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Jörg Schwanke übernimmt Herthas U19

Herthas neuer A-Jugend-Coach stellte sich direkt nach dem Antritt den Fragen von herthabsc.de.

Berlin - Aus persönlichen Gründen bat René Tretschok um die Auflösung seines Vertrags als Trainer der U19. Sein Nachfolger ist gewissermaßen sein Vorgänger: Jörg Schwanke übernimmt ab sofort die Geschicke an der Seitenlinie von Herthas A-Jugend. Unter Schwanke als Interimscoach erreichten die Herthaner in der vergangenen Saison die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft und das Finale des DFB-Junioren-Pokals. Im Gespräch mit herthabsc.de sprach Jörg Schwank über die neue Herausforderung, den Willen und die Mentalität, alles zu geben und die Ziele bis zur Winterpause.

herthabsc.de: Jörg, du bist Herthas neuer U19-Trainer. Worauf haben sich deine Spieler einzustellen?
Schwanke: Ich habe viele Spiele der A-Jugend gesehen. René Tretschok hat hier einen wirklich guten Job gemacht, aber die Jugendlichen müssen auch die Erfahrung machen, dass nicht immer alles gut laufen kann - da müssen sie sich auch durchsetzen und können sich beweisen. Wenn wir von Ausbildung reden, geht es nicht nur darum, die Spieler taktisch und spielerisch auszubilden, sondern auch mental. Mir liegt am Herzen, dass die Jungs diesen Willen entwickeln, sich in jedem Training verbessern zu wollen, in jedes Spiel zu gehen, um zu gewinnen - nur so können sie das Ziel erreichen, Bundesliga-Spieler zu werden.

herthabsc.de: Mit vielen Spielern hast du bereits zusammengearbeitet. In welcher Rolle siehst du dich jetzt als Trainer?
Schwanke: Mir kommt es manchmal so vor, als wären einige schon damit zufrieden, bei uns zu sein, aber nicht mehr alles tun, um besser zu werden. Das ist die Aufgabe von uns Nachwuchstrainern, die Spieler dahin zu bringen, dass sie den Sprung schaffen können. Es sind halt auch nicht zehn Spieler, die das pro Jahrgang schaffen, sondern nur ein oder zwei - das müssen die Spieler begreifen. Es geht um eine Art Elite, die den Sprung dann auch am Ende schafft.

herthabsc.de: Worauf legst du in der jetzigen Situation wert?
Schwanke: Wichtig sind die Werte, die im Fußball selbstverständlich sind: Ordnung, Disziplin, Leidenschaft. Wir sind die U19 und nicht mehr die U15 - das ist für die Jungs eine neue Erfahrung, dass sie auf dem Feld anders gefordert werden, dass sie mal tiefer stehen. Wir reden über Leistungssport, da muss alles, was damit nichts zu tun hat, hinten anstehen, um Ergebnisse zu erzielen und wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen. Das ist extrem wichtig.

herthabsc.de: Wo wirst du jetzt den Hebel ansetzen?
Schwanke: Für konkrete Maßnahmen ist es jetzt noch zu früh. Mein Fokus geht jetzt natürlich komplett auf die Mannschaft. Fußball werde ich jetzt nicht neu erfinden - da brauchen wir uns nichts vormachen. Wir werden mit Sicherheit die Mittel ergreifen, die unseren Jungs dann helfen. Spieler, die in der U19 immer noch bei uns sind, sind alle sehr gut ausgebildet. Vieles hat momentan mit Selbstvertrauen zu tun, das zuletzt gelitten hat, weil die entsprechenden Ergebnisse nicht da waren.

herthabsc.de: Bis zur Winterpause sind es noch drei Spiele. Welche Ziele willst du mit deiner Mannschaft bis Weihnachten noch erreichen?
Schwanke: Unser Ziel ist immer zu spielen, um zu gewinnen. Was am Ende dabei rauskommt, müssen wir sehen, denn es gibt immer einen Gegner, vor dem wir auch immer Respekt haben. Aber wenn von allen die Bereitschaft da ist, im Spiel und im Training immer alles zu geben - und darauf werde ich ganz besonders achten - dann bin ich optimistisch, dass wir schon bald wieder positive Schlagzeilen machen werden.


Zur Person: Jörg Schwanke, der in seiner aktiven Zeit unter anderem beim VfL Bochum, Energie Cottbus, dem SC Paderborn und dem 1. FC Union spielte, arbeitet seit 2010 bei Hertha BSC. Er war zuletzt als Assistent von Hans-Peter Jakob in der Akademieleitung tätig, zu seinem Zuständigkeitsbereich gehörten die Teams der U17 bis U23. Jörg Schwanke trainierte die U19 bereits interimsmäßig im zweiten Halbjahr der Spielzeit 2011/12, führte das Team damals ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und ins DFB-Pokalfinale.

Nachwuchs, 24.10.2018