Bild: citypress

"Man kann die Zukunft nur gestalten, wenn die Basis stimmt"

Auf der Mitgliederversammlung am Montag (26.11.18) hatten Michael Preetz und Ingo Schiller viele gute Nachrichten für die anwesenden Herthaner. Vize-Präsident Thorsten Manske führte durch den Abend. Insbesondere wurden auch die Vorkommnisse der zurückliegenden Wochen thematisiert.

Berlin – Alle Jahre wieder: Am Montagabend (26.11.18) kamen die Mitglieder von Hertha BSC zur turnusmäßigen November-Mitgliederversammlung in Messehalle 18 zusammen. Präsident Werner Gegenbauer fehlte kurzfristig, da seine Enkeltochter in London zur Welt kam. Stellvertretend führte Vize-Präsident Thorsten Manske die Teilnehmer durch die knapp vierstündige Veranstaltung.

Zu Beginn wurden alle Mitglieder geehrt, die seit der vorherigen Versammlung gestorben waren. Einen verstorbenen Herthaner würdigte Manske ganz besonders: Lothar Pötschke, der 88 Jahre alt wurde. Pötschke war seit 1963 Hertha-Mitglied und im Verein seit mehr als 50 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen tätig, zuletzt als Vorsitzender des Ältestenrates. Es folgten diverse weitere Ehrungen, insbesondere wurden drei Nachwuchsmannschaften des Hauptstadtclubs ausgezeichnet: So erhielten die U15 (Berliner Pokalsieger 2018), die U16 (Nordostdeutscher Meister 2018) und die U19 (Deutscher Meister 2018) die Bronzene, Silberne beziehungsweise Goldene Jugend-Leistungsnadel – die anwesenden 1.256 Mitglieder bedachten die Jugend-Teams mit gebührendem Applaus. Anschließend gab Bernd Schiphorst bekannt, dass das Projekt 'Aus der eigenen Geschichte lernen' die Auszeichnung zum 'Herthaner des Jahres' erhalten werde. Die Teilnehmer hatten sich in den vergangenen Monaten und Jahren ausgiebig mit der Aufarbeitung der Schicksale jüdischer Vereinsmitglieder auseinandergesetzt und für ihre akribische Arbeit vor wenigen Wochen bereits vom Deutschen Fußball-Bund den Julius-Hirsch-Preis erhalten.

Gesagt...

"Bis hierhin hat die Mannschaft bundesweit mit vielen erfrischenden Auftritten für positive Schlagzeilen gesorgt"

Michael Preetz

"Ein richtig guter Anfang"

Michael Preetz, Geschäftsführer Sport, erläuterte den Mitgliedern in seinem Bericht zunächst, dass man die sportlichen Analysen der Saison 2017/18 mit der Zielvorgabe abgeschlossen hätte, "offensiv berauschenderen Fußball zu bieten, ohne dabei die defensive Stabilität zu verlieren". Preetz' Zwischenfazit für die laufende Spielzeit fiel dabei äußerst positiv aus: "Bis hierhin hat die Mannschaft bundesweit mit vielen guten und erfrischenden Auftritten für positive Schlagzeilen gesorgt", sagte er mit Verweis auf die Heimsiege gegen Borussia Mönchengladbach und den FC Bayern sowie den langersehnten Auswärtssieg in Gelsenkirchen. Dabei verwies er allerdings auch auf die "schwierige Phase", die die Herthaner zuletzt durchlebten – und das nicht nur aus sportlicher Sicht. Mit Hinblick auf das Thema Hymne räumte der Geschäftsführer ein, dass es ein Fehler war, 'Nur nach Hause' im Stadionprogramm vorzuziehen. Er betonte die umgehende Korrektur dieses Fehlers und zeigte nochmals die Hintergründe der ursprünglichen Entscheidung auf. Schließlich kam Preetz auf die Vorkommnisse in Dortmund zu sprechen: "Auch ein unverhältnismäßiger Einsatz der Polizei darf keine Rechtfertigung für Gewalt sein", stellte der 51-Jährige mit Nachdruck klar. Gleichwohl begrüße er die Wiederaufnahme der Gespräche mit der (aktiven) Fanszene als "richtig guten Anfang". Es müsse im Interesse aller sein, die Vorkommnisse der Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten und zu einer zukunftsorientierten Lösung des Konflikts zu kommen.

"Wieder vollständiger Eigentümer der Anteile von Hertha BSC!"

Ingo Schiller, Geschäftsführer Finanzen, hatte anschließend eine Reihe guter Nachrichten im Gepäck: "Man kann die Zukunft nur gestalten, wenn die Basis stimmt", so Schiller – und die Basis stimmt: Zunächst stellte er nämlich die Zahlen der abgelaufenen Saison vor und vermeldete einen Rekordgewinn sowie ein finanzielles Plus von 4,1 Millionen Euro. Darüber hinaus erläuterte Schiller den Mitgliedern noch einmal die Anleihe, welche Hertha jüngst am Kapitalmarkt platziert hatte. Er bedankte sich bei KKR für die jahrelange Zusammenarbeit, verkündete gleichzeitig aber auch den vollzogenen Rückkauf der Anteile vom strategischen Partner: "Wir sind wieder vollständiger Eigentümer der Anteile von Hertha BSC!" Zum Abschluss kam der Geschäftsführer Finanzen noch auf den geplanten Stadionneubau zu sprechen. Schiller führte die Herangehensweise der Planungen aus und hob hervor, dass alle Mitglieder eingeladen seien, beizeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen ihre Ideen und Wünsche einzubringen und sich auf diese Weise an der Gestaltung der neuen Arena zu beteiligen.

Ein detailliertes Protokoll der Mitgliederversammlung kann hier nachgelesen werden.

(af/City-Press)

Intern, 27.11.2018