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"Bremen ist Geschichte, jetzt wollen wir es besser machen"

Herthas Defensivspieler Per Skjelbred im Interview über seine Rückkehr nach der Verletzung, Tanzen und Laufen und das anstehende Auswärtsspiel in Leipzig.

Berlin – Dauerbrenner, Dauerläufer, Abräumer. Auf Per Skjelbred ist in Herthas defensivem Mittelfeld Verlass. Er kämpft bis zum Schluss, ackert und rennt für das Team und schafft durch seine etwa zwölf Kilometer pro Spiel Räume für seine Vorderleute. Nachdem ihn sein Muskelfaserriss im Oberschenkel dazu zwang, zwei Partien auszusetzen, stand er beim vergangenen Heimspiel gegen Werder Bremen wieder in der Startelf. Herthabsc.de hat mit 'Schelle' gesprochen. Über seine Rückkehr, Tanzen und Laufen und die anstehende Auswärtspartie bei RasenBallsport Leipzig am Samstag (17.12.16).

herthabsc.de: Per, das Spiel gegen Werder war dein erstes nach deinem Muskelfaserriss? Wie war es für dich, wieder auf dem Platz zu stehen und wie geht es dir mittlerweile?
Per Skjelbred: Mir geht’s immer gut. Zurück auf dem Platz zu sein war toll und hat Spaß gemacht. Klar, es war etwas schwer nach fast drei Wochen ohne Fußball. Ich habe ja nur eine Woche trainiert. Ich werde wieder besser in den Rhythmus kommen, wenn ich mehr spiele.

herthabsc.de: Gegen Bremen habt ihr etwas gewackelt - vor allem defensiv. zuvor war eine kompakte Abwehr immer eure Stärke. Was hat in dem Spiel nicht geklappt?
Skjelbred: Der Abstand zwischen den Ketten war zu groß. Wir haben als Mannschaft nicht so gut funktioniert – das ist sonst immer unsere Stärke. Wir sind ein bisschen sauer, dass das so gelaufen ist. Aber so läuft das. Wichtig ist jetzt, dass wir weiterhin fokussiert arbeiten. Das Gute am Fußball ist, dass immer neue Spiele kommen – und jetzt kommt Leipzig. Bremen ist Geschichte, jetzt müssen wir es wieder besser machen und es kann auch nur besser werden (lacht).

herthabsc.de: Du bist einer der laufstärksten Spieler bei Hertha, hast in den vergangenen Spielen die meisten Kilometer zurückgelegt...
Skjelbred: Ich will immer maximale Leistung bringen.  Dass ich viel laufe ist wichtig für mich und meine Art Fußball zu spielen. Das ist bei mir auch ein bisschen genetisch bedingt, das war schon immer so. Ich versuche zu laufen, um meinen Mitspielern zu helfen und sie besser zu machen. Das ist mein Job.

herthabsc.de: Du bist nicht nur Fußballer, sondern hast auch lange Zeit getanzt. Inwiefern hilft dir das beim Fußball?
Skjelbred: Ich habe lange HipHop getanzt und auch ein bisschen Ballett gemacht. Ich glaube, das hilft mir beim Fußballspielen und trägt zu meiner Spielart bei – vor allem was Balance und Schnelligkeit angeht und die Bewegungsabläufe. Ich habe auch lange Handball gespielt, von der anderen und schnelleren Spielart und den schnellen Bewegungen habe ich auch etwas mitgenommen.

herthabsc.de: Rune ist vor kurzem zu Norwegens Fußballer des Jahres gewählt worden. Hast du auch für ihn gestimmt?
Skjelbred: Ja klar, habe ich für ihn gestimmt. Das freut mich sehr für ihn. Rune hat nie aufgegeben und immer weitergearbeitet, auch als er ganz am Boden war und keine Spielpraxis hatte. Seit vergangener Saison ist er Stammtorwart bei Hertha und in der norwegischen Nationalmannschaft, beweist dauerhaft seine Leistung und hält überragend.

herthabsc.de: Am Samstag geht es zum Tabellenzweiten nach Leipzig, die noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt sind. Was erwartest du von der Partie?
Skjelbred: Leipzig ist eine gute Mannschaft, die das clever macht. Sie setzen auf junge, talentierte Spieler aus Deutschland und der ganzen Welt. Sie hängen sich volle Pulle rein, von Anfang bis Ende. Sie sind jung und hungrig, das eröffnet ihnen viele Möglichkeiten. Das wird sehr schwer für uns.

(lb/City-Press)

Profis, 05.11.2018