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"Traue uns eine ähnlich gute Saison zu"

Meistertrainer Michael Hartmann im Gespräch vor dem Saisonauftakt beim VfL Wolfsburg.

Berlin - Der Deutsche Meister startet in die neue Saison. Traditionell personell runderneuert haben es die Schützlinge am ersten Spieltag mit dem VfL Wolfsburg gleich mit einem Top-Team der Liga zu tun. Am Freiatg (10.08.19) geht es für die Bau-Weißen ab 13:00 Uhr in Niedersachsen um die ersten Punkte.

Im Interview spricht Michael Hartmann über die Rolle als Titelverteidiger, die Vorbereitung der jungen Hertha-Talente auf den Profifußball und das Auftaktmatch der neuen Saison.

herthabsc.de: Am Freitag beginnt die Saison der A-Junioren Bundesliga. Wird Zeit, dass es endlich losgeht?
Michael Hartmann: Nach fast sechs Wochen Vorbereitung, zahlreichen Testspielen, drei Turnieren und einer Woche in den USA ist die Vorfreude spürbar. Für diesen Moment haben die Jungs gearbeitet.

herthabsc.de: Geht es dir genauso?
Hartmann: Absolut. Es geht endlich wieder los, es geht wieder um Punkte. Die Vorbereitung ist etwas ganz anderes, als sich im Wettbewerb zu messen.

herthabsc.de: Mit dem VfL Wolfsburg wartet zum Saisonstart gleich ein starker Konkurrent. Wie schätzt du die 'Wölfe'?
Hartmann: Es gibt definitiv leichtere Auftaktgegner. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Tagesform und Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen werden. Besonders auf den Außenbahnen sind die Wolfsburger sehr schnell unterwegs. Der VfL verfügt über ein gutes Umschaltspiel.

herthabsc.de: Worauf wird es für deine Mannschaft ankommen?
Hartmann: Wir benötigen eine gute Kompaktheit und müssen die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen so gering wie möglich halten. Dabei dürfen wir aber nicht nur reagieren, wollen stattdessen selbst die Initiative ergreifen.

herthabsc.de: Ist es etwas Besonderes als Titelverteidiger in die Saison zu gehen und so etwas wie der Gejagte zu sein?
Hartmann: Die Karten werden durch die aufgerückten Jahrgänge neu gemischt. Da kann sich das Leistungsvermögen schlagartig ändern. Vor dem ersten Spieltag weiß man nie so genau, wo die Mannschaft steht. Ich sehe uns aber definitiv gut aufgestellt und traue uns eine ähnlich gute Saison zu.

herthabsc.de: Wie viel Deutscher Meister steckt denn noch in der Mannschaft?
Hartmann: Von unseren 31 Spielern gehörten elf schon zum Aufgebot der Meistermannschaft. Mit Matteo Kastrati stand aber nur ein Akteur beim 3:1 im Endspiel gegen den FC Schalke 04 schon in der Startelf. Die Konkurrenzsituation ist also neu entfacht und stark ausgeprägt. Während der Vorbereitung haben alle ihre Spielzeiten bekommen, das wird in der Liga in dieser Form nicht mehr funktionieren. Wichtig ist, dass die Spieler immer dranbleiben, auch wenn sie einmal nicht zum Einsatz kommen. Im Fußball kann es sehr schnell gehen.

herthabsc.de:
Worin entscheiden sich die Mannschaften dieser und voriger Saison voneinander?
Hartmann: In der Spitze sind wir individuell vielleicht nicht mehr ganz so stark besetzt. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass aus dem alten Kader nach Arne Maier, Palko Dardai, Julius Kade und Florian Baak auch noch Torhüter Dennis Smarsch, Muhammed Kiprit und Dennis Jastrzembski den Sprung zu den Profis geschafft haben. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass wir diese fehlende Qualität nicht durch mannschaftliche Geschlossenheit ausgleichen können. Die Eindrücke aus der Vorbereitung stimmen mich positiv.

herthabsc.de: Welche Teams sind die größten Konkurrenten in der Staffel Nord/Nordost?
Hartmann: Das werden die 'üblichen Verdächtigen' wie der VfL Wolfsburg, RB Leipzig oder der Hamburger SV sein. Auch den SV Werder Bremen schätze ich stark ein. Die Spieler aus dem 2000er Jahrgang sind vor einem Jahr souveräner Staffelsieger bei der U17 geworden. Deshalb erwarte ich in der Spitze eine ausgeglichene Saison.

herthabsc.de: Macht es die Tätigkeit als Junioren-Trainer besonders interessiert, fast in jeder Saison oder mindestens alle zwei Jahre wieder bei 'Null' anzufangen?
Hartmann: Das macht in der Tat die Herausforderung aus. Als Trainer muss man sich regelmäßig auf neue Charaktere einstellen. Das betrifft nicht nur jeden einzelnen Spieler, sondern auch die Mannschaft. Es macht immer wieder Spaß, die Spieler auf ihrem Weg nach oben zu begleiten.

herthabsc.de: Was muss ein Spieler für den Sprung in den Lizenzbereich mitbringen?
Hartmann: Er darf vor allem nie zufrieden sein. Nur weil du beispielsweise schon bei den Profis mittrainieren durftest, geht nicht auf einmal alles von alleine. Du musst dich durchboxen, durchbeißen und dem Trainer ein Zeichen geben, dass du bereit bist, für den Sprung zu den Profis mehr zu investieren. Dazu gehört auch, dass die Jungs auch an freien Tagen oder in der Freizeit weiterhin an sich arbeiten. Neben der richtigen Einstellung kann aber auch ein Quäntchen Glück nicht schaden.

(mspw/City-Press)

Nachwuchs, 24.10.2018
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