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Michael Preetz im Interview beim Berliner Kurier

Herthas Manager stand dem Berliner Kurier Rede und Antwort.

Berlin - Hertha-Manager Michael Preetz stand dem BERLINER KURIER (hier das Interview auf der Homepage des Berliner Kuriers) für ein großes Interview Rede und Antwort. Mit Kurier-Reporter Wolfgang Heise sprach Preetz u.a. über das anstehende Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Montag, 25.02.13, 20.15 Uhr, Olympiastadion), die Zuschauer-Resonanz, Personalplanungen und den eigenen Nachwuchs. Hier das Interview mit freundlicher Genehmigung des Kuriers.

KURIER: Herr Preetz, jeder Herthaner erinnert sich zurzeit an das 2:0 gegen Kaiserslautern in der Aufstiegssaison 1996/97. Was war besonders an diesem Spiel?
Michael Preetz: Da war das Olympiastadion das erste Mal nach Jahren bei einem Hertha-Spiel mit 75 000 Fans ausverkauft. Und natürlich erinnere ich mich an Axel Kruses tolles Kullertor zum 1:0, beim Torjubel hatten wir mehr Tempo drauf als der Ball beim Weg ins Tor...

KURIER: Am Montag werden aber vielleicht nur 40.000 Zuschauer oder sogar weniger gegen den FCK kommen. Woran liegt es?
Preetz: Die Situation von 1997 und von heute kann man nicht vergleichen. Damals hatten die Fans über Jahre keinen großen Fußball mehr gesehen. Der Hunger auf die Bundesliga war damals sehr groß. Heute ist das anders gelagert, wir sind mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg in die Saison gegangen, haben bisher sehr gut gepunktet und momentan schon einen beachtlichen Vorsprung im Kampf um den Aufstieg – vielleicht ist die Spannung deshalb nicht so groß.

KURIER: Ist das der einzige Grund?
Preetz: Schauen Sie aus dem Fenster! Es schneit, das Wetter spielt ebenfalls eine Rolle und es ist dazu ein Montagsspiel! Das Spiel 1997 war am 7. April, noch dazu um 19.30 Uhr – da herrschten schon angenehmere äußere Bedingungen. Das macht einen Unterschied. Aber ich hoffe dennoch, dass knapp 40.000 Fans kommen werden.

KURIER: Trotzdem ist die Euphorie im Aufstiegskampf nicht so groß wie noch vor zwei Jahren ...
Preetz: Nach dem zweiten Abstieg innerhalb kurzer Zeit konnten wir damit vielleicht auch nicht rechnen. Wir haben trotzdem einen Zuschauerschnitt von 38 000, das ist für die Zweite Liga ein fantastischer Wert. Dafür müssen wir uns ganz bestimmt nicht schämen, sind vor allem unseren vielen treuen Fans dankbar. Aber ich bin mir sicher, dass die Euphorie am Saisonende – je näher unser Ziel rückt – noch kommen wird.

KURIER: 49 Punkte, das ist traumhaft. Aber so schön waren die Spiele zuletzt nicht. Stört Sie das?

Preetz: Nein, erst mal zählt nur das Ergebnis. Nach der Winterpause haben wir sieben Punkte geholt. Sollen wir uns dafür rechtfertigen, dass wir 5:1 in Regensburg gewonnen haben? Spitzenreiter Braunschweig hatte dort beim 1:0-Sieg mehr Mühe. Aber bei denen hieß es: Im Stile eines Topteams gewonnen. Ein anderes Beispiel: Union hat ein starkes Spiel gegen uns gemacht. Dennoch hat es am Ende, trotz einer 2:0-Führung, eben nicht gereicht uns zu schlagen. Zuletzt, beim besten Aufsteiger Aalen, haben wir die einzige, echte Torchance im Spiel zum entscheidenden 1:0 genutzt. Das ist eine Effektivität, die uns in dieser Saison wirklich auszeichnet.

KURIER: Jetzt kommt mit Lautern der Tabellendritte, ein Spitzenspiel. Wie sehen Sie den Konkurrenten im Aufstiegskampf im Vergleich zu Hertha?
Preetz: Wir haben im Sommer eine neue Mannschaft aufgebaut. Der FCK hat dies in zwei Etappen gemacht, hat jetzt im Winter noch einmal sechs neue Leute geholt. Trotz einer Schwächephase hat Lautern aber eine gute Hinrunde gespielt. Ihr Problem ist, dass beide Mannschaften vor ihnen bisher kontinuierlich gepunktet haben. Der FCK hat eine starke Mannschaft.

KURIER: Ist es eine Vorentscheidung, wenn Hertha gewinnt?
Preetz: 13 Zähler Vorsprung wären schon eine Menge. Aber im Fußball ist so viel möglich. Drei, vier Mal verlieren, schon ist das Polster weg. Wir müssen immer nur auf uns schauen und bis zum Schluss hochkonzentriert bleiben.

KURIER: Wie sehen Herthas Personalplanungen aus, was ist mit Ronny?
Preetz: Ronnys Berater Dino Lamberti kommt am Montag zum Spiel, ab Dienstag gehen die Gespräche weiter. Wir wollen verlängern, keine Frage.

KURIER: Was macht der Trikotsponsor-Vertrag mit der Deutschen Bahn, wird er im Sommer verlängert?
Preetz: Die Gespräche laufen. Da bin ich sehr zuversichtlich.

KURIER: Jetzt noch etwas Privates: Ihr Sohn Emil ist jetzt knapp zweieinhalb Jahre alt. Können Sie schon sehen, ob er ein Fußballer wie Sie wird?
Preetz: Nein, ganz ehrlich nicht. Ich bin auch kein Freund davon, dass man Kinder zu früh in ein Fußballteam steckt. Die Kinder sollen erst mal das machen, was ihnen Spaß macht. Aber eines kann ich sagen: Emil ist fast bei jedem Spiel im Stadion.

KURIER: Auch Montag gegen Kaiserslautern?
Preetz: Das wird, glaube ich, ein bisschen spät für ihn.

Teams, 16.01.2018
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