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Mit Zuversicht in die Zukunft

Am Sonntag (24.05.20) hielt Hertha BSC seine Mitgliederversammlung ab - als erster e.V. deutschlandweit im digitalen Format. Aussagen und Videoausschnitte stehen im Nachbericht.

Berlin - Normalerweise strömen zwei Mal im Jahr über 1.000 Herthanerinnen und Herthaner Richtung Berliner Messegelände, um dort den beiden ordentlichen Mitgliederversammlungen des Hauptstadtclubs beizuwohnen. Am Sonntag (24.05.20) allerdings musste die 'Alte Dame' umplanen und den Austausch mit den Mitgliedern wegen der Corona-Pandemie samt ihren weitreichenden Folgen anders gestalten – und zwar digital (hier das Protokoll zum Nachlesen). Es war das allererste Mal überhaupt, dass ein e.V. seine Mitgliederversammlung in diesem Format abgehalten hat. Möglich machte das die Zusammenarbeit des Hauptstadtclubs mit NOERR. Damit haben die Partner gemeinsam Rechtsgeschichte geschrieben.

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Rubrik 24.05.2020
Digitale Mitgliederversammlung

An der Tagesordnung hat dies allerdings nichts geändert. Wie gewohnt begrüßte Präsident Werner Gegenbauer die knapp 1.800 Mitglieder, die sich zuvor mit ihren Zugangsdaten in den Livestream eingewählt hatten. "Hertha BSC schreibt Rechtsgeschichte und führt die allererste digitale Mitgliederversammlung eines e.V. durch", sagte Gegenbauer, der im Anschluss das Wort an Dr. Dirk Lentfer erteilte. Der Versammlungsleiter erklärte die Besonderheiten und Vorgaben einer digitalen Versammlung, ehe Gegenbauer beim Bericht des Präsidiums wieder übernahm.

Nachdem auch der Aufsichtsrat in Person von Dr. Torsten-Jörn Klein Bilanz gezogen hatte und die Aussprache zu diesen Schilderungen folgte, traten nacheinander die Geschäftsführer Michael Preetz und Ingo Schiller ans Podium. "Ich freue mich sehr, dass Bruno Labbadia und seinem Team so ein Start gelungen ist. Erst der ungefährdete Auswärtssieg in Hoffenheim und dann am Freitagabend bei seinem ersten Heimspiel der Derbysieg!", beleuchtete Preetz die jüngste sportliche Entwicklung. Er erklärte dabei auch die Trainerwechsel von Ante Covic zu Jürgen Klinsmann bzw. Alexander Nouri hin zu Labbadia und die getroffenen Maßnahmen des Hauptstadtclubs in der Corona-Krise. "Gefühlt waren wir in einer vorgezogenen Sommerpause. Darüber hinaus war uns auch klar, dass es die gewohnte Sommerpause nicht geben wird. Aus diesem Grund haben wir unsere Entscheidung, eine Veränderung auf der Trainerposition, vorgezogen. In unseren persönlichen Gesprächen mit Bruno Labbadia merkten wir schnell, dass wir nicht nur in den langfristigen Zielen übereinstimmten, sondern auch, was wir kurzfristig für realistisch hielten. Wir hatten schnell eine gemeinsame Sprache und Linie gefunden!", führte der 52-Jährige weiter aus. Auch über Transfers, den Nachwuchs und Strukturen auf dem Olympiagelände referierte der Ex-Profi, der auch die CSR-Maßnahmen der vergangenen Wochen hervorhob.

Positive Entwicklung - Charaktertest bestanden

Schiller informierte wie gewohnt über Finanzen, bei diesem Mal allerdings auch über die Auswirkungen der Pandemie auf den Spielbetrieb, die Werbung, TV und Hörfunk sowie den Personalaufwand. "Unsere derzeitige Planung ist natürlich eine ganz andere als die, die wir noch im Januar und Februar dieses Jahres erstellt haben. Insgesamt haben wir aber eine ganz andere Kapitalbasis, die durch die Partnerschaft mit TENNOR entsprechend hinzugeflossen ist", sprach der 54-Jährige von einer "sehr, sehr positive Entwicklung", die dazu führt, dass "unsere Finanzierungsleistungskraft eine völlig andere ist, als noch vor einem Jahr." So verzeichnete die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA im Zeitraum vom 31. Dezember 2018 bis zum 31. Dezember 2019 einen Anstieg des Eigenkapitals von 12,6 Millionen Euro auf 182,5 Millionen Euro. Darüber hinaus konnte auch der Konzern ein positives Eigenkapital von 70 Millionen Euro erwirtschaften. Das Barvermögen konnte die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA im selben Zeitraum von 3,2 Millionen Euro auf 109 Millionen Euro erhöhen.

Auch zum Thema Transfermarkt bezog Schiller Stellung. "Wir glauben, dass innerhalb der nächsten 15 Monate schon wieder eine Bewegung auf den Transfermarkt kommt – aber eine deutlich geringere als noch vor ein, zwei Jahren. Das sind Risiken, aber auch Chancen, wenn man beispielsweise im Bereich der Neuverpflichtungen nachdenkt. Aber auf der Ertragsseite gehen wir von einer deutlichen Reduktion aus." Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Schiller bei Partner und Sponsoren, die auch in diesen schwierigen Zeiten dem Verein die Treue halten. "Die Corona-Zeit stellt für uns alle einen Charaktertest dar. Diesen Charaktertest haben wir bestanden und lässt mich mit großer Freude auf die Zukunft Hertha BSC blicken!"

Ausführliche Aussprache - keine Anträge

Bei der erneuten Aussprache beantworteten das Präsidium und die Geschäftsleitung die eingereichten Fragen der Mitglieder ausführlich. Da es keine Anträge gab und auch der Tagesordnungspunkt 'Sonstiges' kurz ausfiel, endete die erste digitale Mitgliederversammlung nach etwas mehr als 180 Minuten. "Ich hoffe, dass wir uns im November wieder persönlich sehen, möchte mich aber bei allen, die an dieser Mitgliederversammlung beteiligt waren, bedanken. Bleiben Sie gesund, liebe Herthanerinnen und Herthaner", gehörte Werner Gegenbauer das Schlusswort.

(fw/City-Press)

Mitglieder, 25.05.2020
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