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"Wie ein Stück Familie"

Pierre-Michel Lasogga trainiert wieder mit dem Ball und möchte so schnell es geht wieder zur Mannschaft.

Berlin – Es ist ein vernieselter Herbstvormittag in Nordrhein-Westfalen. Bei knapp zehn Grad treibt es eigentlich Niemanden auf den Fußballplatz. Doch ein junger Mann dreht eifrig seine Runden. Wie ein Junge beim Nachmittagskick, freut sich der Akteur über jede Berührung mit dem Ball. Er wirkt befreit. Es ist Hertha-Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der sich in seiner Heimat auf die Rückkehr vorbereitet. „Mit dem Knie läuft alles super. Ich ein gutes Gefühl, es ist stabil. Ich bin sehr zufrieden“, so Lasogga selbst.

Vor nur fünf Monaten erlitt er am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison den ersten Rückschlag seiner noch jungen Karriere. Pierre-Michel Lasogga riss sich beim Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim (3:1) das Kreuzband. Doch der bullige Stürmer steckte nie auf und arbeitete sofort an seinem Comeback. Nur fünf Monate nach seiner schweren Verletzung trainiert Herthas Nummer „19“ schon wieder mit dem Ball und brennt darauf im Team zu stehen. „Irgendwann ist es nervig, alleine zu trainieren. Ich will wieder Teil des großen Ganzen sein. Mir fehlt der Alltag mit der Mannschaft. Das ist wie ein Stück Familie.

Im neuen Jahr wieder dabei

Lasogga gibt seinem verletzten Knie und sich selbst aber die Zeit die er braucht. Einen festen Termin für das Comeback setzt sich der Stürmer nicht. „Es gibt keinen genauen Plan. Ich bin auf einem sehr guten Weg. Man schafft täglich kleine Ziele, wenn zum Beispiel neue Übungen problemlos machbar sind. Man muss sich erst an vieles wieder ran trauen. Als ich das erste Mal mit rechts gesprungen bin, war ich überrascht, was das Knie alles schon mitmacht.“ Mit seinem Trainer Jos Luhukay hat der Langzeitverletzte regelmäßigen Kontakt: „Wir sprechen öfter. Hauptsächlich geht es darum, wann ich wieder in der Lage bin, zu spielen. Wahrscheinlich wird das erst im nächsten Jahr sein. Ich möchte die Vorbereitung mit dem Team absolvieren, um wieder bei 100 Prozent zu sein.“

Lasogga fehlt dem Team. Doch es gibt auch einen Spieler für den die Verletzungssituation einen positiven Nebeneffekt hat. Kapitän Peter Niemeyer teilt sich auf Auswärtsfahrten eigentlich ein Zimmer mit dem 20-jährigen Stürmer. Pierre lässt ihn aber schon mal grüßen: „Peter soll die Zeit genießen. Auch wenn er gerne seine Ruhe hat, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!“

Teams, 11.01.2020