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Ereignisreicher Tag im Wohnzimmer

Auf der Mitgliederversammlung am Sonntag (25.10.20) gab es für alle anwesenden Blau-Weißen viel zu tun und zu besprechen.

Berlin - Normalität ist in Zeiten der Coronakrise schwierig. Das Virus "beherrscht unseren Alltag, unser Leben", wie es Ingo Schiller in seiner Rede formulierte. Der Geschäftsführer Finanzen dankte daher allen Beteiligten, die eine blau-weiße Mitgliederversammlung trotz des Virus möglich gemacht hatten - im Freien, mit Abstand und Hygienekonzept und an einem Ort, der für viele Herthanerinnen und Herthaner ein zweites Zuhause bedeutet: Die Ostkurve des Berliner Olympiastadions. "Ich glaube, dieser Rahmen ist derzeit für uns alle das Optimum", brachte der Geschäftsführer Finanzen es auf den Punkt. Und dieser Rahmen, diese Zusammenkunft der Hertha-Familie war nicht nur wichtig für die blau-weiße Seele - es gab auch einiges zu tun.

Gesagt...

"Wir haben eine ganze Reihe von Aufgaben vor uns. Als Präsidium wollen wir weiterhin mit dazu beitragen, Hertha BSC weiterzuentwickeln!"

Werner Gegenbauer

Gegenbauer und Manske bestätigt - zwei Neuzugänge im Präsidium

So standen die Präsidiumswahlen an. Werner Gegenbauer wurde von den anwesenden Mitgliedern erneut in seinem Amt bestätigt. "Wir haben eine ganze Reihe von Aufgaben vor uns, über allem steht die Sicherung des Vereins während und nach der Coronakrise. Wir müssen die wirtschaftliche Stabilität erhalten und wollen als Präsidium mit dazu beitragen, Hertha BSC weiterzuentwickeln", hatte der alte und neue Präsident der 'Alten Dame' bereits vor der Wahl bekräftigt. Unterstützt wird Werner Gegenbauer auch zukünftig vom stellvertetenden Präsidenten Thorsten Manske, der sich gegen den zweiten Kandidaten Christian Wolter deutlich durchsetzte und die Wahl mit "großer Begeisterung und Freude" annahm. Beide dankten ausdrücklich auch den anwesenden Herthanerinnen und Herthanern. Vervollständigt wird das zukünftige Präsidium des Hauptstadtclubs durch die Neuzugänge Peer Mock-Stümer und Anne Jüngermann, direkt wiedergewählt wurden Fabian Drescher, Ingmar Pering und Norbert Sauer. Im Stichwahlgang komplettierte das langjährige Mitglied Michael Ottow das Führungsgremium.

Neben diesen wichtigen Wahlen standen selbstverständlich auch die Berichte von Präsidium, Aufsichtsrat und Revisionsausschuss, aus den einzelnen Abteilungen des e.V. sowie die Berichte von Beirat und Geschäftsführung der KGaA auf dem Programm. Dabei äußerten sich wie gewohnt auch Ingo Schiller und Michael Preetz. Der Geschäftsführer Sport ordnete die vergangenen Wochen und Monate ein und schlug dabei in Bezug auf die aktuelle Spielzeit durchaus kritische Töne an. "Durch den schlechten Start fehlt ein Stück Leichtigkeit, es gab Licht, aber auch viel mehr Schatten. Ich kann ihnen versichern, dass wir weiter hart arbeiten werden, die bisherigen drei Punkte stellen keinen von uns zufrieden." Preetz betonte jedoch: "Ich bin von jedem einzelnen unserer Jungs überzeugt. Wir brauchen nun alle Geduld und Vertrauen - und ich vertraue unserem Trainerstab und dieser Mannschaft!" 

Preetz mit klaren Worten - Schiller trotz Corona mit guten Nachrichten

Zum Thema Finanzen gab Ingo Schiller Auskunft. "Die einzigartige Pandemie-Situation des Jahres 2020 stellt einen Haupteinflussfaktor auf die wirtschaftliche Situation dar", verdeutlichte Herthas Herr der Zahlen einleitend. Insgesamt steht für den Hauptstadtclub im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Verlust von 59 Millionen Euro zu Buche, der neben den erhöhten Ausgaben in einer Investitionsphase eben durch die coronabedingten Effekte zu erklären ist. Einen ausdrücklichen Dank richtete Schiller an die Partner der 'Alten Dame', die den Umsatzrückgang durch ihr Entgegenkommen deutlich abfederten. Der Geschäftsführer Finanzen hatte zudem auch Erfreuliches zu berichten. Das Anlagevermögen der Spreeathener erhöhte sich enorm - im Einzelabschluss der KGaA insgesamt über 200 Millionen - ein absoluter Rekordwert. Auch das Eigenkapital konnte mehr als vervierfacht werden. Gleichzeitig wurden die Rückstellungen deutlich gesenkt und konnten mehr als halbiert werden.

Darüber hinaus konnte Ingo Schiller verkünden, dass die Verbindlichkeiten in diesem laufenden Geschäftsjahr deutlich abgebaut werden. Dazu beitragen soll auch der neue Hauptsponsor. Der Geschäftsführer zeigte sich "optimistisch", dass Hertha BSC hier eine gute Lösung finden werde. Auch die vertrauensvolle Partnerschaft mit der TENNOR Holding B.V. trägt dazu bei, dass weiterhin ruhig und maßvoll agiert und entschieden wird - trotz der Ungewissheit durch die Corona-Situation. "Die weiteren Entwicklungen sind seriös nicht vorhersagbar", sagte Schiller. "Wir sind einer der Vereine mit sehr guter Eigenkapitalausstattung, die sich noch verbessern wird. Dennoch sind wir gut beraten, Reserven aufzubauen, um die nicht vorhersehbare Dauer der Pandemie verantwortungsbewusst zu meistern!"

Zunächst einmal war nach den Reden der beiden Geschäftsführer und der erfolgten Präsidiumswahl ein wichtiger Tag für Hertha BSC gemeistert. Während die Sonne hinter dem Marathontor unterging, begaben sich die anwesenden Blau-Weißen auf ihren Heimweg. Nach bedeutenden gemeinsamen Entscheidungen, wichtigem Austausch - und einem kleinen, wohltuenden Stück gemeinsamer Normalität. Die Redebeiträge der beiden Geschäftsführer Michael Preetz und Ingo Schiller liefert HerthaTV wie gewohnt in voller Länge.

(kk/City-Press)

Mitglieder, 26.10.2020
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