu Hause auf den Straßen. Vom Flughafen sollten wir zum Präsidentenpalast fahren – normal eine Strecke von 30 Minuten", freut sich Kalou, "dreieinhalb Stunden hat der Bus gebraucht, die Leute wollten uns einfach nicht durchfahren lassen. Singen, tanzen, feiern – es war großartig."

Staatspräsident Allassane Ouattara und Premierminister Daniel Duncan samt des kompletten Kabinetts empfingen die ivorischen "Elefanten" zum Staatsdinner, jeder Kicker bekam eine Prämie und ein Haus geschenkt. "Ich war mit meinen Eltern da, es war einzigartig. Freude, Feiern. Stolz. Ein unvergessliches Erlebnis."

Jetzt wieder Bundesliga

Jetzt wieder Fußball-Heimat, jetzt wieder Bundesliga. "Ich bin fit, ich bin bereit – ich will bei Hertha richtig angreifen. Am liebsten schon am Sonntag gegen Freiburg." Während seine Mannschaft noch trainierte, wartete Salomon Kalou in der Kabine ungeduldig auf seinen neuen Coach. "Ich freue mich, Pál kennenzulernen." Erstmal jedoch kam das Team, die Kollegen. "Champ, Amigo", brüllte Ronny und fiel Kalou um den Hals. Kollektives Gratulieren folgte, Salomon Kalou genoss es sichtlich.

Dann folgte das erste, intensive Gespräch mit dem Trainerteam. "Ich bin ja immer mit dem Manager in Kontakt gewesen", sagt Herthas Stürmer, "ich wusste, was in Berlin passiert war und freue mich jetzt auf Pál Dárdai und Rainer Widmayer. Habe mich dann noch zu Hause im Internet über die beiden informiert. Ich bin total gespannt gewesen auf die beiden", schildert Salomon Kalou diese Minuten. "Es war gut, ich weiß, es passt!"

Wie gut es schon funktioniert, zeigte sich ein paar Minuten später. "Hast Du Lust mit mir und dem Manager eine Runde laufen zu gehen? Als ersten Einstieg, bevor wir morgen im Training richtig loslegen?", fragte der Coach seinen Angreifer. "Klar", grinste Salomon Kalou, "ich bin bereit – fangen wir an!"

(PeB/Hertha BSC)

Teams, 16.01.2018
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