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Fans fragen Sandro Wagner

Über die Social-Network-Plattformen facebook und Twitter fragen die Fans die Spieler, was sie schon immer wissen wollten.

Berlin - Auch Hertha BSC geht mit der Zeit, denn im Trainingslager hatten die Fans zum ersten Mal die Möglichkeit, einen Spieler selbst zu interviewen. Die Fragen wurden einfach via facebook und Twitter gestellt. Lest hier das ganze Fan-Interview mit Hertha-Stürmer Sandro Wagner.

Tim Meier:
Woher stammt der „Roboter-Jubel“?
Sandro Wagner: Der Jubel stammt von einem Kumpel aus meiner Zeit in Duisburg. Eigentlich hat es als Spaß angefangen, mittlerweile ist der Jubel allerdings zum Ritual geworden. Ich mache das auch nicht nach jedem Tor, sondern nur bei besonderen Toren, wie zum Beispiel gegen Union.

Jörg Strunskus: Du bist gut in die Saison gestartet, warum hast du jetzt so einen Durchhänger?
Sandro Wagner: Während der Hinrunde habe ich mich eigentlich gut gefühlt, hatte einen guten Start. Danach hat der Trainer einer anderen Elf vertraut. Mir wurde eine Pause gegönnt, weil ich mich ein wenig regenerieren musste. In dieser Zeit hat die andere Elf gut gespielt und er hatte keinen Grund mehr zu rotieren, das habe ich zu respektieren. Einen richtigen Durchhänger hatte ich allerdings nicht. Nach der kurzen Vorbereitung die ich hatte, ist mir vielleicht etwas die Puste ausgegangen. Für die Rückrunde hoffe ich konstant fit zu bleiben.

Daniel Schölling: Was muss passieren, dass Sandro Wagner wieder Torgefahr ausstrahlt, wie beispielsweise bei Werder Bremen?
Sandro Wagner: Ich denke auch bei Hertha BSC habe ich während der Hinrunde Torgefahr ausgestrahlt. Es ist nicht immer relevant wer die Tore schießt, sondern auch die Laufwege, Pässe und der Einsatzwille. Ich habe meinen Beitrag dazu geleistet, dass die Punkteausbeute so groß ist. In Bremen habe ich auch wichtige Tore geschossen – sogar gegen den Abstieg vor drei Jahren. Deshalb möchte ich auch hier wichtige Tore erzielen und auch weiterhin hart daran arbeiten, dass es so gut läuft wie bisher, sogar noch besser.

Maurice Kliemannel: Wie bewertest du deine aktuelle Rolle als Ersatzspieler?
Sandro Wagner: Von einer Ersatzrolle würde ich nicht sprechen. Momentan hat der Trainer natürlich eine eingespielte Mannschaft, das respektiere ich. Dennoch versuche ich Gas zu geben um auch wieder von Beginn an zu spielen, meine Tore zu machen - daran arbeite ich. Aber ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft. Denn das Ziel ist, dass Hertha BSC weiterhin erfolgreich ist. Wir möchten wieder zurück in die 1.Bundesliga, da stelle ich mein eigenes Ego auch hinten an. Man darf nicht vergessen, dass Fußball ein Mannschaftssport ist.

Florian Becker: Fühlst du dich wohl in Berlin?
Sandro Wagner:
Es ist sicherlich eine große Erfahrung für meine Familie und mich – mittlerweile fühlen wir uns aber pudelwohl. Berlin  ist unsere Hauptstadt und ich bin sehr stolz darauf hier zu wohnen.  Ich entdecke hier immer wieder etwas Neues. Es wird einfach nie langweilig. Daher bin ich froh, dass es auch privat hier so gut passt.

Lukas Schott: Mit 1,94m Körpergröße bist du nicht gerade klein. Ist es vorteilhaft ein großer Stürmer zu sein?
Sandro Wagner: Für mich ist die Körpergröße definitiv ein Vorteil. Große Stürmer sind immer gefragt. Ich denke für meine Größe bin ich technisch auch gut versiert. Außerdem kann ich meinen Körper gut ins Spiel einbringen und die gegnerische Abwehr verunsichern. Allerdings kann ich mir auch gar nicht vorstellen einige Zentimeter kleiner zu sein.

Eric Ehlert: Was möchtest du mit Hertha noch erreichen? Welche Zielsetzung wäre für die nächsten Jahre realistisch?
Sandro Wagner: Kurzfristig betrachtet zählt natürlich der Aufstieg. Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, eine möglichst attraktive Rückrunde zu spielen. Ab Sommer müssen wir uns dann natürlich in der 1. Bundesliga etablieren und wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Wir wollen einfach Spaß an der Sache haben und als Team gut auftreten.

Stefan Reichelt: Kannst du dir eine Zukunft bei Hertha BSC vorstellen?
Sandro Wagner: Eine Zukunft in Berlin kann ich mir sehr gut vorstellen, so ist es auch mit meiner Familie und meinem Berater abgesprochen. Mein erster Verein war Hertha München und jetzt bin ich bei Hertha BSC. Es wäre mir eine Ehre auch weiterhin für Hertha BSC zu spielen.

