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Hertha holt sich in Unterzahl den Punkterekord

Gegen Energie Cottbus köpft John Anthony Brooks den verdienten 1:1-Ausgleich.

Berlin - Zum letzten Heimspiel der Saison empfing Hertha BSC am Sonntag (19.05.13) den FC Energie Cottbus. Trotz Rückstandes und einer Halbzeit in Unterzahl holten die Blau-Weißen noch ein 1:1 (0:1)-Remis und sicherten sich damit den alleinigen Punkterekord der 2. Bundesliga.

Herthas Kapitän Peter Niemeyer kehrte nach überstandener Gehirnerschütterung in den Kader zurück, nahm jedoch zunächst auf der Bank Platz. Während Ronny nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf zurückkehrte, nahm Peter Pekarik, der aus gleichem Grund wie Ronny gegen Köln aussetzen musste erst einmal draußen Platz. Herthas Cheftrainer Jos Luhukay brachte darüber hinaus Sascha Burchert zwischen den Pfosten, Marcel Ndjeng begann rechts hinten, Maik Franz als zweiter Innenverteidiger. Auf Seiten der Gäste kehrte Michael Schulze ebenfalls nach Sperre wieder auf die rechte Seite der Viererkette zurück. Alexander Bittroff wich dafür auf die linke Abwehrseite und ersetzte den Franzosen Guillaume Rippert.

Das Spiel in Bildern
Rubrik 21.05.2013
Hertha BSC - FC Energie Cottbus

Rückstand trotz Handspiel

Die Gäste aus der Lausitz, die wie so viele Gegner in dieser Saison im Olympiastadion aus einer kompakten Defensive heraus agierten, hatten die erste Gelegenheit des Spiels. Ein abgefälschter hoher Ball landete im Strafraum bei Boubacar Sanogo, dessen Schuss Fabian Lustenberger aber noch zur Ecke lenkte (3.). Auf der Gegenseite probierte es Änis Ben-Hatira nach einer Flanke von Sami Allagui mit einem Fallrückzieher, brachte den Ball aber nicht mehr aufs Cottbuser Tor (13.). Bei einer scharfen Hereingabe von Ben-Hatira wenig später war Cottbus' Schlussmann Thorsten Kirschbaum vor Adrian Ramos auf dem Posten (22.). Auch bei einem der gefürchteten Ronny-Freistöße verhinderte Kirschbaum - mit Mühe - einen Rückstand (24.).

Cottbus ging dann allerdings  zu Unrecht in Führung. Burchert reagierte zunächst stark gegen Stiven Rivic, doch der Ball landete bei Nicolas Farina, der im Nachschuss die Gästeführung erzielte - allerdings übersah Schiedsrichter Deniz Aytekin das vorangegangene Handspiel von Farina (28.). Kirschbaum musste sich dann eines weiteren Ronny-Freistoßes erwehren, verhinderte aber bei dem harten Schuss aus 25 Metern den Ausgleich (32.). Die Blau-Weißen liefen weiter an und suchten die Lücke in der FCE-Hintermannschaft, die vielbeinig die Angriffe der Gastgeber erwartete. Ein Ramos-Kopfball im Anschluss an eine Ecke von Ronny strich über den Querbalken (43.). In der Nachspielzeit kam Farina im Laufduell mit Franz 18 Meter vor dem Hertha-Tor zu Fall. Da Franz letzter Mann gewesen war, schickte Aytekin Herthas Nummer 5 mit Rot vom Platz.

Herthaner in Halbzeit zwei in Unterzahl


Zum zweiten Durchgang ersetzte Ben Sahar auf der Außenbahn Allagui, die vakante Position im Abwehrzentrum übernahm Lustenberger. Erneut hatten die Gäste die erste gute Möglichkeit des Durchgangs, doch Burchert und Brooks klärten im Verbund gegen Sanogo. Im Gegenzug flankte Sahar schön von links, aber Ramos verpasste in der Mitte um ein Haar (47.). Den Gästen boten sich in Überzahl mehr Räume. Banovic köpfte nach einer Freistoßflanke über das Tor (50.), einen Distanzschuss von Alexander Bittroff klärte Burchert mit den Fäusten (56.). Auch die Herthaner suchten trotz Unterzahl den Weg nach vorne, Kirschbaum erwischte den Ball nach einer Flanke von Levan Kobiashvili noch vor Ben-Hatira (62.).

Die Gäste aus der Lausitz waren meist nach Standards gefährlich, nach einer Ecke beförderte Sahar den Kopfball von Banovic von der eigenen Torlinie (65.). Auf der anderen Seite zielte erst Ben-Hatira nach schönem Zuspiel von Kluge aus spitzem Winkel zu hoch, dann fehlte Ronnys Versuchen per Direktabnahme (73.) und Freistoß (75.) ebenfalls die Genauigkeit, um Kirschbaum zu bezwingen. Die größte Chance zum Ausgleich hatte dann Sahar, der ganz stark vom ebenfalls eingewechselten Sandro Wagner in Szene gesetzt wurde, doch frei vor Kirschbaum rechts vorbeischoss (77.). Fast hätte ein anderer Joker gestochen: Bei seiner ersten Ballberührung köpfte Peter Niemeyer nach einer Freistoßflanke knapp am langen Pfosten vorbei (81.).

Brooks macht mit seinem ersten Profitor den Ausgleich


In der 87. Minute wurden die Herthaner endlich belohnt. Eine butterweiche Flanke von Marcel Ndjeng landete in der Mitte bei Brooks, der den Ball per Kopf zum Ausgleich in Unterzahl über die Linie beförderte - gleichzeitig sein erstes Tor als Profi. Die letzten Minuten waren nur noch ausgelassene Feierlichkeiten auf den Rängen, die Laola-Welle ging durch das weite Rund des Olympiastadions. Durch den Punktgewinn sicherten sich die Herthaner zudem mit 76 Zählern den alleinigen Punkterekord der 2. Bundesliga. Als Krönung einer herausragenden Saison erhielt dann Kapitän Niemeyer aus den Händen von Andreas Rettig und Harald Strutz die Meisterschale der 2. Liga.

Teams, 16.01.2018
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