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"Es ist nicht leicht gegen uns"

Darío Lezcano spricht im Gegnerinterview über Karriereschritte und das Duell mit Hertha BSC.

Berlin – Beim FC Ingolstadt trägt Dario Lezcano einen inoffiziellen Titel: Er ist der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte. Doch das interessiert den Angreifer, der in der Winterpause vom FC Luzern zum Aufsteiger gewechselt ist, nicht. "Es ist für mich ein bisschen kurios, dass ich der teuerste Neuzugang bin, aber das beschäftigt mich nicht weiter", sagt der 25-Jährige, der in der Vorwoche sein erstes Bundesliga-Tor erzielte.

herthabsc.de hat mit dem paraguayischen Nationalspieler über die Ablösesumme, alte Vorbilder und das Duell in der Hauptstadt gesprochen.

herthabsc.de: Herr Lezcano, seit dem vergangenen Wochenende sind Sie Bundesliga-Torschütze. Was war das für ein Gefühl, das erste Mal für den FC Ingolstadt zu treffen?
Darío Lezcano: Es war ein wunderbares Gefühl und eine große Freude! Ein Stürmer lebt von seinen Toren, auch wenn ich am Ende natürlich lieber gewonnen hätte anstatt zu treffen. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und ich bin froh, dass ich nun mein erstes Bundesliga-Tor erzielt habe.

herthabsc.de: Trotzdem verspielte Ingolstadt ein 3:1 und trennte sich am Ende 3:3 vom VfB Stuttgart. Ein Sieg wäre ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt gewesen. Wie groß war der Frust über die Punkteteilung?
Lezcano: Kurzfristig waren wir nach dem Spiel schon frustriert, weil wir lange in Führung waren. Niemand hätte gedacht, dass wir drei Tore schießen und das sollte normalerweise auch für drei Punkte reichen. Damit hätten wir eine große Überraschung gelandet, aber mittlerweile können wir auch mit dem Punkt gut leben und schauen nach vorne auf die nächste Aufgabe in Berlin.

Gesagt...

"Es ist für mich ein bisschen kurios, dass ich der teuerste Neuzugang bin, aber das beschäftigt mich nicht weiter."

Darío Lezcano

herthabsc.de: Im Winter wechselten Sie vom FC Luzern aus der Schweizer Liga zu den 'Schanzern', die eine Rekordablösesumme für Sie bezahlten. Welche Gründe waren ausschlaggebend für Ihre Entscheidung?
Lezcano: Der Schritt in die Bundesliga ist ein sehr großer und diesen wollte ich unbedingt gehen. Es ist eine der besten Ligen, die sehr spannend und umkämpft ist. Mit dem FCI waren die Gespräche von Beginn an sehr gut und ich habe gespürt, dass es die richtige Entscheidung ist zu den 'Schanzern' zu wechseln. Es ist für mich ein bisschen kurios, dass ich der teuerste Neuzugang bin, aber das beschäftigt mich nicht weiter. Ich möchte der Mannschaft mit meiner Spielweise helfen und so dazu beitragen, dass wir gemeinsam unseren Weg Richtung Klassenerhalt weiter gehen.

herthabsc.de: Sie waren 17 Jahre alt, als Sie aus Ihrer Heimat Paraguay in die Schweiz gewechselt sind. Wie schwer ist Ihnen dieser Schritt gefallen?
Lezcano: Es war sehr schwierig zu Beginn, vor allem aufgrund der Sprache. Ich wechselte im Winter in die Schweiz, da kamen die Kälte und das schlechte Wetter noch hinzu. Aber ein Mannschaftskollege, auch Südamerikaner, hat mir in der Anfangszeit sehr viel geholfen und mir die Eingewöhnung leichter gemacht. In der Nachbetrachtung hat mich der Schritt gestärkt und mir auf meinem Weg geholfen.

herthabsc.de: In der Bundesliga haben Ihre Landsmänner Roque Santa Cruz (Bayern München) und Nelson Valdez (Bremen, Dortmund, Frankfurt) ihre Treffsicherheit jahrelang unter Beweis gestellt. Haben Sie die zwei früher verfolgt?
Lezcano: An Roque Santa Cruz kann ich mir nur noch ein bisschen erinnern, Nelson Valdez habe ich vor allem zum Schluss in Frankfurt verfolgt. Nelson kommt aus der gleichen Stadt wie ich, wir waren sogar fast Nachbarn ohne es zu wissen. Beide sind hervorragende Stürmer und ich konnte mir einiges abschauen.

herthabsc.de: Mit 25 sind Sie noch lange nicht am Ende Ihrer Entwicklung. Wo sehen Sie Ihre Stärken, in welchen Bereichen können Sie sich noch verbessern?
Lezcano: Ich versuche viel für die Mannschaft zu arbeiten und mich in unser Spiel einzubringen. Da die Mannschaftskollegen und auch die Spielweise neu sind für mich, gibt natürlich immer noch Verbesserungspotenzial. Ich mache dabei in jeder Trainingseinheit weiter Fortschritte, das hilft mir sehr.

herthabsc.de: Am Samstag (19.03.16) spielen Sie mit dem FC Ingolstadt bei Hertha BSC. Mit welchen Mitteln will Ihre Mannschaft in Berlin punkten?
Lezcano: Es ist eine sehr starke Mannschaft und wir müssen versuchen unser Spiel durchbringen. Ich glaube, dass es nie leicht ist gegen uns zu spielen und dies wollen wir auch am Samstag wieder beweisen. Aber: Hertha hat extrem viel Qualität, ist ein interessanter Gegner und steht nicht umsonst auf Platz drei.

(fw/dpa)

Profis, 05.11.2018
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