Robey Two-Face: Welche Pläne habt ihr für die 1.Bundesliga? Wie möchte man den Klassenerhalt in der nächsten Saison schaffen? Derzeit ist kein Hauptstadtverein in der 1. Bundesliga vertreten – deine Meinung dazu?
Sandro Wagner:
Erstmal müssen wir aufsteigen. Es bringt auch nicht viel, jetzt schon von der ersten Bundesliga zu reden. Klar wollen wir uns etablieren, um nicht als „Fahrstuhlmannschaft“ abgestempelt zu werden. Momentan ist es ziemlich schade, dass in Deutschland kein Hauptstadtverein erstklassig vertreten ist. Das müssen wir ändern! Dafür kommt auch nur Hertha in Frage.

Kym-Brian Czaja: Welche Fankurve bewertest du atmosphärisch als die Beste? Ist dir bewusst, wie wichtig das Derby für die Fans ist?
Sandro Wagner: Ich denke, dass die Fans von Hertha BSC definitiv zu den besten der 2.Bundesliga gehören. Die Stimmung ist immer gut. Bei Auswärtsspielen sind sie zahlreich vertreten. Ich habe aber auch gemerkt, was das Derby in Berlin auslöst. Man merkte, dass uns der Sieg im Hinspiel nochmal so richtig Schub gegeben hat. Es kamen aber auch immer wieder blöde Sprüche von Union-Spielern, die vergessen wir natürlich nicht (lacht). Von daher freut man sich auf das Rückspiel vor 70 000 Zuschauern an einem Montagabend, was will man mehr? Grund genug, den Fans einen schönen Abend zu bereiten.

Mergim Domuzeti: Hast du dir früher schon vorgestellt einmal für Hertha BSC zu spielen?
Sandro Wagner:
Ich habe Hertha BSC schon immer als sympathischen Verein empfunden. Mein Eindruck hat sich seitdem bestätigt. Hier herrscht eine gute Arbeitsatmosphäre, es ist locker und macht einfach Spaß hier zu spielen.

Florian Ebert: Welche Musik hörst du privat?
Sandro Wagner: Musikalisch habe ich mich nicht konkret festgelegt. Ich höre eigentlich Alles querbeet. Black Music, Rn’B und HipHop sind schon die Stilrichtungen, die ich noch von früher kenne und höre. Aber mit dem Alter entwickelt man seinen Musikgeschmack auch weiter.

Tim Ebert: Für welchen Verein schlägt dein Herz? Wen bevorzugst du – den FC Barcelona oder Real Madrid?
Sandro Wagner: Es ist immer schwierig darüber zu reden. Als Kind war ich 1860-Fan, obwohl ich beim FC Bayern München gespielt habe. So ganz gehen mir die Löwen wohl nie aus dem Kopf – 1860 ist mein Heimatverein. Der FC Bayern ist in München nicht so populär wie es die Löwen sind. Aber ich habe auch durch meine Stationen als Spieler Sympathien mit den Vereinen empfunden, für die ich bereits gespielt habe. Duisburg ist für mich der Verein bei dem ich den Durchbruch geschafft, mich etabliert habe. Ich hoffe, dass ich das in einigen Jahren auch von Berlin sagen kann, wenn meine Karriere beendet ist. Dass auch die Fans mit meiner Leistung zufrieden waren. Bis dahin gebe ich weiterhin Vollgas für den Verein. Real oder Barca? Der Spielweise nach zu beurteilen, tendiere ich zu Barcelona. Da mit Mesut Özil und Sami Khedira, zwei Freunde von mir bei Real Madrid spielen, bin ich natürlich auf deren Seite. Zusammen sind wir Europameister geworden, da sind die Sympathien klar verteilt.

Jerichoholic88: Wie habt ihr in den letzten Hinrundenspielen das Schweigen auf den Rängen empfunden? Hattet ihr Verständnis dafür?
Sandro Wagner: Die Stimmung war einfach eigenartig. Ohne die Fans fehlte der Spaß. Man braucht diese Gesänge, sie geben die Motivation, die man als Mannschaft benötigt. Die Fans sind elementar wichtig und ich hoffe, dass sowas nicht nochmal vorkommt. Ich stecke leider nicht in der Materie, finde es nur schade, dass die Unterstützung der Fans ausblieb. Sie haben uns aber auch gesagt, dass sie uns gerne unterstützen würden. Da muss man die Fans respektieren, aber auch dem DFB Respekt zollen. Schließlich geht es um die Sicherheit im Stadion, da kann ich als Familienvater einige Aspekte nachvollziehen. Ich hoffe, hier finden beide Seiten zueinander.

smooney14: Peter Niemeyer hat noch Kontakt zu alten Freunden von Werder Bremen, fährt sogar manchmal zu Spielen. Ist das bei dir auch so?
Sandro Wagner: Ich weiß von Peter Niemeyers Kontakten zu Werder Bremen. Auch ich habe noch Kontakt zu Aaron Hunt , Sebastian Mielitz und den Physiotherapeuten. Man pflegt den Kontakt, weil ich mich auch in Bremen wohlgefühlt habe über die Jahre, die ich in Bremen verbracht habe. Seitdem ich bei Hertha BSC bin, war ich nicht mehr in Bremen, aber vielleicht schaue ich mir in der Rückrunde mal wieder ein Spiel an.


Teams, 11.01.2020
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